Sauber :D Aber ich finde die Frau bzw. das Mädl immer noch zu Jung. Die schaut halt aus wie 20. Aber ansonsten wieder mal ein super geschriebener Text!
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Sauber :D Aber ich finde die Frau bzw. das Mädl immer noch zu Jung. Die schaut halt aus wie 20. Aber ansonsten wieder mal ein super geschriebener Text!
Freut mich, dass der Teil gefällt :D
Wie kann man nen Mustang hässlich finden ey :ireful:
Das mit der Krawatte haben wir ja geklärt :P
Und das letzte fasse ich mal als Kompliment auf? :pardon:
...vielleicht hat sie das :pardon:
Aus der MLS nicht... Nur den FC Las Vegas und den Downtown Las Vegas Soccer Club, sind aber eher mäßig stark :sarcastic:
An den Dialogen feile ich auch immer Ewigkeit, damit sie "Flüssig" klingen :D
Chevy Camaro ftw! :yahoo:
Sehr mutige These... :ireful::negative::P
Joa... Hab eben bei beiden Bildern die selbe Frau genommen... Und ja, sie spielt in "Filmen" mit :sarcastic:
An alle anderen: Neues Kapitel kommt nachher noch :yes:
Nachdem ich mich am Wochenende noch mit Amanda vergnügt hatte, stand am kommenden Donnerstag wieder Arbeit an – es ging in die Belgische Großstadt Lüttich, wo wir das Hinspiel bei Standard Lüttich zu spielen hatten. Die Belgier waren natürlich als Jahrelange Figur auf dem europäischen Parkett der haushohe Favorit, aber nachdem wir ein sehr gutes Abschlusstraining im Maurice-Dufrasne-Stadion absolviert und uns bei belgischen Waffeln und Tee einen ruhigen und als Team geschlossenen letzten Abend gemacht hatten, hatte ich ein gutes Gefühl. Mit Sicherheit war ich kein großer Fan von Tee, aber die Geschlossenheit trug enorm zur Beruhigung im Team bei – ein Trick, den ich vor einiger Zeit mal aufgeschnappt hatte und der, wenn er nicht zu oft angewandt wurde, einen fast schon unnatürlich erscheinenden Erfolg hatte.
Das Spiel kam und trotz der Teambuilding-Maßnahmen vom Vorabend war den Spielern die Aufregung anzusehen – kein Wunder, denn vor mehr Zuschauern als heute im Ausverkauften Stadion zu Lüttich hatten sie noch nie gespielt und die Fans in der „Hölle von Lüttich“ machten auch ordentlich Betrieb auf den Rängen. Doch ich hatte denoch ein gutes Gefühl und auch mit meiner Kabinenansprache schien ich nicht daneben gegriffen zu haben, denn mit dem Anpfiff schien auch die Anspannung und Aufregung der Spieler verflogen zu sein und wich einem gesunden Respekt. Nicht die Art von Respekt, bei der man sich in keinen Zweikampf traut und den Ball panisch wegbolzt, sondern die Art von Respekt, bei der man sich jeden riskanten Pass oder jedes Dribbling zweimal überlegt. Wir hatten trotzdem von Beginn an einen Fuß in der Tür und ließen die Gastgeber nicht vor unser Tor kommen, den einzigen gefährlichen Abschluss der Anfangsphase hatte Mehdi Carcela-González zu verzeichnen, der aus der zweiten Reihe aber zu hoch zielte. Danach fanden auch wir offensiv mal etwas statt: Hvilsom kam nach Doppelpass mit Andreas Hoelgebaum Pereira von links in den Strafraum und zog auf die kurze Ecke ab, doch Eiji Kawashima war zur Stelle und wehrte den Flachschuss ab. Der Japaner konnte sich in der ersten Halbzeit generell auszeichnen, denn die von Routinier Ronnie Stam besetzte rechte Abwehrseite der Lütticher war mit erschreckender Regelmäßigkeit offen und Mads Hvilsom hatte noch zwei weitere Male die Gelegenheit zum Führungstreffer, doch der Keeper war beide Male zur Stelle. Erst nach und nach fand auch Lüttich einen dauerhaften Weg ins Spiel und vor allen Dingen in die Offensive, über Mehdi Carcela-González und den sehr agilen Linksaußen Anthony Limbombe kombinierten sie sich nach 28 Minuten in unseren Sechzehner, doch Jesper Rask konnte den eher mager geratenen Abschluss parieren. Im letzten Drittel der ersten Halbzeit passierte dann eher weniger, nur eine gefährliche Szene gab es noch zu verzeichnen: Hoelgebaum Pereira legte den Ball in den Lauf von Jón Daði Böðvarsson, der Isländer brachte das Leder aus dem Vollsprint mit vollem Risiko aufs Gehäuse von Kawashima und nur die Querlatte verhinderte den Einschlag. Dennoch nickte ich zufrieden, als der Schiedsrichter zur Pause pfiff und die Spieler an mir vorbei in die Kabine gingen.
„Also Jungs, das ist jetzt unsere Chance!“ versuchte ich, in der Kabine nochmal zu motivieren. „Wir haben den Fuß in der Tür, wir haben die Chance hier wirklich was zu leisten. Hinten sieht das schon sehr gut aus, wenn wir jetzt nach vorne noch etwas mehr riskieren und ein Tor schießen, haben die kaum noch 'ne Chance nächste Woche! Da draußen sitzen 30.000 Leute und wollen uns verlieren sehen, aber diese Genugtuung werden wir ihnen nicht bieten!“ peitschte ich weiter. „Und jetzt gehen wir da wieder raus und wischen mit diesen Flaschen den Boden!“
Die Ansprache schien ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, denn meine Mannschaft trat mit breiter Brust und diesmal ohne jeglichen Respekt vor den erfahreneren Lüttichern wieder auf den Rasen. Dennoch hatte ich noch einmal Personal getauscht und den isländischen Defensivstrategen Eggert Jónsson für den blass gebliebenen Lasse Vigen Christensen gebracht, auch um noch etwas mehr körperliche Präsenz im Spiel zu haben. Der Kämpfer aus der Zentrale fügte sich auch gleich als solcher ins Spiel ein und holte Mbombe im Mittelfeld rabiat von den Beinen wofür er sich nach nichtmal drei Minuten im Spiel die gelbe Karte abholte. Aber danach trat er nur noch durch faire Tacklings in Erscheinung, im Spiel dagegen passierte nach vorne nicht mehr viel ansehnliches: Ein Distanzversuch von Carcela-González auf Seiten der Gastgeber, eine eher mäßig gefährliche Flanke von Bøge auf unserer Seite, das war alles an diesem Abend. Doch in der 85' Minute zeigte dann unser Belgo-Brasilianisches Juwel nochmal seine Klasse: Nach einem Pass von Jónsson nahm Pereira den Ball genial mit der Hacke mit und zündete den Turbo. Am Strafraumrand hob er dann den Kopf, sah den etwas zu weit vorne stehenden Eiji Kawashima und lupfte den Ball mit einer Mischung aus Genie und Dreistheit in die lange Ecke. 1:0 für uns, der Gästeblock explodierte und die Fankurve Lüttichs konnte es scheinbar kaum glauben – dieser „Dorfclub“ hatte sie einen mächtigen Schritt zurückgeworfen im Kampf um die Europaleague-Gruppenphase. Doch in der Schlussphase kam es noch besser: Nach erneutem Foulspiel ließ sich Mehdi Carcela-González von Mikkel Thygesen provozieren und wischte diesem mit der Hand durchs Gesicht – er sah nur Gelb, aber bedingt durch ein taktisches Foul in der ersten Halbzeit durfte der marokkanischstämmige Offensivspieler mit der Ampelkarte in die Kabine – und würde auch das Rückspiel am Donnerstag in einer Woche verpassen.
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Mehdi Carcela-González verabschiedet sich mit einer Ampelkarte
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Durch das Spielfreie Wochenende konnten sich die Spieler ungewohnterweise zwischen zwei Europapokalspielen ausruhen und ich konnte im Rückspiel auf die gleiche Startelf wie im Hinspiel zurückgreifen. Vor heimischem Publikum und mit der Führung aus dem Hinspiel im Rücken waren wir damit quasi schon Favorit, auch wenn die Medien uns dennoch nur „Außenseiterchancen“ einräumten. Doch uns kam das nur gelegen: Wir mussten nicht von Beginn an das Spiel machen, sondern konnten abwarten und auf unsere Chancen lauern. Als ich heute mit meinen Spielern den Rasen betrat, wurde ich das dritte mal in meiner Amtszeit Zeuge einer Fanchoreographie im Hobro Idraetsscenter, diesmal zierte die Ränge das Wappen des HIK und darunter auf Dänisch der Slogan „Auf nach Europa!“.
Im Gegensatz zum Hinspiel nahm diesmal Lüttich zu Beginn das Zepter in die Hand und versuchte, das Spiel zu kontrollieren. Zwar hatten sie zu Beginn auch mehr Ballbesitz, doch Chancen machten sich rar: Ohne den gesperrten Carcela-González fehlte der wichtigste Kreativposten in der Offensive der Belgier, der nicht zu ersetzen war. Unser Matchplan dagegen ging voll auf: Wir ließen die planlos agierenden Gäste kommen und sich den Ball hin und her schieben, ließen jedoch keine Chancen zu und wurden durch Konter brandgefährlich. Bestes Beispiel des insgesamt Chancenarmen ersten Durchgangs war ein Angriff nach 29 Minuten, als Hvilsom den Ball erkämpfte und mit einem langen Diagonalball Jacobsen auf die Reise schickte. Der dänische Stürmer nahm Tempo auf, zog dann aus aussichtsreicher Position aber etwas zu überhastet ab und setzte den Ball eine Handbreit neben dem Pfosten ans Außennetz.
Abermals appellierte ich in der Halbzeitpause an die Spieler, sich diese Chance nicht entgehenzulassen und erinnerte sie nochmal daran, dass wir durch das 1:0 eine gute Ausgangslage hatten und diese von uns selbst gegebene Vorlage jetzt nur noch verwandeln mussten, und wieder schien die Ansage gut anzukommen. Doch diesmal lief der zweite Durchgang ganz und gar nicht nach Plan, denn Lüttich schien begriffen zu haben, dass sie selber aktiv werden mussten, um nicht auszuscheiden und brachten mit dem schnellen und wendigen Nigerianer Imoh Ezekiel einen neuen Mann für den Sturm. Der aus den Emiraten nach Belgien verliehene Mittelstürmer, der das Hinspiel mit Muskelproblemen hatte aussetzen müssen, hatte gleich seinen ersten Auftritt und die erste gute Chance für die Gäste: Enoh spielte einen Steilpass in die Spitze, wo Ezekiel den Ball annahm, kurz hochsah und ihn dann an die Latte schlenzte. Doch dieser Aluminiumtreffer war keineswegs der Höhepunkt des Lütticher Angriffsspiels, sondern vielmehr der Startschuss zu einer Drangphase über die kompletten zweiten 45 Minuten. Jesper Rask zwischen den Pfosten bekam einiges zu tun und parierte gleich zweimal sensationell, erst hielt er einen eigentlich perfekten Distanzversuch von Igor de Camargo (60') und anschließend fischte er einen Kopfball von Alexander Scholz nach einer Ecke noch von der Torlinie (72'). Auch die einwechslungen von Andreas Christensen und Jonas Damborg brachten nur kurzzeitig Entlastung, und das Spiel hing für uns am seidenen Faden – denn wenn Lüttich ein Tor schießen würde, würde es für uns nahezu unmöglich werden, noch zum 1:1 zu treffen. Doch die Angriffswellen der Gäste kosteten auch sie verdammt viel Kraft, so dass der Schwung zum Ende hin nachließ. In der 84' Minute passierte es dann: Trebel war im Mittelfeld einen Schritt zu langsam und verlor den Ball an Andreas Hoelgebaum Pereira und der schickte den aufgerückten Rechtsverteidiger Jesper Bøge die Linie entlang. Bøge nahm den Ball mit und ließ van Damme stehen, nahm – nach vorne gepeitscht von den Fans und getragen auf einer Welle aus Euphorie – Tempo auf und im Stadion hielt es keinen mehr auf den Sitzen. Knapp 30 Meter vor der Grundlinie sah der Däne dann hoch und schlug die Flanke auf den zweiten Pfosten. Thuram spekulierte zu wenig und blieb auf der Linie kleben, und Mads Hvilsom hielt im Flug den Fuß in den Ball und nagelte ihn unhaltbar ins lange Eck. Ich merkte, wie ich mit zum Jubel erhobenen Händen am Rand der Coaching Zone stand, obwohl ich mich nicht erinnerte aufgestanden zu sein und spürte, wie mir eine Last von den Schultern viel. Aus. Vorbei. Wir waren durch. Wir waren in der Gruppenphase. Denn zwei Tore würde Lüttich nicht mehr schießen und das schien allen klar zu sein, denn das Stadion explodierte und skandierte den Namen des Torschützen: Mads Hvilsom – Fußballgott!
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Mads Hvilsom ist nach dem Entscheidungstor nicht mehr zu halten
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Nach dem zweiten Sieg gegen Lüttich wurde bis tief in die Nacht hinein gefeiert – jedoch zumindest für die Spieler fast gänzlich ohne Alkohol, denn bis zum nächsten Ligaspiel gegen Esbjerg fB waren es nur zwei Tage und an beiden würde heftig trainiert werden müssen. Doch zunächst stand für mich ein anderer, wichtiger Termin an: Die Auslosung zur Gruppenphase der UEFA Europa League. Da wir neben anderen klangvollen Städten wie Qäbälä (Azerbaidschan) oder Daugavpils (Litauen) in Topf 4 waren, würde die Gruppenphase für uns definitiv extrem schwer werden. Ein Überblick über die Teams aus Topf 1 zeigte, was uns im 'Worst Case' erwarten würde: Internationale Top-Teams wie der FC Schalke 04, der FC Liverpool oder der SSC Neapel, der in den Championsleague-Playoffs an Borussia Mönchengladbach gescheitert war. Nachdem noch einmal das Losverfahren erklärt worden war, ging es dann auch recht zügig mit der eigentlichen Auslosung los. Die ersten Losrunden waren für mich als Hobro-Verantwortlicher eher uninteressant, als Fußballfan jedoch äußerst Spannend: In Gruppe G beispielsweise traf der FC Liverpool unter anderem auf den AS Monaco – eine Gruppenkonstellation, die sich auch in der Champions League abspielen könnte. Dann ging es jedoch an die Teams aus Lostopf Vier und wieder spürte ich eine innere Anspannung – ich hasste es, etwas wichtiges und mich betreffendes nicht beeinflussen zu können. Doch die Losfee ließ mich nicht zu lange zappeln und nachdem sich die Hearts of Midlothian in Gruppe A verabschiedet hatten und in Anbetracht der Gegner Schalke 04, PAOK Saloniki und Beşiktaş JK eigentlich direkt wieder nach Schottland verziehen konnten, wurden wir in Gruppe B gelost. Ich sah auf die Anzeigetafel: Es hätte schlimmer kommen können. Mit dem LOSC Lille, dem FC Paços de Ferreira und den Young Boys Bern hatten wir eine sogar machbare Gruppe zugelost bekommen. Lille war uns natürlich ein paar Nummern zu weit, doch mit Bern und Paços de Ferreira sah ich uns fast schon auf Augenhöhe – eine Aufgabe, die es zu meistern galt und auf die ich mich freute.
Quellen: Carcela-González, Hvilsom, Auslosung
Spoiler!
Schau dir einen Chevrolet Camaro 2015 an du Alphakevin!
@Alle anderen: Wenn ihr wüsstet wo er die Bilder her hat :rofl:
@Alphakevin:Eigentlich hatte ich jetzt mit einer Treterei gerechnet :rofl:Zitat:
Und jetzt gehen wir da wieder raus und wischen mit diesen Flaschen den Boden!
Aber immerhin minimalisierst du dich in italo-Art in die Europa-league und jeder Mensch wird sich denken: Bitte nicht Sandhausen Hobro
Dann erwischst du auch noch das Hobro der Schweiz, das Hobro Portugals und Lille... du Losglücklicher du
Was ne langweilige Gruppe...Liverpool und Monaco hätten mir definitiv besser gefallen. :D
Na dann mal viel Spaß bei den Young Boys...
Wieder voll spannend geschrieben :D
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Zwei sehr spannende Spiele, die erst in den letzten Minuten entschieden worden sind. Da haben deine Jungs aber auch echt eine Klasseleistung abgeliefert, Lüttich ist ja nun mal auch kein leichter Gegner. Der Spielverlauf ist sehr detalliert bei dir, da kann man sich immer gut reinfühlen, wie die Emotionen so sind. Immer ein ganzer Teil zu lesen, mich stört das aber nicht. :yes:
Das überstehen der Gruppenphase wäre schon ziemlich geil, ich würde die YBB und Pacos nicht unterschätzen. Teams, gegen die man nicht oft spielt, bieten ja ganz gerne mal ne Überraschung.
Feiert erst mal noch ein wenig, habt ihr euch verdient.^^
Was für ein cooller Zwischenteil, die Never Ending Story mit Amanda lockert die komplette Story erstmal so richtig auf, du schreibst weiterhin echt top. Weiter so.:good:
Die Gruppe ist in der Tat nicht allzu schwer, Lille ist der Favorit, Paços kann ziemlich unangenehm sein (schon selbst gegen die gespielt) und Bern ist auch nicht zu unterschätzen. Nachdem du aber die hochexplosiven LimBombe und MBombe - Lütticher ausgeschaltet hast, trau ich dir auch da das Weiterkommen zu.
Bist du wohl still :sarcastic::keule:
Klappe, du... Betakevin? :pardon:
Der war so flach, der hätte von Nico kommen können/müssen :sarcastic:
Schön, dich auch mal wieder hier zu lesen... Wurde auch Zeit :P
Ja, Lüttich war n Brocken :D
Ja, Amanda wird mir irgendwie selber sympathisch... Eigentlich sollte die nur in den einem Teil vorkommen, aber naja :D:Ironie:
Wuhuu, ein Optimist :yahoo:
Paços ist wirklich bitchy, habe da selbst in der 4. Saison Porto noch Probleme jedes mal :sarcastic:
@All: Neues Kapitel kommt gegen Neun :yes:
Mit dem Weiterkommen in Europa in der Tasche und einer machbaren Gruppe in Aussicht ging es in die zugegebenermaßen sehr Intensivvorbereitung auf das Spiel gegen Esbjerg fB. Gegen die schwach in die Saison gestarteten Gäste konnte ich nicht umhin, den Kader mächtig umzustellen, um das Kräftezehrende Rückspiel gegen Lüttich aus den Knochen der eigentlichen Stammspieler zu bekommen und natürlich auch, um die Unzufriedenheit im durchaus breit besetzten Kader nicht zu groß werden zu lassen. Bei allen Startelfänderungen war ich ganz besonders gespannt oder viel mehr erwartungsfroh in Bezug auf den jungen Norweger Alexander Sörloth, der ja vor der Saison auf Leihbasis von Rosenborg BK gekommen war. Dieser hatte zwar erst drei Einwechslungen in dieser Saison zu verzeichnen, konnte gegen Viborg FF am 3. Spieltag aber immerhin schon seinen ersten Treffer für uns beisteuern und würde heute sein Startelfdebüt geben, nachdem er im Training überzeugt und mich auch persönlich um eine Chance gebeten hatte. Tatsächlich schien er zu brennen und spurtete in den ersten Minuten des Spiels jedem Ball in der gegnerischen Hälfte hinterher, jedoch ohne ihn einmal zu bekommen. Esbjerg dagegen versuchte Ruhe in das Spiel zu bekommen und scheinbar nur, das 0:1 so lange wie möglich aufzuschieben. Doch nach knapp zwanzig Minuten war dieser Geniale Plan im Eimer: Nach einem Stockfehler von Jonas Knudsen kam Jesper Bøge an den Ball und leitete ihn direkt in die Mitte weiter. Dort nahm Eggert Jónsson ihn einmal mit und zog dann aus der zweiten Reihe ab, Esbjerg-Schlussmann Rønnow sah nicht gut aus und konnte den Treffer nicht mehr verhindern. Dieser Treffer war wie ein Flaschenöffner für das Spiel und Esbjerg war verzweifelt darum bemüht, den sprichwörtlichen Geist wieder in die Flasche zu bekommen – den Geist, der heute das Trikot von Alexander Sörloth trug. Nachdem er zunächst mit seinem ersten Abschluss noch das Ziel knapp verfehlte (28'), leistete er danach eine Viertelstunde ab, vor der selbst Lionel Messi Respekt hätte: Zunächst erkämpfte er sich den Ball von Esbjerg-Innenverteidiger Andersen und schob den Ball eiskalt in die kurze Ecke, kurz danach nahm er einen Pass von Mikkel Thygesen mustergültig mit und schlenzte ihn aus 22 Metern traumhaft in die lange Ecke. Doch das Sahnestückchen auf dieser Leistung sahen die Fans in der 43' Minute: Nygaard, Jessen und Sörloth kombinierten sich mit sieben schnellen Pässen quer durch die linke Abwehrseite Esbjergs, am Ende nahm der Norwegische Mittelstürmer den Ball sieben Meter vor dem Tor an, legte ihn sich noch einmal zurecht und vollendete die Demütigung mit einem Beinschuss gegen Fredrik Rønnow. Damit war schon zur Halbzeitpause die Luft aus dem Spiel raus und unser Sieg keineswegs mehr in Gefahr, was sich auch in der zweiten Hälfte zeigte: Wir nahmen enorm an Tempo aus dem Spiel und spielten es ruhig herunter, und ich brachte mit Rune Hastrup und Jonas Damborg zwei Spieler aus den tiefsten Tiefen der Ersatzbank ins Spiel. Die Partie plätscherte vor sich hin, es gab wenig Torraumszenen und auch an Fouls war eigentlich nichts nennenswert heftiges oder gar Kartenwürdiges zu sehen. Lediglich einmal war das Tor Esbjergs noch in Gefahr, als Sörloth per Hacke auf Ruben Jessen ablegte, doch der offensive Mittelfeldspieler mit dem beeindruckenden Vollbart den Ball an den Außenpfosten zimmerte. Esbjerg dagegen fand offensiv nichtmal theoretisch statt und so wundert es kaum, dass die beeindruckendste Szene der zweiten Halbzeit nichts mit dem Spiel selbst zu tun hatte: Es waren die standing ovations für den erst 19 Jahre jungen Alexander Sörloth, dem ich diesen hochverdienten Sonderapplaus nach einer solchen Leistung durch seine Auswechslung zwei Minuten vor dem Ende nur zu gerne zuteil werden ließ.
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Neuzugang Eggert Jónsson traf zum wichtigen 1:0
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Nachdem es eine Woche ohne Europa League gab und die Spieler damit optimal vorbereitet auf das Spiel waren und ich unter der Woche sogar Zeit gefunden hatte, mich einmal mit Amanda zu treffen, las sich der Spielberichtsbogen heute wie unsere absolute Top-Elf. Kein Spieler fehlte verletzt oder gesperrt, lediglich eine leichte Überraschung gab es zu lesen: Alexander Sörloth bekam nach seinem Hattrick beim Startelfdebüt auch heute mein Vertrauen und stand anstelle von Jón Daði Böðvarsson in der Startelf, auch wenn das taktisch einige Umstellungen bedeutete: Das Spiel wurde mehr auf die Flügel ausgelegt und mehr auf Positionstreue, da Sörloth quasi ein reiner Strafraumstürmer war und im Gegensatz zu Böðvarsson eigentlich nie auf den Flügel auswich. Zu unserem Glück und meinem Amüsement schien Nordsjælland damit nicht gerechnet zu haben und stellte in Erwartung eines auf den Flügel ausweichenden Mittelstürmers immer wieder Überzahl auf den Außenpositionen her und ließ dafür in der Mitte erstaunliche Freiräume. Beinahe konnten wir einen solchen nach 16 Minuten nutzen: Hoelgebaum Pereira legte auf für Mads Hvilsom, der jedoch zu genau zielte und den Ball knapp am Tor vorbeischoss. Auf Seiten der Gäste aus Ostdänemark dauerte es bis zur ersten Chance bis zur 25' Minute, als Joshua John von Uffe Bech bedient wurde und den Ball direkt aufs Tor brachte, doch Jesper Rask konnte den Versuch entschärfen. Dennoch wurde Nordsjælland in dieser Phase der Partie merklich stärker und erspielte sich spielerische Vorteile, wir dagegen verloren ein wenig den spielerischen Faden. Es schlichen sich viele einfache Fehler ein und letztlich schlitterten wir mehr schlecht als recht mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeitpause.
In der Kabine musste dann personell einiges geändert werden: Mads Hvilsom kam für den jungen Danny Amankwaa ins Spiel und ersetzte diesen auf der Linken Außenbahn, zudem kam Lasse Vigen Christensen für den Fehleranfälligen Jonas Damborg im defensiven Mittelfeld. Durch diese Wechsel hatten wir zunächst einen guten Start in die zweite Halbzeit, auch wenn die großen Chancen eher Mangelware waren: Einmal setzte Hvilsom den Ball aus der zweiten Reihe zu hoch, ein paar Minuten darauf fand ein Kopfball von Stenderup nach einer Ecke nur den Weg aufs Tornetz. Doch in der Folge wurden wir besser und hatten mehr Ballbesitz, gerade über die rechte Abwehrseite mit Örn Arnarson und Maxsø war Nordsjælland anfällig für Angriffe. Doch ein Konter der Gäste kippte das Spiel komplett: Joshua John war von Bøge nicht aufzuhalten und fand Ingvartsen im Zentrum. Der Bullige Mittelstürmer legte zurück auf den Rechtsaußen Uffe Bech, der nicht lange fackelte und unhaltbar für Jesper Rask flach ins linke Toreck abschloss. Ich konnte es nicht glauben und tobte förmlich vor Wut ob der Einfachheit dieses Gegentreffers, doch Nordsjælland hatte gerade erst Blut geleckt und drängte eine gute Viertelstunde vor dem Ende auf das vermutlich vorentscheidende 2:0. Ein Distanzschuss von Marcondes landete knapp neben dem Pfosten (73'), kurz danach hielt Rask gegen Bech überragend (77') und konnte auch den Kopfball von Maxsø nach der folgenden Ecke glänzend entschärfen (78'). Wir dagegen waren offensiv abgemeldet und brachten nichts mehr auf die Reihe, die Spieler schienen sich schon mit der Niederlage abgefunden zu haben. Doch in der Schlussphase machte uns Gästetorwart David Jensen ein Geschenk: Der Keeper spielte einen Abstoß flach in Richtung seines Rechtsverteidigers Örn Arnson, doch der Ball geriet viel zu kurz. Hvilsom spritzte dazwischen, legte das Leder flach nach innen und Alexander Sörloth staubte trocken zum glücklichen Ausgleichstreffer ab. Dabei blieb es am Ende dann auch, doch so wirklich Freude wollte nicht aufkommen: In ein Paar Tagen ging es nach Lille und dort würden wir mit so einer Leistung wohl aus dem Stadion geschossen werden.
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Nordsjælland-Keeper Jensen schenkte uns einen Punkt
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Quellen: Jónsson, Jensen
Hat der Sklaventreiber Mitleid mit seinen Lustknaben und lässt die auch mal ran, heftig.
Dann braucht es einen Flaschenöffner für die Flaschen, aber am Ende das 4:0 war zu hoch. Dass Flaschen besser sein können als andere Flaschen, Respekt!
Sörloth überzeugt und steigt zu einer Glasflasche auf, vielleicht wird er ja noch zur Pfandflasche. Dafür bleibt wenigstens "Der naussprechliche" unten,s ehr gut für die Reporter. Dass du Worte wie Amüsement benutzt entzückt mich und sorgt für Frühling in meiner Seele. Wusste gar nicht, dass Dänemark auch einen Ostteil hat - lel.
Der uffe Bech, der eigentlich schon bei Hannover sein sollte, knallt dir also so ein Ding rein - Uff.
Dass du dann die Seiten wechseln musst und deinen Stürmer den Ausgleich schießen lässt finde ich schwach, aber naja.
All hail King Sigurdurgurr burr burr!
Stilistisch und sprachlich wirklich sehr gelungen. Jedoch verwendest du wieder leider etwas viele "Bandwurmsätze".
Aber wieder super spannend als auch detailliert geschrieben :D
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Wenn du an deinen MS-Teilen nur genau so lange schreiben würdest, wie an deinem Feedback... :P:sarcastic:
Trotzdem Danke :yes:
Aber wtf was ist an Böðvarsson "unaussprechlich"? :D Wird "Böthwarsson" ausgesprochen, mit weichem "th" (wie in 'this'). Nicht sooo schwer :P
Jaaa... Hab da immer so Probleme, das richtige "Mittelmaß" zu finden :D
@All: Schade, dass es "nur" zwei Stimmen diesmal gab... Naja, jedenfalls kommt das nächste Kapitel heute Abend, hoffentlich schaff ichs noch so gegen 18:00. Ansonsten gegen 20/21:00 :yes:
Ein eher glückliches Remis zu Hause gegen Nordsjaelland war unser Begleiter bei unserer dritten Reise ins internationle Gebiet diese Saison – und dann ging es für uns auch noch ausgerechnet gegen den LOSC Lille aus Frankreich, den Gruppenkopf unserer Gruppe B. Die mit Nationalspielern und ehemaligen Nationalspielern wie Nolan Roux, Sébastien Corchia oder Vincent Eneyama gespickte französische Mannschaft war natürlich klarer Favorit gegen uns und als solcher traten sie auch auf. Im zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftigen 4-4-2-Rautensystem übernahmen die Hausherren aus dem äußersten Nordosten Frankreichs von Beginn an die Kontrolle über das Spiel und ließ den Ball gut laufen, auch erste Torchancen ließen nicht lange auf sich warten: Nolan Roux kam nach Doppelpass mit Djibril Sibide im Strafraum zum Abschluss und zielte auf die lange Ecke, doch Keeper Jeser Rask war zur Stelle. Kurz danach kam Eric Bauthéac nach Zuspiel von Marvin Martin zu frei zum Abschluss, doch Rask war abermals da und lenkte den Ball über die Querlatte. So ging es das ganze Spiel über und auch nach der Halbzeitpause weiter, Lille zog uns spielerisch den Zahn und kreirte Chancen am Fließband, wir kamen nur äußerst selten selber mal nach Kontern zu Abschlüssen. Der erste davon war dann aber direkt sehr gefährlich: Hvilsom legte zurück auf Hoelgebaum Pereira, der den Ball aus der zweiten Reihe auf die Latte lupfte. Dennoch war es fast ausschließlich unserem Keeper Rask zu verdanken, dass wir bis in die Schlussphase hinein eine reele Chance auf einen Punktgewinn im Stade Pierre-Mauroy hatten, doch auch das erledigte sich dann noch: Nach Doppelpass mit Bauthéac kam Nolan Roux an den Ball, ließ Andreas Christensen aussteigen und zirkelte den Ball von der Strafraumkante aus unhaltbar halbhoch in die lange Ecke. Wir machten in den letzten Minuten so nochmal mehr auf und ich stellte mit dem eingewechselten Anders Jacobsen als zweitem Stürmer auf ein 4-4-2 um, doch die Antwort darauf kam postwendend: Sébastien Corchia setzte sich rechts gegen zwei Gegenspieler durch und flankte den Ball nach innen, wo erneut Nolan Roux den Fuß hinhalten konnte und mühelos seinen zweiten Treffer an diesem Abend erzielte. Doch immerhin ein Ehrentreffer gelang uns noch: Ein hoher Steilpass von Andreas Hoelgebaum Pereira hebelte die Abseitsfalle der Gastgeber aus, Jón Daði Böðvarsson profitierte davon und hatte dann im 1-gegen-1 mit dem Nigerianischen Nationaltorwart Vincent Eneyama keine Mühe, das 1:2 zu erzielen. Dennoch waren wir nach diesem Spiel vorerst Gruppenletzter, denn Paços de Ferreira und die Young Boys Bern hatten sich in der Schweiz mit einem torlosen Remis getrennt.
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Nolan Roux' Lille zeigte uns heute unsere Grenzen auf
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Keine drei Tage später ging es auch in der Liga weiter: Diesmal waren wir zu Gast im Südosten Dänemarks beim FC Vestsjælland, wo wir trotz unserer kleinen Formkrise natürlich der Favorit waren. Doch anstelle eines guten Beginns in die Partie erwischten wir diesmal einen echten Horrorstart: Nymann spielte den Ball beim Anstoß nach hinten auf Kristiansen. Der hielt den Ball einige Sekunden am Fuß, ließ den attackierenden Böðvarsson aussteigen und schickte dann den in die Spitze gestoßenen Nymann steil. Der Rechtsaußen nahm den Ball gut mit und bediente den an der Abseitskante lauernden Apostolos Vellios, der sich gut gegen Justesen durchsetzte und nach nichtmal einer Minute zur Führung für die Gastgeber einschob – ohne, dass wir überhaupt einmal den Ball berührt hätten. Ich saß fassungslos auf der Bank, neben mir vergrub mein Co-Trainer Lars Justesen den Kopf in den Händen – das hatte ja so richtig toll angefangen. Doch es wurde noch schlimmer, denn in der siebten Minute war es wieder Vellios, der seinem Bewacher Justesen entwischte und den Ball bekam. Der Grieche legte den Ball einmal quer auf Dennis Sørensen und der schob den Ball mühelos ins vom herauskommenden Rask verlassene Tor. Das konnte doch nicht wahr sein, dachte ich bei mir und musste mit ansehen, wie meine Mannschaft auch den letzten Rest Selbstvertrauen zu verlieren schien. Ich atmete einmal tief durch und stand auf – da musste ich als Trainer jetzt durch. Ich wies meinen Kapitän Thygesen an, den Ball ruhig in der eigenen Hälfte rumzuschieben, um in der Zwischenzeit mit jedem meiner Spieler reden zu können und der Plan ging auf. Die Spieler schienen zumindest ein bisschen Selbstvertrauen zurückzugewinnen und auch wenn ich spielerisch eigentlich hätte Wechseln müssen, ersparte ich mir das dann dennoch – mit Erfolg. Wir fanden besser ins Spiel und ließen defensiv nichts mehr zu, offensiv setzten wir erste Akzente und konnten uns noch vor dem Halbzeitpfiff belohnen: Mads Hvilsom trat einen Flankenball scharf nach innen, wo Jón Böðvarsson hineingrätschte und den Schlussmann der Gastgeber mit einem Flachschuss aus kürzester Distanz überwand. In der Halbzeitpause nahm ich dann noch ein wenig Feinjustierung vor und wechselte zudem: Anders Jacobsen kam für Matthias Bersang, womit ich wieder auf ein 4-4-2-System umstellte. Auch dieser Wechsel schien zu fruchten, denn Vestsjaelland kam mit dem Systemwechsel nicht im geringsten zurecht und wir kamen weiter zu Chancen. Erst traf Hvilsom nach sehenswerter Kombination den Pfosten, dann konnte Vestsjælland-Keeper Mikkelsen gegen einen Distanzhammer von Thygesen überragend parieren. Aber nach gut einer Stunde war der Bann dann endlich gebrochen: Der ebenfalls eingewechselte Danny Amankwaa flankte von der rechten Außenbahn nach innen, wo sich Anders Jacobsen robust gegen Østli durchsetzte und den Ball wuchtig in die Maschen köpfte. Wir waren wieder komplett im Spiel, doch das Führungstor wollte einfach nicht fallen und dann geschah das denkbar übelste für unsere Angriffsbemühungen: Andreas Hoelgebaum Pereira wurde von Randrup brutal umgetreten und während ich noch mit dem vierten Offiziellen diskutierte, sah der Übeltäter nur Gelb und Pereira musste den Platz verletzungsbedingt verlassen, für ihn kam Ruben Jessen ins zentral offensive Mittelfeld. Aber dann kam es für uns noch besser, 'Murphys Law' traf selten genauer zu: „Alles was passieren kann, wird auch passieren“ oder pessimistischer ausgedrückt: „Wenn ******* passiert, dann so richtig“. Denn in der 81' Minute wurde Apostolos Vellios von seinem Linksaußen Christensen geschickt, ließ Egholm aussteigen und setzte den Ball frech in die kurze Ecke – 3:2 für Vestsjælland, der Knock-Out für uns in diesem Spiel und die zweite Niederlage am Stück.
Nach der unnötigen und teilweise eigentlich auch unglücklichen Niederlage gegen Vestsjælland hatten wir eine Woche Zeit gehabt, um „die Köpfe frei zu bekommen“, wie es TV-Experten gerne ausdrückten. Doch vielleicht war ein bisschen Abstand wirklich ganz gut, weswegen ich mich auch diese Woche wieder einmal zu einem „Date“ mit Amanda durchringen konnte – gegen den Aufsteiger Aarhus GF war heute dennoch volle Konzentration gefragt, um den leichten Abwärtstrend der letzten Spiele wieder aufzufangen und einen Sieg einzufahren. Dabei mussten wir jedoch auf unseren Takt- und Ideengeber aus dem offensiven Mittelfeld, Andreas Hoelgebaum Pereira, verzichten, der mit einer Sprunggelenksverletzung bis auf weiters Ausfallen würde – prognostizierte Dauer in etwa ein Monat. Wir waren natürlich trotz dieser Verletzung und unserer aktuellen kleinen Formkrise der klare Favorit gegen die Gastgeber, die als Aufsteiger mit vier Punkten aus den ersten drei Spielen auf dem letzten Tabellenplatz standen – und damit die Prognosen der TV-Experten erfüllten, den eigenen Ansprüchen aber natürlich hinterherhinkten. Das Spiel begann und es ging von Beginn an nur in eine Richtung: Wir drängten Aarhus mit aller Macht in die eigene Hälfte, ließen den Ball gut laufen und schon früh fiel beinahe die Führung: Böðvarsson bekam den Ball von Jessen, ließ Björdal aussteigen und schlenzte aufs Tor, doch Rasmussen im Kasten von Aarhus war zur Stelle und entschärfte die Situation. Die nächst gefährliche Szene folgte auf dem Fuße: Hvilsom bediente Jessen, der aus der zweiten Reihe draufzog, doch erneut war Rasmussen wach und konnte parieren. Im Gegenzug konterte Aarhus uns dann in Manier eines Kreisligisten aus. Akharraz kam mit Tempo über den linken Flügel und bediente in der Mitte Shkirtladze, der den Ball direkt nahm und den herauseilenenden Jesper Rask mit einem Heber düpierte. Damit hatte der Gastgeber das Spiel komplett auf den Kopf gedreht und aus 38% Ballbesitz und einem Torschuss die Führung erzielt – es lief wirklich nicht besonders gut aktuell. Doch auch wenn mein Co-Trainer das Spiel nach 24 Minuten bereits abschrieb und mit einem resignierten „Das wars dann wohl.“ unsere Niederlage bereits abhakte, ließen die Spieler keine Sekunde die Köpfe hängen und hielten weiter dagegen. Einmal traf Hvilsom nur den blockierenden Kirkeskov (31'), kurz danach konnte sich Rasmussen erst gegen Böðvarsson (34') und dann gegen Amankwaa (40') auszeichnen. Auch nach dem Kabinengang blieben wir stärker, ich brachte mit Sörloth einen zweiten Stürmer und gab uns so zusätzlich die Möglichkeit, mehr auf hohe Bälle zu setzen – doch auch hier ohne Zählbaren Erfolg. Dafür kam in der Schlussminute noch ein tödlicher Konter der Gastgeber: Aabech bekam den Ball aus der Abwehr und schickte Shkirtladze auf die Reise, der Georgier nahm den Pass mit, ließ Rask aussteigen und schob den Ball zum 2:0 in die Maschen. Damit war unsere Niederlage in Aarhus besiegelt und aus unserer kleinen Formkrise hatte sich eine handfeste Ergebniskrise entwickelt – und vor dem zweiten Europaleague-Spieltag gab es einiges zu arbeiten für mich und auch für die Mannschaft.
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Der Georgier Shkirtladze netzte gegen uns doppelt
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Quellen: Roux, Shkirtladze
Uhh, Krise in Hobro. :D
Gegen Lille zu verlieren ist sicherlich keine Schande, noch dazu auf diese Weise. Die beiden Niederlagen in der Liga kamen dann deutlich überraschender, vor allem die gegen Aufsteiger Aarhus.
Ich fände es aber doch arg langweilig, wenn Sigurdur allein wegen den Ergebnissen gehen müsste. Mal sehen, ob du dich wieder fangen kannst und das ganze nur ein Zwischentief ist. Ich gehe stark davon aus. :yes:
Also erstmal zum Schreibstil:
Wieder sehr gelungen. Die langen Bandwurmsätze sind auch verschwunden *Daumen hoch*
Die Story an sich ist auch gut, jedoch zweimal eine Niederlage, oh mann ..
Jetzt die Kritik ;
Kre-ie-ren.
3.Pers.pl. : Er kreiert
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Und inhaltlich wäre meine Kritik bzw mein Tipp, den Konflikt zwischen Amanda und Sigurđurs Einstellung zu ihrer Beziehung
(Damit meine ich die SEX-Beziehung) ein bisschen weiter auszubauen, grade eben in diesem Teil. Das würde deiner Story mehr Tiefe geben, wenn du die Grenze zwischen Karriere und Privat verwischen würdest.
So genug gemeckert, denn spannend war es allerdings :)
Freue mich auf den nächsten Teil.
Gesendet von meinem C6903 mit Tapatalk
Wegen WhatsApp: MAUL!
So, zum Bericht:
In deiner Aufzählung gegen Lille fehlten noch die Bald-Nationalspieler, Möchtegern-Nationalspieler, Nicht-Nationalspieler und die Niemals-Nationalspieler
Aber das ist nur ein kleienr Schönheitsfehler
Andreas Hoelgebaum Pereira - Ist eine Mischung aus Skandinavier und Südamerikaner. Wer hat sich bitte diesen namen ausgedacht?
Gute Ausgangslage würde ich sagen wenn es das Hinspiel wäre, aber obwohl es das ist, ist das unbedeutend für das Rückspiel - Verstehste?
Jetzt schon Gruppenletzter, glaube da wackelt ein Stuhl
Apostolos Vellios - Der nächste Halbgott nur leider nicht bei dir
Ist der Dennis Sörensen eigentlich DER Dennis Sörensen von DEM FC Energie Cottbus?
Glaube Velliosaelland hat dich mal so richtig grün und blau gehauen, krass. Solltest den eigentlich direkt verpflichten, Liga kaputt kaufen usw
kennst das ja
Beim dritten Spiele schreibe ich einfach nichts, denn jedes weitere Wort dazu ist unnöt...
Geschrieben finde ich es allerdings wieder sehr gut, könntest vllt etwas mehr zu den Spielen schreiben
insgesamt aber top
Da ich ja WWE wieder schaue, versuche ich imemr so ein Skript bei dir zu erkennen.
Glaube mittlerweile, dass Amanda sogar der Grund sein kann, weshalb du am Ende deinen Arbeitsplatz wechselt
Was postest du denn auch so schnell, da kommt man ja mit Lesen kaum nach. :)
Shkirtladze, die haben teilweise schon echt komische Namen. In der EL konntest du mit Lille ja noch ganz gut mithalten, die Hashtagformation war also für dich komisch. Doch in der Liga nun sogar eine Pleite gegen den Aufsteiger, stell doch mal Amanda vorne hinein, die kann bestimmt was zwischen die Latten knallen (und das war jetzt gar nicht zweideutig gemeint). Immerhin spielt Sörloth derzeit echt gut, er und Pereira können dir noch viel Freude bereiten, sollte es Sigurður nicht schon bald wegziehen aus Hobro.
Shkirtladze kenne ich irgendwoher, kann sein, dass ich den vor ein paar Jahren in FIFA mal als Goalgetter verpflichtet hatte :D Bin wie Richard gespannt wie lange es dich noch in Hobro hält, da man in der EL ja auch ziemlich schnell auf sich aufmerksam machen kann :D Aber ob sich irgendein anderer Verein so einen außergewöhnlichen Charakterkopf antun will :sarcastic:
Sehr produktiv du bist. ;)
Ja, was ist denn da los? Das letzte Update war ja mal eher mau von den Ergebnissen...vorsichtig gesagt.
Zum Einstieg gegen Lille war zu erwarten, Roux ist sowieso so ein Biest, hat bei mir viele Jahre in der Bundesliga gespielt und immer gegen mich getroffen. :keule: Aber wie gesagt, dass ist noch das, was man am ehesten verkraften kann.
Die anderen Niederlagen sind ziemlich bitter, vor allem, weil dein Team auf einmal vieles vermissen lässt. 0:2 nach sieben Minuten, im nächsten Spiel zweimal ausgekontert...das sah schon mal wesentlich besser aus. :( Vor allem, weil deine Gegner ja auch keinen Champagner Fussball geboten haben. So wirds auch in der EL eng... :(
Du feierst meine Krise nicht ab? :shok:
Ganz so langweilig solls wirklich nicht werden :D
Sportlich gehts hfftl. bald wieder bergauf... :(
Uhh... ein Grammatikfehler :Ironie::P
Aber zu Amanda kommt gleich was ;)
Wegen WhatsApp: :cray:
Andreas Pereira heißt eigentlich Andreas Hugo Hoelgebaum Pereira und ist halb Belgier, halb Brasilianer. Und hat definitiv den geilsten Namen in meinem Kader :sarcastic:
Joa, ist der Sørensen :yes:
Muss bis zum Vereinswechsel bzw. bis zum ersten Teil im neuen Verein bei Still no Name, Bitches noch 13 Kapite on bringen, will das bis zum Monatsende machen. Werde wsl. nur nach den Privaten Teilen einen Tag "pause" bis zum nächsten Post lassen ;)
Nein, gaaarnicht zweideutig :sarcastic:
Andreas Pereira ist durchaus auch ein Kandidat für Fifa 16, aber wird da wohl schwer zu finanzieren... Ansonsten hab ich noch Mads Hvilsom, Danny Amankwaa und Jacob Tjørmelund auf der Liste, mal schauen dann. Wobei Hvilsom ja mittlerweile in die 2. BL zum BTSV (:ireful:) gewechselt is... :D
Sörloth is ja eh nur ausgeliehen von Rosenborg ;)
Woher sollte man den kennen? Ich kann den nichtmal aussprechen :sarcastic:
Der neue Verein wird schon einer sein, der nicht direkt für Seriösität steht (Nein, nicht der HSV... oder doch? :pardon:). Von seinem Charakter merkt man ja nur, dass er sich oft mit den Schiris anlegt - und das tun andere (Pep, Klopp...) ja auch ;)
Achja: Willkommen in meiner Story, ist ja dein erstes Feedback hier :drinks:
Falls du nich alles durchlesen willst, würde ich dir die Charakterbeschreibungen auf der Startseite empfehlen ;) #Eigenwerbung
Erstmal: Sorry, auch dich heiße ich hier willkommen. Dachte du hättest zu Anfang schonmal gefeedbackt :D :drinks:
Ja, sah ziemlich blöd aus. Da rege ich mich vor der Konsole auch immer auf, 12:2 Schüsse und 0:2 Tore gefühlt :dash1:
@All: Neues Kapitel kommt gleich on :yes:
Zwischen mir und Amanda lief es zuletzt entgegen Niels' Prognose ziemlich gut. Wir trafen uns fast jede Woche, meist sogar mehrfach, und ich würde es definitiv nicht als Beziehung bezeichnen, aber es war eine lockere Angelegenheit mit hohem Spaßfaktor für uns beide. So auch an diesem Dienstag Nachmittag: Es war Amandas freier Tag, die Spieler hatten nur einmal am Vormittag Training gehabt und ich lag so ohne irgendwelche Pflichten für den Tag bei Amanda auf der Couch.
„Hey du.“ sagte sie, als sie – später als üblich – vom Yoga wiederkam. „Ich war noch kurz beim Bäcker.“ beantwortete sie meinen fragenden Blick und hielt quasi als Beweis dafür eine Brötchentüte hoch. Ich nickte nur stumm, während sie ihre Sporttasche in den Flur stellte, die Brötchen in die Küche brachte und sich dann zu mir aufs Sofa setzte. Eine Weile schwiegen wir uns an, ehe sie das Wort ergriff.
„Wir müssen reden.“
„Ach ja? Man kann so schöne Dinge mit dem Mund machen, warum Zeit mit reden verschwenden?“ fragte ich und legte meinen Arm um ihre Hüfte.
„Sigurður, nicht jetzt. Ich meine es ernst.“ sagte sie energisch und zog meine Hand weg.
„Ok, was willst du?“ fragte ich genervt.
„Wenn du ein Angebot von einem Verein aus dem Ausland bekommen würdest, wo du viel mehr verdienen würdest, würdest du es doch sicher annehmen, oder?“ fragte sie dann unsicher.
„Ähm, ich nehme es an... Wenn der Verein auch sonst besser als Hobro ist, ich bessere Spieler hätte und mehr Chancen auf internationale Titel, sicherlich?“
„Und dich würde es doch sicherlich auch nicht stören, wenn du dann umziehen müsstest, oder?“ hakte Amanda nach.
„Ich... Ich denke nicht.“ antwortete ich – die Art und Weise, wie sich dieses Gespräch entwickelte, gefiel mir überhaupt nicht.
„Jetzt hör' auf drum herum zu reden, was ist los?“ fragte ich nach.
„Also...“ druckste Amanda herum.
„Waaas?“
„Ich ziehe nach Deutschland!“ presste sie über die Lippen.
„Was?“ fragte ich fassungslos.
„Ich habe ein Angebot von der HypoVereinsbank. Ich soll eine wichtige Position dort übernehmen, aber dafür muss ich nach Deutschland ziehen. Nach München, wo sie ihren Firmensitz haben. Und ich werde das Angebot annehmen.“
Ich sah sie fassungslos an. „Wie lange weißt du das schon?“ fragte ich schließlich.
„Das Angebot habe ich seit einer Woche. Und angenommen habe ich es gestern Abend.“
„Und mir hast du nichts gesagt, weil –“
„Weil es dich nichts anging. Ich wollte die Sache in Ruhe alleine entscheiden können, ohne dass du mir dazwischenkommst.“
Ich atmete durch – damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.
„Und wann fliegst du?“ fragte ich schließlich.
„Ich habe heute mit meinem Chef geredet, er lässt mich ziehen. Ich soll am Montag dort anfangen, sie stellen mir für die ersten Monate eine Wohnung zur Verfügung.“ redete sie sich heraus.
„Wann?“ hakte ich energisch nach.
„Mein Flieger geht heute Abend, 21:20.“ sagte sie und ließ den Kopf hängen. Ich sah sie an und konnte selbst kaum glauben, was ich hörte.
„Was?!“ fragte ich schließlich und rang um Fassung.
„Was denn?“ fragte Amanda unsicher. „Du hast es doch gestern selber gesagt – was wir haben, ist keine Beziehung und deswegen finde ich ist es mein Recht, das alleine zu entscheiden!“
„Darum geht es doch nicht!“
„Worum denn dann?“
„Es geht darum, dass du mir nicht vertraust! Und dass du das Angebot eine Woche lang geheim hältst!“
„Aber ich –“
„Weißt du was?!“ fuhr ich dazwischen. „Ich will es nicht hören. Viel Spaß in München!“ ich stand auf, innerlich tobte ich vor Wut.
„Sigurður, ich –“ Amanda war aufgesprungen und hielt meinen Arm fest.
„Komm' mir nicht mit Sigurður!“ schrie ich und riss mich los. Amanda rief mir noch irgendwas hinterher, doch mir war das mehr als egal. Im Flur sah ich dann durch die Angelehnte Tür zu ihrer Garderobe, dass sie sogar die Koffer schon gepackt hatte – viel schien sie nicht mitzunehmen.
Einige Stunden und viele Drinks und mit Sicherheit auch ein paar Oxycodon später fand ich mich in irgendeiner Edelbar in Hobro wieder. Ich saß am Tresen, meinen Gehstock neben mir an den Stuhl angelehnt, und nippte an meinem Glas Scotch – ich war so dicht, dass ich nichtmal die Marke zu schmecken vermochte. Ich wusste weder, wie lange ich schon da war – die Bar hatte praktischerweise auch keine vom Tresen einsehbaren Fenster, die irgendetwas über den Sonnenstand hätten verraten können, noch wusste ich, wie ich hierhergekommen war oder wo ich überhaupt war. Ich leerte mein Glas und sah mit leeren Augen zum Tresen hoch.
„Noch einen.“ brachte ich heraus und war selbst verwundert, wie sehr ich schon lallte.
„Noch einen?“ fragte der Barkeeper verwundert – es war ein kleiner und dicklich aussehender Mann, dessen teuer und fein gebügeltes Hemd nichtsdestotrotz Stil ausdrückten. Teuer gebügelt, was rede ich nur schon wieder... „Sie hatten schon sieben Gläser Glenmorangie, das ist nicht nur teuer, sondern auch nicht sehr gesund.“
„Noch einen!“ wiederholte ich und überschlug es im Kopf: 7 Gläser á 4cl machte mehr als viertel Liter Whiskey, und bei einem Getränk mit rund 55% Alkohol war das wirklich nicht zu verachten. Der Kellner sah mich mit prüfendem Blick an, ich stierte zurück.
„Nein, er nimmt einen Kaffee.“ unterbrach eine Stimme unser Blickduell. Ich vermutete den Urheber der Stimme irgendwo bei der Tür und versuchte eilig, dem Wortklang ein Gesicht zuzuordnen: Es war Niels, der jetzt näher kam und sich auf den Hocker neben mir setzte.
„Was soll das?“ fragte ich ihn wütend.
„Du hattest genug. Mehr als genug, und dass auch ohne die Oxy nebenbei!“
„Sag mal woher willst du wissen, dass ich genug hatte?“
„Weil sieben Gläser Whiskey für jeden zu viel sind, auch wenn er kein Suchtproblem hat.“
„Ich hab' kein Suchtproblem.“
„Natürlich. Und was ist das hier dann?“
„Therapie.“
„Therapie?“ fragte Niels, sichtlich aus dem Konzept gebracht.
„Therapie!“ sagte ich bestimmt und musterte mit kritischem Blick das Gesöff, dass der dicke Barmann unter 'Kaffee' zu verstehen schien.
„Ok, und was soll das bitte für eine Therapie sein?“ hakte Niels nach.
„Ganz einfach: Ich desinfiziere innere Verletzungen.“ sagte ich und nippte an dem Kaffee – er war nicht nur widerlich wässrig, sondern auch noch lauwarm. Ich verzog das Gesicht und Niels sah mich mit einer Mischung aus Verwunderung und vermutlich auch Abscheu an.
„Versuchen, Erinnerungen mit Alkohol zu löschen, kann nicht klappen. Alkohol konserviert.“ antwortete er dann. Ich sah ihn an und kniff die Augen zusammen.
„Was? Ich kann auch solchen Blödsinn absondern.“
„Darum geht es nicht.“
„Sondern?“
„Wenn ich die Augen zusammenkneife, siehst du aus wie eine hübschere Version meiner Putzfrau!“ sagte ich.
„Sehr witzig. Vielleicht sollten wir dir wirklich kein Koffein geben. Und was ist wirklich?“
„Ich hab' ein Paar Fragen. Warum bist du hier? Warum bin ich hier? Und vor allen Dingen – wo sind wir hier?“ fragte ich. Niels schien eine Weile nachzudenken, ehe er antwortete.
„Warum du hier bist weißt du. Ich bin hier, weil Amanda mich angerufen hat. Sie macht sich Sorgen um dich.“ Niels machte eine Pause, in der Hoffnung eine Reaktion meinerseits zu erwecken – vergebens.
„Und wo sind wir?“
„In einem Vorort von Hobro. Du bist fast 'ne halbe Stunde hierher gefahren, war gar nicht so leicht dich zu finden.“
„Aber was willst du hier?“
„Ich sagte doch, Amanda hat –“
„Schwachsinn.“ fuhr ich ihm dazwischen. „Ich erkenne es, wenn du lügst. Also?“
Niels knickte mental ein und lenkte ein. „Na gut. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht, zufrieden?“
„Naja. Ich wäre zufriedener, wenn du mich in Ruhe lassen würdest.“ sagte ich und drehte mich demonstrativ wieder der Theke zu.
„Nein, du wirst mit mir darüber reden, was passiert ist.“
„Werde ich das?“
„Ja, wirst du.“
„Und ich habe keine Wahl?“
„Nein.“ sagte Niels siegesgewiss.
„Doch, stimmt ja. Ich habe ja Beine!“ sagte ich und stand auf, doch nicht schnell genug: Niels schnappte mir meinen Stock vor der Nase weg und ich hatte Mühe, nicht umzukippen.
„Aber weit kommen wirst du so nicht.“
Ich stützte mich ab und setzte mich wieder auf den Barhocker. „Was willst du von mir?“
„Rede darüber. Mit mir, mit irgendwem!“ sagte Niels energisch.
„Ok, aber bitte nicht mit dir. Du bist schon so nervig genug.“ sagte ich und wechselte meine Strategie.
„Wirklich?“ fragte Niels, sichtlich überrascht.
„Hey, ich bin doch nicht blöd. Ich weiß, dass ich jemanden brauche, um zu reden.“
„Ich meine eine Psychologin, das weißt du schon, oder?“
„Klar.“
„Aber du meinst eine Nutte!“
„Klar.“ sagte ich und leerte den vor mir stehenden 'Kaffee' mit einem Zug.
Niels sah mich irritiert an. „Komm, wir fahren.“ sagte er schließlich. Ich nickte und kramte in meinen Hosentaschen nach Geld. Ich fand einen 50€-Schein und warf ihn auf den Tresen. „Stimmt so.“ sagte ich in Richtung des Baristas, der den Schein mit einem Lächeln nahm. Ich ignorierte Niels kritischen Blick und humpelte zur Tür. Draußen angekommen musste ich erst einmal eine Weile nach meinem Wagen suchen – ich konnte mich beim besten Willen nicht daran erinnern, wo er stand.
„Und was ist jetzt mit Amanda?“ fragte Niels vorsichtig.
„Nichts. Es ist vorbei, sie zieht nach München.“
„Ich bin versucht zu sagen, dass ich es dir ja gesagt habe – aber irgendwie tust du mir doch leid.“
„Ich will dein Mitleid nicht.“
„Versuch' doch einfach, die Sache positiv zu sehen.“
„Und wie bite soll das gehen?!“ fragte ich genervt und fuhr herum.
Niels stutzte kurz. „Von dem, was du erkennen und messen willst, mußt du Abschied nehmen, wenigstens auf eine Zeit. Erst wenn du die Stadt verlassen hast, siehst du, wie hoch sich ihre Türme über die Häuser erheben.“
„Was? Du zitierst Nietzsche?“
„Nietzsche war ein weiser Mann.“
„Nietzsche starb in einem Irrenhaus!“ merkte ich genervt an. „Weißt du was? Schei'ß auf das alles. Diese ganze Mann-Frau-Beziehung-Kiste. Das bringt doch alles nichts, niemandem. Guck' dir mich an, oder guck' dir dich an. Du bist verheiratet und hast sogar 'ne Tochter – und trotzdem hast du an einem Montagnachmittag nichts besseres zu tun, als die Bars der Stadt nach deinem Nachbarn abzusuchen. Wir bekommen die Welt, die wir verdienen. Und da ist für diese Mann-Frau-Sache einfach kein Platz.“ sagte ich. Mittlerweile hatte ich meinen Wagen gefunden und wuchtete mich auf den Fahrersitz. Niels sah mich entgeistert und etwas verwirrt an, scheinbar dachte er noch über meine Worte nach.
„Du kannst so nicht fahren!“ rief er schließlich.
„Na klar kann ich das. Und wenn nicht, suchst du eben morgen die Krankenhäuser um Hobro ab.“ sagte ich und schloss die Tür. „Dann musst du dir wenigstens nicht eingestehen, dass die Liebe für den Arsc'h ist!“ rief ich und ließ den Motor aufheulen.
Quellen: Koffer, Bar
So intensiv Sigurður in eine Richtung ist, so intensiv auch in die andere. Einerseits eiskalt, total abgeklärt und dann so ein Absturz. Da hat man schön gesehen, wie kräftezehrend die Eiskalt-Masche doch ist.
Ich habe endlich die letzten 3-4 Teile aufholen können, da war Amanda ja nicht gerade unwichtig :D Mich würde es nicht wundern, wenn sich die Wege der beiden recht bald kreuzen würden :P Sportlich schlitterst Du hingegen auch in eine Krise, nachdem aber überraschenderweise die EL Gruppenphase erreicht hast. Dazu ist die Losfee noch ganz nett zu Dir gewesen!
Amanda zieht also nach München... ich tippe auf ein Indiz für das nächste Land, in dem Sigurður arbeiten könnte :P
Da war wohl doch einer verliebt und nicht nur auf die schnelle Nummer aus! Gefällt mir auch wieder der Teil.
Ich hoffe nicht das es Sigurður nach München zieht, denn Bayern wäre sicher noch eine Nummer zu Groß und bei den 59+1ern will ich ihn nicht sehen:ireful:
Pfui, München...wer zieht da schon freiwillig hin? :bad:
Ich muss sagen, mir gefällt der Säufer-Sigurdur. Macht ihn irgendwie sympathischer als sonst. :D
Mal sehen, was nun folgt. Fährt Sigurdur besoffen in ein Mehrfamilienhaus, bringt dabei fünf Kinder um und landet im Knast? Wer weiß... :sarcastic:
BOOOOOOM
Hab's dir gesagt
Amanda wird der grund sein, jetzt geht dein Leben in die Brüche und du verlässt Hobro, gehst in den tiefsten Dschungel und trainierst eine Ureinwohner-Auswahl im Kokosball
"Komm mir nicht mit Sigurdur" (komische Akzente selbst einfügen - Womit dann? Guðmundur? Jökull? Erðapfel?
Der Barkeeper der für dich Mami spielt ist auch noch schwerhörig. Was versteht man nicht an "noch einen" (Zeile 60)
Amanda, Sigurdur, Barkeeper und nun auch noch Niels... du weißt dass es jetzt kompliziert wird das alles richtig zuzuordnen wenn man was getrunken hat
kurzer ernsthafter Einwurf:
?Zitat:
„Weil sieben Gläser Whiskey für jeden zu viel sind, auch wenn er kein Suchtproblem hat.“
„Ich hab' kein Suchtproblem.“
„Natürlich. Und was ist das hier dann?“
Niels scheint auch noch schwerhörig zu sein... meine güte was los in diesem land
dazu klugscheißt er mit seiner 2 in Chemie... und Alkohol brennt... damit was zu löschen ist echt dämlich
"Hast du Schokolade mit Schlachsahne zum Frühstück?"
Am Ende wird mir das zu viel Deutsch-Literatur-Unterricht, da war ich nicht ganz so gut
Wenn es um den 2. Weltkrieg gehen würde gerne, aber so...
Als nächstes kommt bestimmt der Teil in dem du sie gerade noch am Flughafen beim Check-In aufhältst und es ein Happy-End gibt
Oder du begehst beim Spiel ein Massaker, wirst gefeuert, abgeschoben und flüchtest wie gesagt in den Dschungel
sorry für den Zwischenfall mit der Schlachsahne, hab im Hintergrund Scrubs-Videos am Laufen und fand das erwähnenswert
achja: Der text wieder einwandfrei, bis auf das Zitat
Also ich finde du hast einen super spannenden Teil abgeliefert :) und Sigurđur wieder einmal mehr Tiefe durch seine persönlichen Probleme verliehen und mit seinem Verhalten gezeigt, dass er wirklich verliebt in Amanda ist. Amanda steht jetzt allerdings deutlich als Miststück da.
Denn ihr Interesse an Sigurđur ist offensichtlich nicht echt.
Sonst hätte sie ihm ja vorher eine Chance gegeben ihn umzustimmen. Gepackte Koffer ubd die Zusage ohne Rücksprache sind nun wirklich eindeutig.
Ich finde Sigurđur sollte das langsam erkennen und eine Bessere finden die ihn Glücklich macht.
Und Amanda gehört in den Wind geschossen .
Bei dem Bar -Teil mit Niels wird deine Dr. House Affinität wieder deutlich :D
Das mit dem Stock entwenden hat doch glaube ich Wilson House schon angetan :)))
Und die Antwort das eine Nutte die Lösung ist könnte auch aus deiner House Nähe, oder momentan eher Charlie Harper Nähe stammen ;) Du wurdest durchschaut mein Lieber [emoji14] [emoji14]
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Kompliment....du gibst deinem Isländer eine menschliche komponente ;)....bin mir nun fast sicher wie das ganze zu ende gehen wird in hobro.....ich schreibe es dir als pn um hier nicht einen Spoiler Alarm auszulösen.....nochmals hut ab....war mitunter einer deiner besten teile :good:
Der Sigurður ... so menschlich...
Bin ich nicht gewohnt :D
Die Amanda fehlt ihm, vielleicht kannst du da ja was ändern...
Sigurður hat seine menschliche Seite entdeckt, die man bisher nur vom Ausflug nach Island kannte. Irgendwie erinnert er mit in dem Teil an Charlie Harper, als ihn Chelsea verlässt, aber mit der Visage von House im Gedanken, was wohl hauptsächlich am Gehstock liegt. Jetzt weiß ich auch, warum man denken mag, dass er 40 oder so ist, er verhält sich so.
Das ist allerdings wahr, da gäbe es interessantere Städte, Islamabad, Bagdad, Homs. Hoffe aber, dass da vielleicht noch was kommt, Amanda wird versetzt, am besten nach Spanien und Sigurður relaxt dann gemütlich am Strand nach den Trainings auf Teneriffa. :)
Ist man ja in unserer chauvinistischen Gesellschaft gar nicht gewöhnt, dass der Mann die Gefühlstour schiebt.^^
Wenns dem "armen" Sigurdur nur ums v***** gehen würde, würde er ja nicht so abgehen. ;)
Auf jeden Fall schön die Klischeekiste abgekaspert, mit Türe schlagen, saufen, Freund kommt vorbei und dann noch ab ins Auto.
Tippe auf Zerstörung der Karosse, Flucht aus Hobro, unehrenhafte Entlassung und dann ab nach Germany, dem Schoß der Freundin hinterher...oder doch ihrem Herz? Es bleibt spannend.^^
Ziemlich intensiv, was du uns so neben dem Platz bietest. :good:
Warum schreibst du bitte in Lila? :sarcastic:
Schwuuuul sein ist schön! :yahoo:
Gerüchte werde ich nicht kommentieren ;):P
Deutschland bzw. Bayern wäre ja groß, gäbe ja mehr Auswahl. Falls da was dran ist ;)
JA FABI AUCH NÜRNBERG LIEGT IN BAYERN :sarcastic:
Na Leute, die da viel Kohle scheffeln wollen :pardon:
Dir ist mal Sigurður sympathisch? Die Story hat keinen Sinn mehr :ireful:
ALT + 208 auf dem Nummernpad, ist nicht sooo schwer :ireful:
Junge, wie Panne bist du eigentlich? Niels sagt, dass diese Menge Alkohol für jeden schlecht wäre. Durch den Beiatz "Selbst, wenn man kein Suchtproblem hat" deutet er an, dass der Betroffene (Sigurður) in diesem Fall noch erschwerend keinen Alkohol trinken sollte
Buhuuuhuuu :cray:
Vielleicht hat Sigurður auch einfach ein leichtes Emotionsproblem? ;)
Danke für das Lob :yes:
Hab dir auf die PN ja geantwortet, werde die Idee aber ebenfalls nicht kommentieren :P
Vielleicht... ;)
Die Folgen mit Chelsea hab ich nie wirklich geguckt, konnte die von Beginn an nicht leiden :sarcastic:
Welche Stadt es werden wird, werdet (Alliterationen FTW!) ihr ja bald erfahren :P
Na so n bisschen innovativ muss ich ja auch sein :Ironie:
Ja, das neben dem Platz macht auch mehr Spaß zu schreiben und auszudenken :D
@ALL: Neues Kapitel kommt nach der 2. BL. Oder nach dem ersten Spiel. Oder erst nach dem Spätspiel, aber hoffe möglichst Zeitnah :ireful::D
Die „Trennung“ von Amanda hatte mich tatsächlich ein wenig mehr aus der Bahn geworfen als erwartet, doch ein paar Oxycodon und noch einige andere Dinge mehr brachten mich über Nacht wieder in die Spur und schon am nächsten Morgen war ich wieder ziemlich fit und bei alter Frische – was auch bitter nötig war, denn mit den portugiesischen Gästen von Paços de Ferreira hatten wir schon am Donnerstag wieder einen sehr schweren Gegner vor der Brust. Amanda hatte noch ein paar Mal angerufen und auch per Mail Kontakt gesucht, doch ich reagierte darauf nichtmehr.
Das Spiel kam und wir waren als Verein in der Krise natürlich der Außenseiter – eine erfrischende Abwechslung, nachdem wir mit der Favoritenrolle in den letzten beiden Spielen ja grandios auf die Schnauze flogen. Diesmal durften sich also die Gäste aus dem Norden Portugals mit dieser Bürde herumschleppen – und uns kam das sehr entgegen. Ohne den nach wie vor verletzten Andreas Hoelgebaum Pereira fehlte uns vorne der Spieler für die „besonderen Momente“, eine Rolle, mit der seine Aushilfe Ruben Jessen heillos überfordert war. Doch Dank der Außenseiterrolle konnten wir heute wieder mehr auf Konter setzen, gingen damit jedoch auch ein leichtes Risiko ein: Die Portugiesen übernahmen die Kontrolle über das Spiel und erspielten sich durch die Feldüberlegenheit auch rasch erste Chancen. Sérgio Oliveira war der größte Aktivposten der Portugiesen zu Spielbeginn und hatte auch bei der ersten torgefährlichen Szene die Füße im Spiel. Oliveira spielte den Ball steil auf den linken Flügel, wo Paolo Hurtado den Ball bekam. Der Peruaner zog mit Tempo vors Tor, Jesper Rask konnte den Schuss des Nationalspielers jedoch parieren. Kurz danach kam der Afrikaner Seri nach Doppelpass mit Sérgio Oliveira aus der zweiten Reihe zum Abschluss, weil erneut der Zugriff in der Mittelfeldzentrale fehlte. Diesmal konnte Rask sich nicht auszeichnen, doch zu unserem Glück schlug der Ball an die Latte und von dort aus ins Tornetz. Ehe wir das erste Mal wirklich torgefährlich wurden dauerte es etwas, doch nach gut zwanzig Minuten war es so weit: Mads Hvilsom steckte den Ball auf Danny Amankwaa durch, der Rechtsaußen zog aus der zweiten Reihe ab und zwang Gästetorwart Rafael Defendi zu einer Glanzparade. In dieser Manier wogte das Spiel die ganze erste Halbzeit über hin und her: Paços de Ferreira bestimmte das Spiel, wir kamen gelegentlich zu Kontern – und so wirklich Hundertprozentige Chancen waren nie dabei. Das änderte sich erst in der 43' Minute: Anders Jacobsen bekam den Ball von Damborg zugespielt und machte ihn an der Mittellinie fest. Der dänische Stürmer verzögerte etwas und hob den Ball dann butterweich in den rechten Halbraum in den Lauf von Danny Amankwaa. Der nahm ihn mit, nahm Fahrt auf und stand binnen Sekunden im Strafraum der Portugiesen. Der Ghanaischstämmige Däne ließ seinen Verfolger Hélder Lopes aussteigen und schlenzte den Ball überlegt in die Maschen – es war eine Halbzeitführung, deren Bedeutung für die Moral und Motivation der Spieler nicht kleiner hätte sein können.
Doch kaum kamen wir wieder aus der Kabine, strafte uns Paços de Ferreira für unseren Optimismus ab: Paolo Hurtado bediente den rechts durchstartenden Minhoca, der mit Vollgas auf unser Tor zugestürmt kam. Die Flanke des Portugiesen fand Diogo Jota, der den Ball Volley nahm und ihn unhaltbar unter die Latte nagelte. Ich stampfte wütend mit meinem Gehstock auf den Boden und hoffte nur, dass die Spieler den Ausgleich verkraften würden. Doch die Mannschaft ließ sich nicht abschrecken und schien die Europa League tatsächlich als Chance zu sehen, um wieder in die Spur zu kommen – doch das Tor wollte nicht fallen. Erst traf Mads Hvilsom aus der zweiten Reihe nur ans Aluminium, dann nickte Jón Daði Böðvarsson eine Flanke von Bøge an den Außenpfosten. Doch in der Schlussphase kam dann nochmal eine Systemumstellung auf ein offensiveres 4-1-4-1 mit dem eingewechselten Thygesen als zweitem Achter, und das machte sich doch noch bezahlt: Jónsson steckte den Ball mit viel Auge auf den rechts durchstartenden Jesper Bøge durch, der Außenverteidiger servierte den Ball halbhoch in den linken Rückraum und dort zog ebenjener eingewechselte Thygesen Volley ab und jagte den Ball in die Maschen – ein kleiner Schritt für uns in der Gruppe (von 4 auf 2), aber ein großer für die Moral.
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Mikkel Thygesen bejubelt sein Traumtor
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Wie üblich hatten wir nach dem Europapokalabend nur eine kurze Regenerationsphase und dieses Mal mit Aalborg BK noch dazu einen sehr schweren Gegner vor der Brust. Der einzige kleine Vorteil für uns war dieses Mal, dass wir immerhin erneut ein Heimspiel und damit keine lange Reise hatten.
Dennoch sah man den Spielern natürlich ein wenig die Erschöpfung an und dementsprechend musste ich auch am Kader etwas umstellen. Nutznießer davon war hauptsächlich ein junger Spieler: Der dänische Rechtsaußen Zander Hytloft rutschte aus der U19 für dieses eine Spiel in den Kader, nachdem er bereits mehrfach mit der ersten Mannschaft mittrainiert hatte. Die Jugendausbildung bei Hobro IK war logischerweise nicht die beste und dementsprechend hatte Hyltoft noch nie für eine dänische U-Nationalmannschaft gespielt, aber er war physisch für sein Alter schon recht weit und dementsprechend traute ich ihm zumindest ein paar Minuten dänischer Liga zu, falls das Spiel es zulassen würde. Und zunächst sah es auch ganz gut aus, Aalborg hatte zwar mehr Ballbesitz, aber die erste torgefährliche Szene hatten wir: Amankwaa bedienten Matthias Bersang auf rechts, der nahm den Ball einmal an und versuchte es aus der zweiten Reihe. Schlussmann Nicolai Larsen verschätzte sich etwas und hatte dann einige Mühe, den Ball noch aus dem Toreck zu kratzen. Ansonsten war die erste Hälfte aber fußballerische Magerkost, nur selten kamen spielerische Elemente durch. Doch kurz vor der Pause musste sich Jeseper Rask bei uns im Tor das erste Mal geschlagen geben: Rasmus Jönsson kam nach Doppelpass mit Nicklas Helenius im Sechzehner zum Abschluss und versenkte die Kugel mit dem ersten Torschuss der Partie im langen Eck. Aber wir steckten nicht auf und ich brachte zur Pause einen neuen – nicht Hytloft, für den ich den mentalen Druck, ein Spiel herumreißen zu müssen, als zu hoch ansah, sondern Mittelstürmer Jón Dáði Böðvarsson. Doch es brachte uns nicht viel, wir waren weiterhin nur nach den seltenen Kontern torgefährlich: Einmal traf ebenjener Böðvarsson den Ball nicht richtig und schob den Ball aus fünfzehn Metern etwa genauso weit über den Kasten, einmal schloss Amankwaa ab und schlenzte den Ball knapp am langen Pfosten vorbei. Dafür wurden wir dann in der Schlussphase nochmal bestraft: Helenius machte den Ball fest und legte für Nicolaj Thomsen zurück, der direkt abzog und den Ball unhaltbar in die lange Ecke nagelte. Es war die Entscheidung in diesem Spiel, der Sieg war Aalborg nichtmehr zu nehmen – und wir hatten den Moralschub nach dem internationalen Sieg grandios in den Sand gesetzt.
Gegen SönderjyskE wurde nach nunmehr drei Liganiederlagen in Folge dringend wieder ein Punkt benötigt, uns noch zusätzlichen Druck durch eine Siegforderung zu machen hielt ich für falsch. Durch die Europafreie Woche vor dem Spiel konnte ich wieder auf nahezu alle Spieler zurückgreifen, doch der im Training sehr überzeugende Hytloft stand dennoch erneut im Kader und verdrängte damit den etatmäßigen Bankspieler Matthias Bersang auf die Tribüne. Wir begannen erneut stark und hatten erneut die erste gute Offensivaktion: Anders Jacobsen flankte den Ball auf dein eingelaufenen Mads Hvilsom, der per Kopf Marin Skender zu einer Parade zwang. Der erste Angriff der Gäste ließ auf sich warten, doch dann wurde es gefährlich: Tommy Bechmann legte den Ball in den Lauf von Bo Storm, der aus der zweiten Reihe abzog und den Ball an den Außenpfosten setzte. Doch lange blieb uns das Glück nicht treu: Absalonsen kam nach Doppelpass mit Bo Storm im Sechzehner zum Abschluss und schob Jesper Rask den Ball durch die Hosenträger zum Führungstreffer für die Gäste. Der Treffer blieb lange Zeit die einzige Szene mit Nervenkitzelpotential, doch kurz nach dem Seitenwechsel rappelte es abermals bei uns im Tor: Absalonsen löffelte den Ball in den Lauf von Silas Songani, der Simbabwer kontrollierte den Ball mit einer Berührung und schob in dann überlegt in die kurze Ecke zum 0:2. Ich schlug wütend mit dem Stock gegen das Dach der Trainerbank und bedeutete ohne mich umzudrehen Alexander Sörloth, sich bereit zu machen. Der Norweger kam in die Partie und ich stellte auf ein 4-1-3-2-System um – noch eine Niederlage konnten wir uns nicht erlauben. Aber die Torgefahr fehlte uns nach wie vor, immer wieder kamen wir nur bis an die gegnerische Abwehrkette, wo uns dann die Ideen fehlten. Doch mit zunehmender Spieldauer wurden wir immer drängender und schließlich belohnten wir uns: Mikkel Thygesen bekam den Ball im Mittelfeld vom Gegenspieler, legte ihn sich einmal Weit vor und jagte den Ball aus der zweiten Reihe in die Maschen – absolutes Traumtor. Doch es schien nicht zum Ausgleich zu reichen und so war ich quasi dazu „gezwungen“, in der Schlussphase nochmal zu wechseln. Ich sah mich auf der Bank um: Böðvarsson und Jónsson waren schon gekommen, es saßen nur noch fünf „Möglichkeiten“ da: Torhüter Ankergren, die Verteidiger Egholm und Fischer und der defensive Mittelfeldspieler Damborg – und als einzige offensive Option der 16 Jahre junge Zander Hytloft. „Zander!“ rief ich dann und erntete ein paar verwunderte Blicke aus dem Trainerteam, die ich geflissentlich ignorierte. Der junge stand auf – aufgeregt wirkte er nur ein wenig, sehr gut. „Du kommst rein für Ruben. Versuch, einfach alles reinzuhauen!“ sagte ich zu ihm. Der Junge nickte nur stumm und zog sich in einem Tempo um, bei dem sich so ziemlich jede Frau eine Scheibe abschneiden konnte. Wie unbekannt er noch war, zeigte auch die Einwechslung: Der Stadionsprecher sprach den Namen falsch aus und sagte statt 'Hytloft' 'Hyltoft' an, ihm schien es egal zu sein. Noch vier Minuten waren zu spielen, irgendeine Chance brauchten wir noch – und dann kam sie: Der in die zentrale gerückte Mads Hvilsom bediente Hytloft auf Außen, der legte den Ball an Pierre Kanstrup vorbei – und wurde gefoult. Freistoßchance in der Nachspielzeit. Hvilsom servierte den Ball nach innen, doch er flog zu lange und zu weit. Aber am anderen Ende des Strafraums stand Eggert Jónsson und hob den Ball nochmals nach innen, wo Mads Justesen stand und den Ball per Kopf ins Tor drückte – unglaublich! Es dauerte nur Sekunden und der Kapitän war unter einer Spielertraube begraben, und damit war das Spiel dann auch beendet – und auch wenn es nur ein Punkt war, so war er vor dem Europaleague-Spiel gegen die Young Boys Bern Gold wert.
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Auch die zwei Scorerpunkte von Absalonsen reichten nicht zum Sieg
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Quellen: Thygesen, Absalonsen
Wieder super spannend geschrieben ;), man hält regelrecht den Atem an :) nur schade das nicht gleich mehr über Amanda kam :(
Gesendet von meinem C6903 mit Tapatalk
In der Liga läuft ja wirklich gar nichts mehr...endlich wird die Story mal realistisch. :sarcastic:
Dafür in der EL gewonnen, immerhin etwas. Jetzt gegen die Young Boys...denke mal du wirst hart rangenommen werden. Also fußballerisch. :D
Zumal auch Österreich und die Schweiz da nah dran sindZitat:
Gerüchte werde ich nicht kommentieren ;):P
und mach mich nicht so an du #alphakevin
Erst sagst du die Gruppe ist relativ einfach und jetzt ist Pacos ein sehr schwerer gegner
da stimmt doch was nicht :D
Immerhin kannst du am Ende gewinnen, Glückwunsch dazu :)
Danach aber eine Niederlage, etwas was man in Hobro eigentlich kaum noch kennt
dazu gegen Sönderyske ebenso kein Sieg... die Krise verschärft sich, ayayay
Musste 3x den namen hyltoft oder so lesen um zu checken dass da was falsch war :D
da du ja bestimmt mit was coolem rechnest, mir aber gerade nichts einfällt nehme ich Bezug auf das gerade geendete Spiel:
JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA #pizarro #PizzaTony
Der vorletzte Teil lässt erahnen wo es für den Isländer hingeht, bockstark geschrieben, :good:Amanda wird die Richtung vorgeben ?:D
In der Liga gegen Aalborg leider verloren, dafür ein hartes Remis gegen SönderjysKe erkämpft, nun also die Schweizer aus Bern, mal sehen was da geht.