Bundesliga - Von wegen "jeden Tag besser"...
Eurosport - So 22.Feb. 14:14:00 2009
Mancher spricht von einer Ergebnis-Krise - doch die Probleme des FC Bayern gehen weit über nackte Zahlen hinaus. Das 1:2 gegen Köln offenbarte: Aus den ehemals Schrecken verbreitenden Bayern ist eine erschreckend schwaches Team geworden. Namhafte Individualisten - aber ein gesichtloses Kollektiv.
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Drei Niederlagen in vier Rückrundenspielen stehen zu Buche. Und das "Sommerzeugnis", das Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am Ende der Saison seinem Coach aushändigen will, schwebt wie ein Damoklesschwert über "Klinsi"...
Jürgen Klinsmann ist mit dem Versprechen angetreten, die Spieler des deutschen Rekordmeisters jeden Tag ein Stückchen besser zu machen. Das Gegenteil scheint aber der Fall zu sein.
Tatsache ist: Der FCB im Februar 2009 besteht zu großen Teilen immer noch aus jenen Akteuren, die in der Vorsaison das Double geholt haben. Von einer Leistungssteigerung aber keine Spur...
Die Neuen im Kader der Münchner haben sich als Luftblasen entpuppt. Weltmeister
Massimo Oddo - außer gelegentlich ordentlichen Flanken eine Enttäuschung.
Tim Borowski kommt über die Rolle eines Ergänzungsspielers nicht hinaus. Und Leihgabe
Landon Donovan? Ein US-Kicker, der vielleicht den Ansprüchen der Major League Soccer genügt...
Selbst auf die etablierten Kräfte ist kein Verlass mehr.
Bastian Schweinsteiger scheint mit der Verlängerung seines Vertrages sein persönliches Saisonziel schon erreicht zu haben. Auch Ausnahmekönner
Franck Ribéry läuft derzeit seiner Form hinterher, die Leistung auf dem Platz von Kapitän Mark van Bommel entspricht seiner Taktik im Vertragspoker mit den Bayern-Bossen: Sich Zeit lassen und erst einmal nichts tun.
Und Klinsmann? Der Schwabe mit dem permanenten Lächeln auf den Lippen steht mehr unter Druck als jemals zuvor. Ergebnisse und Spielweise stimmen nicht, da fahren die Bayern-Bosse ihrem Chef-Übungsleiters schon einmal in die Parade.
"Klinsis" Wunschspieler Donovan wird als unbrauchbar abgegeben, der Vorstand gab zuletzt unmissverständliche Aufstellungs-"Empfehlungen" an den Trainer weiter (Podolski) und die Rotations-Orgie zu Beginn der Spielzeit fand garantiert nicht nur aufgrund der Überzeugung Klinsmanns ihr Ende.
Einziger Trost für die Münchner: Die Konkurrenz macht es nicht besser. Klar ist aber auch: Kriegt Klinsmann nicht bald die Kurve, dürfte nicht nur das Titelrennen in dieser Saison vorzeitig beendet sein...
Quelle:
Stefan Zürn / Eurosport