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  1. Ein Traum, der FC Augsburg heißt - by Cody

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    Standard Ein Traum, der FC Augsburg heißt - by Cody


    Vom verpassten Zweitliga-Aufstieg bis nach Anfield: Der FC Augsburg hat bewegte Jahre hinter sich

    EIN TRAUM, DER FC AUGSBURG HEISST
    Augsburg - Vor 15 Jahren muss der FC Augsburg die bitterste Niederlage der Vereinsgeschichte hinnehmen. Aber das Spiel wird zum Beginn eines außergewöhnlichen Aufschwungs.
    An den 4. Juni 2005 denkt Zdenko Miletic nicht gerne zurück. Das Problem ist, dass die Bilder immer wieder kommen, sie gehen dem Torwarttrainer des FC Augsburg bis heute nicht aus dem Kopf.
    "Ich sehe den abgefälschten Ball, der uns das Genick gebrochen hat, immer noch sehr oft wie in Zeitlupe ins Tor kullern", verrät der 52-Jährige. Miletic stand damals noch selbst im Tor des FCA und erlebte mit der Mannschaft die bittersten Stunden der Klubgeschichte.
    Eigentlich soll an diesem 4. Juni in der Fuggerstadt die große Party steigen.
    "Die ganze Stadt war auf den Beinen um den lang ersehnten Aufstieg zu feiern", schwelgt Miletic in Erinnerungen. Das Rosenaustadion ist ausverkauft, fast 30.000 Fans fiebern einem Spiel der damals drittklassigen Regionalliga Süd entgegen.
    "Das war ein Wahnsinns-Projekt", erinnert sich Markus Krapf, der damals Geschäftsführer des FCA war: "Jedes einzelne Ticket wurde vorher von mir ausgedruckt und dann zu den damals drei oder vier Vorverkaufsstellen gefahren. Ein computergestütztes System gab es nicht."
    Nach starken 33 Spielen ist die Euphorie der Augsburger Fans riesig. Nur noch ein Sieg fehlt zum ersehnten Aufstieg. In der ganzen Stadt sind bereits die Vorbereitungen für eine triumphale Aufstiegsfeier getroffen. Vielleicht ein Fehler, wie Krapf heute einräumt: "Die Regensburger haben das in ihrem Bus gesehen und vermutlich gedacht: 'Jetzt geht es euch an den Kragen'".


    Die Spieler des FC Augsburg und Jahn Regensburg laufen am 4. Juni 2005 in das ausverkaufte Rosenaustadion ein

    Jahn Regensburg, das damals von Mario Basler trainiert wird und die Saison im Mittelfeld der Tabelle abschließt, stellt sich tatsächlich als Partycrasher heraus.
    Zwar gehen die Augsburger zunächst durch ein traumhaftes Freistoßtor von Sascha Benda in der 63. Spielminute in Führung. Dann kommt aber eben jener abgefälschte Ball, der neben Miletic ins Tor kullert - und wenig später, als die Rot-Grün-Weißen alles nach vorne werfen, fällt sogar noch der Regensburger Siegtreffer.
    Vier Minuten fehlen dem FCA zum Aufstieg. "Das war ein Stich ins Herz", klagt Miletic. "Es war, als hätte man uns den Boden unter den Füßen weggezogen."

    Die Fußballbegeisterung ist zurück
    Doch wie es manchmal so ist, lag in der Enttäuschung auch ein Anfang. "Im Nachhinein war das schon so ein bisschen Punkt null", glaubt Krapf.
    Und an jenem schicksalhaften Tag fanden die Augsburger ihre Fußballbegeisterung wieder, die irgendwann rund um das Karriereende der Klub-Ikone Helmut Haller im Jahr 1979 verloren gegangen war.
    Der gebürtige Augsburger war 1973 nach seiner Welt-Karriere beim FC Bologna und Juventus zurückgekehrt und hatte das Rot-Grün-Weiße Trikot übergestreift. Vor seiner Zeit in Italien hatte er schon für den BC Augsburg, den Vorläufer des FCA gekickt.
    Nach seiner Rückkehr wollten in der Saison 1973/74 durchschnittlich 23.000 Zuschauer die FCA-Spiele im Rosenaustadion sehen. Am Ende der Spielzeit waren die Fuggerstädter Meister der damals zweitklassigen Regionalliga Süd. In der Aufstiegsrunde konnten sich Haller und Co. dann allerdings nicht gegen Tennis Borussia Berlin behaupten.


    Helmut Haller im Jahr 1973 im Rosenaustadion. Der FC Augsburg spielte gegen Darmstadt 98

    30 Jahre sollte es dauern, bis sich wieder eine ähnliche Chance ergab. 30 Jahre, bis die Euphorie wieder zum Leben erwachte. 30 Jahre, in denen der Verein ein Schattendasein fristete.
    "Dem FCA haben mehrere Generationen an Fans gefehlt", sagt Krapf. Tatsächlich fieberten die Fußballbegeisterten in Augsburg lange mit anderen Klubs wie dem FC Bayern, 1860 München oder dem 1. FC Nürnberg.
    "Das muss keinem peinlich sein, ich war damals sogar Mitglied beim FC Bayern", verrät Krapf, der mittlerweile keinerlei Sympathien mehr für den deutschen Rekordmeister hegt. Heute arbeitet er als Journalist und betreibt die Fußball-Kneipe "11er" in der Augsburger Innenstadt.
    "Für meinen Sohn, der jetzt 13 ist, gibt es keinen anderen Verein als den FC Augsburg. Er ist mit dem Klub groß geworden", sagt der 48-Jährige. "An dem Tag, an dem ich 2007 beim FCA aufgehört habe, hatte der Klub 1500 Mitglieder. Heute sind es über 18.000. Die Fanszene braucht sich nicht mehr zu verstecken."
    Diese Entwicklung begann am 4. Juni 2005, in der Stunde null. In den folgenden Jahren sollte ein beispielloser Aufschwung folgen.

    Endlich zweitklassig
    Den Auftakt dazu machte am 27. Mai 2006 ein 7:0 über den 1. FC Eschborn. Kein großer Name, aber ein großer Sieg - und der donnernde Schlussakkord einer phänomenalen Saison, in der die Augsburger mit 76 Zählern aus 34 Spielen einen Punkterekord in der Regionalliga Süd aufstellten.
    Ein Jahr nach der bittersten Niederlage konnte die große Party also nun doch steigen. "Die Freude war riesig, ansonsten wäre der Schmerz vom Vorjahr immer noch unerträglich", betont Miletic. "Wir waren überglücklich, dass wir das Unglück vom Vorjahr selbst reparieren konnten."
    Was die Freude in Augsburg noch verstärkte: Das Team von Trainer Rainer Hörgl stellte sich in der darauffolgenden Saison als absolut zweitligatauglich heraus. Mit Andreas Rettig kam ein erfahrener Manager, der über die nötigen Kontakte im Profifußball verfügte. Am Saisonende stand ein starker siebter Rang für den Liga-Neuling zu Buche.


    Rund 40.000 Augsburger sehen das Spiel bei 1860 in der Allianz Arena

    Im ersten Spiel in der 2. Bundesliga war das Rosenaustadion mit 28.000 Zuschauern erneut ausverkauft. Am 16. März 2007 kam es zudem zu einer regelrechten rot-grün-weißen Invasion in München. Zum Auswärtsspiel bei 1860 München reisten 40.000 Fans aus der Fuggerstadt an, insgesamt 69.000 Zuschauer sahen den 3:0-Sieg des FCA in der Allianz Arena.
    Auch in der Spielzeit 2007/08 hielt der FCA souverän die Klasse, rund ein Jahr später folgte der nächste Meilenstein - dieses Mal abseits des Rasens.

    Seinsch und der Umzug in die Moderne
    Am 26. Juli 2009 zog der FC Augsburg in sein neues Wohnzimmer: die Impuls Arena - heute WWK Arena. Bei der Eröffnung glänzte die neue Heimspielstätte als erste klimaneutrale Arena der Welt. Sie war das große Projekt des Präsidenten Walther Seinsch, das für den FCA endgültig den Schritt zu einem etablierten Profi-Klub darstellen sollte.
    "Wir hatten schon 2002 damit begonnen, die neue Arena zu planen. Wir waren auf Veranstaltungen, bei denen Eier und Tomaten geflogen sind, weil wir zu dieser Zeit nur 1000 Zuschauer hatten", erinnert sich Krapf: "Es wurde aber durchgezogen, um nicht zu spät dran zu sein, wie viele andere Vereine. Das war sehr weitsichtig geplant und daher hat es funktioniert."


    Markus Krapf (r.) mit Walther Seinsch

    Überhaupt ist Seinsch die vielleicht prägendste Figur des Augsburger Aufschwungs. "Ohne ihn würde der FCA heute sicherlich nicht in der Bundesliga spielen", sagt Stefan Reuter, heutiger Geschäftsführer des Klubs.
    Seinsch erfand praktisch das Image des Klubs, aus wenig viel zu machen. Für das Stadion stellte er mit einer Gruppe von Investoren 25 Millionen Euro zur Verfügung. Er pumpte aber nie planlos Geld in den Klub und legte den Grundstein dafür, dass gut gewirtschaftet wurde.


    Die Impuls Arena 2009 vor einem Spiel gegen TuS Koblenz

    Im Jahr 2000 hatte er sich des damals viertklassigen Klubs angenommen und zunächst dafür gesorgt, dass der Verein nicht mehr Geld ausgab, als er einnahm. "Von 100 solcher Menschen sind 99 Blender. Seinsch war das eben nicht. Er war wie ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl", meint Krapf.
    Im Dezember 2014 zog sich Seinsch auch wegen seiner angeschlagenen Gesundheit zurück. Im Jahr 2015 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Augsburg ernannt, seit 2016 ist er Vorstandsmitglied beim Drittligisten Preußen Münster.
    Abseits seiner Verdienste um den Verein bleibt vor allem eine Kuriosität in Erinnerung: Viele Spiele der Augsburger in seiner Amtszeit verfolgte Seinsch gar nicht im Stadion, weil er die Spannung im weiten Rund nicht aushielt. Stattdessen ging er spazieren - und las dann nach der Partie von den Gesichtern der vorbeiströmenden Fans ab, ob der FCA gewonnen hatte oder nicht.

    Hain schießt den FC Augsburg in die Bundesliga
    Im vierten Zweitligajahr dürfte Seinsch meist in zufriedene Gesichter geblickt haben, schließlich klopften die Augsburger erstmals hörbar an die Tür zur Bundesliga an. Das Team, das mittlerweile von Jos Luhukay trainiert wurde, landete am Saisonende auf dem dritten Tabellenplatz, der zu zwei Relegationsspielen gegen den Drittletzten des deutschen Oberhauses berechtigte.
    Nach zwei knappen Niederlagen gegen den 1. FC Nürnberg stand jedoch fest, dass ein weiteres Jahr in der Zweitklassigkeit folgen sollte. Mehr wurde es aber nicht. Es wiederholte sich vielmehr die Geschichte: Nach der bitteren Enttäuschung folgte der umjubelte Aufstieg.
    Am 33. Spieltag der Saison 2010/11 benötigte der FCA noch einen Sieg zum Aufstieg. Dieser sollte nach Möglichkeit bereits gegen den FSV Frankfurt eingefahren werden, denn am letzten Spieltag ging es zur Berliner Hertha, die schon nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen war.
    "Der Druck war natürlich enorm", erinnert sich der frühere FCA-Stürmer Stephan Hain. "Auf der anderen Seite wussten wir aber auch, dass wir es in der eigenen Hand haben würden. Das Spiel war spannend, ich habe es zunächst von der Bank aus verfolgt. Da fiebert man noch mal anders mit."
    Schon nach drei Minuten lagen die Gastgeber zurück, Michael Thurk sorgte wenig später aber für den Ausgleich. In der 78. Spielminute wurde Hain eingewechselt - und nur sieben Minuten später schoss er die Fuggerstädter in die Bundesliga.


    Stephan Hain erzielt sein historisches Tor gegen den FSV Frankfurt

    "Als ich dann reingekommen bin und das Tor gemacht habe, war das sensationell. Der Aufstieg hat enorm viel für den Verein und die Stadt bedeutet. Dementsprechend ist auch die Party ausgefallen", lacht Hain bei der Erinnerung an den größten Moment seiner Karriere.


    Die Spieler des FC Augsburg verwandeln die Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den FSV Frankfurt in eine Party

    Zwei Jahre später verließ er Augsburg, weil er in der Bundesliga nicht zum Zug kam. Mittlerweile geht er für die SpVgg Unterhaching auf Torejagd und kämpft derzeit mal wieder um den Aufstieg, diesmal in die 2. Bundesliga.

    Daniel Baier wird zum Mister Augsburg
    Im Gegensatz zu Hain ist Daniel Baier auch neun Jahre nach dem Aufstieg immer noch da, genauso wie das Gänsehaut-Gefühl, wenn er an diesen besonderen Tag zurückdenkt.
    "Was nach dem entscheidenden Tor gegen den FSV Frankfurt im Stadion los war, war unfassbar", schwärmt der Mittelfeldspieler, der inzwischen seit 2008 das FCA-Trikot trägt.
    Seit er da ist, zieht er im Zentrum die Fäden, mit 36 Jahren hat er noch immer einen Vertrag bis Sommer 2021 und ist als Kapitän aus dem Team längst nicht mehr wegzudenken.
    "Ich habe mich von Beginn an sehr wohlgefühlt in Augsburg. Vom Verein und von den Verantwortlichen habe ich großes Vertrauen gespürt, und es war spannend, hier die ganze Entwicklung mitmachen zu dürfen", blickt Baier zurück.
    Dass er von den Fans oftmals als Mr. FC Augsburg bezeichnet wird, "ist natürlich eine schöne Wertschätzung und freut mich", sagt der gebürtige Kölner.


    Daniel Baier führt den Ball im August 2019 beim Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund

    In der ersten Saison im Oberhaus schien die Bundesliga für Baier und den FCA allerdings noch eine Nummer zu groß zu sein, trotzdem gelang der Klassenerhalt. In der zweiten Saison sollte es noch enger werden: Nach der Hinrunde hatten die Schwaben nur magere neun Punkte auf dem Konto. Der direkte Abstieg schien vorzeitig besiegelt.
    In der Winterpause kam mit Stefan Reuter ein neuer Geschäftsführer. "Ich habe damals schon das große Potenzial in diesem Verein gesehen", erinnert sich Reuter: „Walther Seinsch hatte eine klare Vision, den FCA unter den Top-25-Vereinen in Deutschland zu etablieren. Das war sehr reizvoll."
    Auch Reuter ist bis heute geblieben. Er führte Seinschs Erbe fort und erhielt stets das Augsburger Image des gut geführten Klubs. "Wir haben Ruhe in den Gremien und einen kleinen Zirkel von Personen, die Entscheidungen treffen. Beim FCA bewahren alle auch in schwierigen Situationen die Ruhe. Das ist ein großer Vorteil", meint Reuter.
    Ein Vorteil, der sich auch in jener Bundesliga-Saison bezahlt machen sollte: In der Rückrunde gelang den eigentlich schon abgeschriebenen Augsburgern eine sensationelle Aufholjagd. Am letzten Spieltag machte der FCA durch einen 3:1-Sieg gegen Greuther Fürth den Klassenerhalt perfekt.
    "Dieser Moment wird mir immer in Erinnerung bleiben", verrät Reuter: "Unser Torhüter Alexander Manninger hat in der Anfangsphase des Spiels einen Elfmeter gehalten. Die Stimmung im Stadion bei dem gehaltenen Elfer werde ich nie vergessen."

    "In Europa kennt uns keine Sau"
    Unvergessliche Momente hat Reuter seither jedoch noch einige erlebt.
    Nachdem sich der FC Augsburg in den darauffolgenden Jahren im deutschen Oberhaus etabliert hatte, geschah in der Saison 2014/15 das eigentlich Undenkbare: Die von Markus Weinzierl trainierte Mannschaft qualifizierte sich durch einen fünften Platz in der Bundesliga für die Europa League. Zehn Jahre nach der bittersten Niederlage.
    "In Europa kennt uns keine Sau", wurde zum rot-grün-weißen Slogan für die Europapokal-Tour. Der Klub ließ T-Shirts und Schals damit bedrucken, die die Fans stolz über den gesamten Kontinent trugen.
    Am letzten Spieltag der Gruppenphase köpfte Raúl Bobadilla den FCA bei Partizan Belgrad sogar in die K.o.-Phase - in der 90. Minute. Das Wunder von Belgrad war geboren, die Augsburger machten sich auch in Europa einen Namen.
    "Als Boba den Ball kurz vor Schluss reingeköpft hat, waren das einfach nur Glücksgefühle pur", erinnert sich Baier bei. Die bei der Auslosung für die nächste Runde noch einmal gesteigert wurden: Als Belohnung ging es für die Schwaben nach Anfield zum großen FC Liverpool.


    Die WWK Arena vor der Partie gegen den FC Liverpool

    Der FCA hatte das Team von Jürgen Klopp nach einem 0:0 in Augsburg sogar am Rande des Ausscheidens, unterlag in Anfield allerdings hauchdünn mit 0:1.
    Über eine ganz besondere Auszeichnung aber durften sich die Augsburger dennoch freuen: Ihre Arena wurde im Verlauf der Europa-League-Saison als "kleines Anfield" geadelt.
    Für Baier ist das nicht allzu weit hergeholt: "Die Stimmung in Anfield ist sicher einmalig - trotzdem finde ich, dass der Vergleich passt. Unsere Fans haben uns mit ihrer Unterstützung schon einige Spiele gerettet."


    Fans des FC Augsburg in Anfield

    Bircks verstirbt nach Verkehrsunfall
    Bei aller Euphorie erlebte der FCA in den vergangenen Jahren aber auch dunkle Stunden. So wie am 24. Oktober 2018, als der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Peter Bircks als Fußgänger von einem Auto erfasst wurde. Am 2. November desselben Jahres starb er im Alter von 66 Jahren an den Folgen seiner Verletzungen.
    Bircks' Bedeutung für den Augsburger Aufschwung ist ähnlich wie die von Walther Seinsch nicht hoch genug einzuschätzen. Im Jahr 1990 hatte er den damals verschuldeten Klub als ehrenamtlicher Präsident übernommen und führte ihn anschließend durch schwere Zeiten. Ab 2000 war er Aufsichtsratsvorsitzender, ab 2012 Geschäftsführer der Finanzen.


    Peter Bircks (Bildmitte) feiert mit Jos Luhukay (l.) und Andreas Rettig den Aufstieg in die Bundesliga

    Unvergessen bleibt für viele FCA-Fans sein Spruch, den er in Richtung des Rivalen 1860 München abfeuerte: "Wir waren schon Weltstadt, da sind die da drüben noch im Bärenfell rumgesprungen!"
    Bircks prägte mit Seinsch und vielen anderen das, was den FCA laut Reuter zu einem besonderen Klub macht: "Neben der Ruhe im Verein ist das sicher auch das familiäre Umfeld beim FCA, die Unterstützung der Fans und der Region. Das familiäre Umfeld führt auch dazu, dass sich die Spieler bei uns einfach wohlfühlen. Auch das spielt beim sportlichen Erfolg eine wichtige Rolle."
    Was für Seinsch gilt, das gilt auch für Bircks, meint Reuter: “Ohne ihn würde der FC Augsburg heute nicht in der Bundesliga spielen."

    Miletic und Baier haben noch etwas vor
    Denn genau das tut der FC Augsburg noch immer.
    Derzeit kämpfen die Schwaben um den Klassenerhalt, haben vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Baier ist zuversichtlich: "Ich bin davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt auch dieses Jahr schaffen - und anschließend in unser zehntes Jahr Bundesliga gehen."
    Und Mr. FC Augsburg hat im fortgeschrittenen Fußballeralter noch mehr vor. "Ich habe einmal gesagt, dass ich gerne mit dem FCA international spielen und das DFB-Pokalfinale erreichen möchte. Also habe ich in der kommenden Saison noch eine Chance im DFB-Pokal", meint Baier.
    Auch für Zdenko Miletic ist das Kapitel FC Augsburg bis heute nicht beendet. Wie Baier hat er den Verein nie verlassen, seit 2007 trainiert er nach seiner aktiven Karriere die Torhüter des FCA.
    "Ich würde gerne mit dem FCA noch einmal in einem europäischen Wettbewerb mitwirken", verrät Miletic bei.
    Es wäre ein weiterer Augsburger Traum, der in Erfüllung geht. Und vielleicht verblassen dann auch endlich die Bilder von jener bitteren Niederlage am 4. Juni 2005.

    Ein Traum, der FC Augsburg heißt

    PS: Da das ganze schon vom Sommer, also dem 20er stammt, wird Baier noch als Teil von Augsburg behandelt, was natürlich leider nicht mehr so ist. Ich werde das in nem späteren Bericht jedoch nochmal behandeln.

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    Geändert von Cody (05.10.2020 um 18:49 Uhr)

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    forza juve (19.10.2020), Nummer777 (05.10.2020)

  3. AW: Ein Traum, der FC Augsburg heißt - by Cody

    #2
    Ehrenfussballer Avatar von Cody
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    EIN TRAUM, DER FC AUGSBURG HEISST
    Wenn der FC Augsburg so wie einst Real Madrid den Klassenerhalt feiert

    Philipp Max trägt das T-Shirt, mit dem der FCA in aller Bescheidenheit den Klassenerhalt feiert


    Ohne Jubel-T-Shirts geht in der Schlussphase der Bundesligasaison nichts mehr. Der FC Augsburg oder der FC Bayern stehen dabei Pate für viele kleinere Vereine.
    Das Saisonende in den Fußball-Ligen war lange Zeit keine gute Saison für die Fanshops der Profi-Klubs: Um jemand zu überzeugen, das in wenigen Wochen überholte Trikot der alten Saison zu kaufen, bedurfte es schon eines knackigen Rabatts, wie ihn sonst nur Möbelhäuser oder Baumärkte anbieten. Seit geraumer Zeit haben sich findige Marketingabteilungen der Klubs aber auch für diese Zeit etwas einfallen lassen.
    Auf T-Shirts feiert der FC Bayern stets seine Titel: In diesem Jahr ging das spannende Meisterrennen zum achten Mal in Folge an die Münchner, weswegen eine große 8 die Jubelshirts des FCB zierte. Das ist sehr passend, weil eine auf den Boden gelegte 8 wiederum das Zeichen für Unendlichkeit ist – was wiederum der gefühlten Dauer entspricht, seitdem die Bayern am Saisonende ganz vorne stehen. Das Praktische dabei: Für jeden weiteren Titel wird ein weiteres T-Shirt im Fanshop zu erwerben sein.


    Der FC Augsburg feiert das zehnte Jahr Bundesliga mit "La Décima"
    Ein 8 ziert übrigens auch die Jubelshirts von Arminia Bielefeldd, die den achten Bundesligaaufstieg perfekt machten. Der FC Augsburgg hingegen machte am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt perfekt – ein ins Ziel gezittertes 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf beseitigte die letzten Zweifel am zehnten Bundesliga-Jahr in Folge. Gefeiert wurde mit T-Shirts, auf denen „La Décima“ zu lesen war – eine Anspielung auf Real Madrid, die damit ihren zehnten Champions-League-Titel feierten. Wer das wiederum als etwas übertrieben empfindet, dürfte noch nie im Sommer Station auf Mallorca gemacht haben.
    Wenn dem 17. Bundesland nicht gerade eine coronabedingte Verschnaufpause gegönnt wird, bevölkern Heerscharen meist deutscher Partywütiger die größte Gemeinde Palma. Den Löwenanteil darunter machen Mitglieder von Sportvereinen aus, die den „Nichtabstieg aus der Kreisliga Ost“ oder die „Vizemeisterschaft A-Klasse“ mit bunten T-Shirts [sic!] feiern, auf denen markige Slogans wie „Champions“ oder „World Domination, Abteilung Landkreis Aichach-Friedberg“ zu lesen sind. Warum also nicht auch einen Klassenerhalt in Real-Madrid-Manier feiern?


    In München und Gelsenkirchen lagern seit 20 Jahren traurige T-Shirts
    Fazit: Es gibt in diesem Fall kein Falsches im Richtigen. Die einzigen T-Shirts, die wirklich ein trauriges Dasein fristen, lagern seit 19 beziehungsweise 21 Jahren in Kellern in München und Gelsenkirchen ein. Auf den Textilien, die teilweise schon aus den Folien gezerrt worden war, ist zu lesen, dass der FC Bayern 1999 die Champions League oder Schalke 2001 die Meisterschaft gewonnen haben soll. Aber das ist eine andere Geschichte.

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    Boatenq (07.10.2020), FabianKlos31 (07.10.2020), forza juve (19.10.2020), Nummer777 (05.10.2020), sid.vicious (08.10.2020)

  5. AW: Ein Traum, der FC Augsburg heißt - by Cody

    #3
    Ehrenfussballer Avatar von Cody
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    EIN TRAUM, DER FC AUGSBURG HEISST
    Daniel Baier spricht über sein Karriereende und Felix Magath

    Kapitän Daniel Baier beendete vor der Saison seine Karriere


    Augsburg - Vor der Saison verkündete Daniel Baier sein Karriereende. In einem ersten Interview spricht er über seine aktive Laufbahn, den FC Augsburg und seinen härtesten Trainer
    17 Jahre war Daniel Baier Fußballprofi. Seine Stationen: 1860 München, der VfL Wolfsburg und der FC Augsburg. Am Mittwoch verkündete der 36 Jahre alte langjährige FCA-Kapitän sein Karriereende, nachdem er im Sommer nach zehn Jahren bei den Fuggerstädtern einen Auflösungsvertrag unterschrieben hatte.

    Herr Baier, Sie haben Ihre aktive Karriere beendet. Warum dieser Schritt?
    Daniel Baier: Ich bin schon 36. Es ist außergewöhnlich, so lange zu spielen. Vor zwei Monaten kam es mit dem FC Augsburg zur Vertragsauflösung. Und dann stellte sich die Frage, ob ich mir noch etwas anderes suche. Aber es war mir relativ schnell klar, dass der FCA meine letzte Station in Deutschland sein soll. Deshalb habe ich entschieden, dass es das war.

    Heißt das, die vorherigen Gerüchte um eine Rückkehr zu 1860 München entbehrten jeglicher Wahrheit?
    Daniel Baier: Ich musste wirklich schmunzeln und war sehr überrascht, als das Thema hoch kam. Es gab schon den einen oder anderen telefonischen Kontakt mit jemandem, mit dem ich eine gemeinsame Vergangenheit hatte. Aber das war relativ schnell vom Tisch. Ich habe mit keinem von Sechzig gesprochen.

    Und gab es die Überlegung, noch mal ein Jahr in das Ausland zu gehen?
    Daniel Baier: Das hatte ich schon kurz überlegt, um noch mal eine ganz neue Erfahrung zu machen. Aber dann habe ich gemerkt, dass ich keine richtige Lust auf so ein Abenteuer habe. Eine andere Hürde ist, das mit meiner Familie durchzuziehen. Meine zweite Tochter ist gerade erst in die Schule gekommen und da möchte man nicht mal eben wegziehen, um ein Jahr Fußball zu spielen. Mein Karriereende war auch eine Entscheidung für die Familie.

    Sie haben sich in Ihrem Abschiedspost auf Instagram bei vielen Leuten bedankt. Beim FCA und den Verantwortlichen im Speziellen aber nicht. Warum?
    Daniel Baier: Das sehe ich anders. Ich habe in dem Video alle erwähnt, die mit dem Klub zu tun haben. Da wurden Trainer, Spieler und die Menschen genannt, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Auch Manager und Präsident. Natürlich bin ich jetzt nicht explizit auf jeden einzeln eingegangen, aber das war keine Absicht oder sollte eine versteckte Botschaft sein. Da waren alle gemeint und besonders alle beim FCA.

    Wie blicken Sie auf Ihre Karriere zurück?
    Daniel Baier: Mit Freude und Stolz. Die Zeit in Augsburg war die längste, intensivste und schönste. Und jetzt ist es auch ein gutes Gefühl, dass es vorbei ist. Ich freue mich, morgens aufzustehen und meine Kleine in die Schule zu fahren. Das ist jetzt ein anderer Lebensabschnitt ohne Fußball, aber ich fühle mich gut. Das ist das Wichtigste. Ich bin glücklich.

    War das Ende beim FCA so einvernehmlich, wie es in der Pressemitteilung zu lesen war?
    Daniel Baier: Ja. Wirklich. Natürlich kam es für mich überraschend, nach der Saison die Entscheidung überbracht zu bekommen, dass man nicht mehr mit mir plant. Aber die Verantwortlichen haben offen mit mir gesprochen und ihren Standpunkt vertreten. In ihrer Verantwortung für den Verein müssen Entscheidungen getroffen werden. Aber es war schon so, wie es kommuniziert wurde. Beide Seiten haben schließlich den Auflösungsvertrag unterschrieben. Von daher passt das alles so.

    Lassen Sie uns über das Thema Gehaltsverzicht sprechen. Da soll es ziemlich gekracht haben. Und Sie waren offenbar einer der Spieler, die Stimmung gemacht haben sollen.
    Daniel Baier: Ich glaube, da wurde nur nach einem Grund für die Trennung gesucht. Ich habe vom Verein nichts dazu gehört und weiß auch nicht, wer das Thema in die Welt gesetzt hat.

    Was war für Sie ein Highlight in Ihrer Karriere?
    Daniel Baier: Es gab einige. Mein erstes Bundesligaspiel war ein solches und auch mein erster Wechsel nach Wolfsburg. Ich habe da zwar wenig gespielt. Aber es war ein wichtiger Schritt und eine super Erfahrung gerade unter dem Trainer (Felix Magath, Anm. d. Red.) und vielen hochkarätigen Spielern zu arbeiten. Wir waren sehr erfolgreich, wurden Meister. Dann kam der Schritt zurück in die 2. Liga zum FCA. Und dort gab es ein Highlight nach dem anderen. Jeder Klassenerhalt war eines.

    Gab es einen schwierigsten Augenblick? War es das Medizinball-Schleppen unter Felix Magath?
    Daniel Baier: (schmunzelt) Das Training unter ihm war schon hart, aber das mit den Medizinbällen nicht so krass. Ich denke, wenn du als Spieler verletzt bist und die Mannschaftskollegen trainieren siehst, dann ist das schon eine harte Zeit. Zum Glück bin ich davon weitestgehend verschont geblieben. Wenn es dann mal mich traf, war es nicht angenehm. Schwierig war es für mich, als ich in Wolfsburg außen vor war, weil es sportlich nicht so lief und ich das Ganze nur von der Bank oder der Tribüne aus mit ansehen konnte.

    War Magath dennoch Ihr härtester Trainer?
    Daniel Baier: Was das Training betrifft, auf jeden Fall. Aber ich habe gesehen, dass es sich lohnt, so hart zu arbeiten. Dann macht man das auch gerne.

    Wann haben Sie gemerkt, dass die Zeit in Augsburg eine besondere wird?
    Daniel Baier: Gleich in meinem ersten Gespräch mit Holger Fach (von April 2008 bis Ende Saison 2008/2009 FCA-Trainer, Anm. d. Red.) und Andreas Rettig (damaliger FCA-Sportdirektor, Anm. d. Red.) merkte ich, dass da etwas entsteht. Sie wollten mich unbedingt nach Augsburg holen. Herr Rettig zeigte mir gleich mal den Bauplan für das neue Stadion. Da spürte ich die Vision, in die Bundesliga aufzusteigen. Das war beeindruckend. Damals spielte der Verein in der 2. Liga gegen den Abstieg.

    Wer liegt Ihnen mehr am Herzen, 1860 oder der FCA?
    Daniel Baier: Ganz klar der FCA. Ich bin seit elf Jahren in Augsburg und habe so viele Momente mit dem Klub und der Stadt erlebt, da ist so eine Verbundenheit entstanden, die ihresgleichen sucht. Mir war am Anfang auch gar nicht bewusst, dass es so eine Rivalität zwischen den Löwen und dem FCA gibt. Ich habe 1860 viel zu verdanken, denn ich habe dort meine Jugend verbracht und wurde Profi. Deshalb ist der Verein auch etwas Besonderes. Aber mein Herz schlägt ganz klar in Augsburg.

    Mit welchem Trainer hatten Sie mal richtig Zoff?
    Daniel Baier: Ganz ehrlich? Ich hatte mit keinem Trainer Zoff. Ich war ab und zu anderer Meinung und verstand einiges nicht, aber das war gut so. Ich war der Spieler und nicht der Trainer. Als solcher muss man auch unbequeme Entscheidungen treffen. Bei mir flogen mit Trainern nie die Fetzen. Meinungsverschiedenheiten ja, aber da habe ich dem Trainer am nächsten Tag immer wieder in die Augen schauen können.

    Können Sie sich für die Karriere nach der Karriere wieder ein Amt beim FCA vorstellen und wenn ja, welches?
    Daniel Baier: Es war immer mein Plan und auch mein Wunsch, dass ich nach der aktiven Laufbahn etwas im Verein machen werde. Was das genau sein wird, muss ich noch herausfinden. Ich habe jetzt genug Zeit, mir Gedanken zu machen, in welche Richtung ich da gehen möchte. Ich schließe nichts aus, es kann durchaus sein, dass sich die Wege wieder kreuzen werden.

    Was würde Ihnen mehr zusagen, Trainer oder Sportdirektor?
    Daniel Baier: Eigentlich war ich nie so für den Trainerjob, aber in den vergangenen Jahren hat mich das immer mehr interessiert. Das ist für mich aber auch der anspruchsvollste und schwierigste Job. Ich habe ja jetzt Zeit, meine Trainerscheine zu machen, um dann zu sehen, ob das etwas für mich ist. Klar ist, dass ich alles von der Pike auf neu lernen muss und das will ich auch. Von daher ist es nicht verkehrt, kleine Schritte zu machen.

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    Geändert von Cody (10.10.2020 um 11:55 Uhr)

  6. Die folgenden 4 Benutzer sagen Danke Cody für deinen sinnvollen Beitrag:

    AvA8 (10.10.2020), Gandalf (17.10.2020), Nummer777 (11.10.2020), Tarnat (11.10.2020)

  7. AW: Ein Traum, der FC Augsburg heißt - by Cody

    #4
    Moderator Avatar von RichardBarcelona
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    Standard AW: Ein Traum, der FC Augsburg heißt - by Cody

    Ein neuer Versuch mit Augsburg bei dir. Bietet einiges an Potenzial und auch im Originalstadion zu zocken, macht gleich mehr Spaß. Wünsche dir viel Spaß mit Augsburg.

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  8. Folgender Benutzer sagt Danke zu RichardBarcelona für den nützlichen Beitrag:

    Cody (16.10.2020)

  9. AW: Ein Traum, der FC Augsburg heißt - by Cody

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    Ehrenfussballer Avatar von Cody
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    Standard AW: Ein Traum, der FC Augsburg heißt - by Cody

    EIN TRAUM, DER FC AUGSBURG HEISST
    Auf der Suche nach Konstanz - Saisonvorschau FC Augsburg

    Der Ex-Unioner Rafal Gikiewicz verbreitet jetzt in Augsburg gute Laune

    Was hat sich verbessert?
    Die Besetzung der Schlüsselposition Torwart – so erhoffen es sich zumindest Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter und Trainer Heiko Herrlich. Der vom 1. FC Union geholte Rafal Gikiewicz soll die unumstrittene Nummer eins sein, die der FCA seit dem Weggang von Marwin Hitz 2018 nach Dortmund nicht mehr hatte. Vergangene Saison enttäuschte der Tscheche Tomas Koubek, den man aber nur mit großem Wertverlust – die Ablöse hatte 7,5 Millionen Euro betragen – verkaufen könnte, weswegen er bleiben darf.
    Dass Koubek, der noch vier Vertragsjahre in Augsburg vor sich hat, besser wird, dafür soll Kristian Barbuscak sorgen, der neue Torwarttrainer. Rafal Gikiewicz ist von Barbuscak so begeistert, dass er – so erzählt er es – nach jedem Training seine Frau anruft und ihr versichert, wie richtig es gewesen sei, in Augsburg zu unterschreiben.

    Wer sind die neuen?
    Neben Gikiewicz setzt der FCA auf Tobias Strobl (Mönchengladbach) und Daniel Caligiuri (Schalke). Nicht das übliche Augsburger Beuteschema – abgesehen von der Ablösefreiheit dieser drei Zugänge. Ein Neuzugang, der eher ins benannte Schema passt, ist der polnische Rechtsverteidiger Robert Gumny, der Framberger unterstützen soll. Außerdem verpflichtete man den 19-jährigen Innenverteidiger Frederik Winther, welcher direkt wieder an sein Stammverein Lyngby verliehen wurde. Doch der Verein glaubt, im Kader ein paar gestandene Kräfte haben zu müssen. Dem Bestandspersonal, monierte Stefan Reuter, sei die Siegeslust abhanden gekommen, es sei schon mit Lob statt Punkten zufrieden. Die Neuen würden mit ihrer Mentalität wachrütteln.

    Wer hat das Sagen?
    Es soll sich eine neue Hierarchie herausbilden. Daher wurde dem Urgestein und logischen Kapitän Daniel Baier, schon in der Zweiten Liga dabei, eine Vertragsauflösung nahegelegt (wenige Monate nach der Vertragsverlängerung – goldener Handschlag also). Auch dem intern einflussreichen (Ersatz-)Torwart Andreas Luthe (zu Union) wurde bedeutet, dass er einem Neuanfang nicht im Wege stehen soll.
    Caligiuri und Strobl werden im Teamgefüge hoch einsteigen. Ein Spitzen-Ranking haben allerdings auch Rani Khedira als Immer-Spieler im defensiven Mittelfeld und wegen seiner 13 Tore und seiner herzlichen Art Stürmer Florian Niederlechner. In der Abwehr wird sich Jeffrey Gouweleeuw dem jüngeren Felix Uduokhai, dessen Leihe aus Wolfsburg in einen festen Kauf umgewandelt wurde, unterordnen müssen.

    Was erwarten die Fans?
    Auf Jahreshauptversammlungen sagt Manfred Ringer, der Leiter der einzigen Nicht-Fußball-Abteilung des Fußball-Clubs Augsburg, der Skifreunde, immer, dass er nach der Europa-League-Saison 2015/16 gerne ein paar weitere Stadien im Ausland kennenlernen würde. Die Ringer-Rede ist ein verlässlicher Entertainmentfaktor. Dass es noch einmal bis auf Platz fünf geht, ist ausgeschlossen, die Fans sind realistisch genug. Mit einer Saison ohne Zittern und im gesicherten Mittelfeld wären sie zufrieden. Was die Anhänger aber definitiv sehen wollen: dass der FCA initiativer agiert. Das reine Umschaltspiel, das Martin Schmidt, in der Vorsaison entlassener Trainer, zum Credo erhob, kam nicht gut an. Auch dass Augsburg mit die schlechteste Passquote der Bundesliga hatte, wurde moniert.

    Was ist in dieser Saison möglich?
    Vorige Saison wurde der FCA als Abstiegskandidat gehandelt, diesmal dürfte die Einschätzung etwas positiver ausfallen. Schließlich haben die Augsburger einige gute Kicker wie den selbst herangezogenen Marco Richter oder den zum Schweizer Nationalspieler gereiften Ruben Vargas. In der Offensive hat Trainer Heiko Herrlich mit dem Sprinter Noah Sarenren Bazee und Routinier André Hahn sowie mit einem vielleicht hoffentlich mal etwas weniger verletzungsanfälligen Alfred Finnbogason eine breite Auswahl. Und Michael Gregoritsch ist nach einem halben Jahr auf Schalke zurück – und mangels alternativer Angebote zum Neuanfang entschlossen. Zwischen Platz zehn und zwölf könnte der FCA schon einlaufen.

    Und sonst?
    Stefan Reuters ruhige Hand ist zittrig geworden. Der 53 Jahre alte Manager, der lange als bedächtig galt, hat in den vergangenen vier Jahren auf der Trainerposition ein Heuern und Feuern veranstaltet (Dirk Schuster/nach fünfeinhalb Monaten entlassen, Manuel Baum/nach 16 Monaten, Martin Schmidt/nach elf Monaten, nun seit März Reuters früherer Dortmunder Mitspieler Heiko Herrlich). Viele personelle Fehlschüsse wird sich der Weltmeister von 1990 nicht mehr leisten können. In der Lokalpresse ist der aufgewühlte Anti-Reuter-Leserbrief zum Standard geworden.



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