'Antoine, bitte lass uns endlich gehen!' flehte Jacques. Antoine starrte auf den dunklen Platz und genoss den Moment, er würde nächstes Jahr Teil seines Lieblingsvereins, dem Bollée Le Mans FC sein. Der kleine quirlige Klosterjunge, so nannten sie ihn, hatte ordentlich Eindruck hinterlassen und während die anderen, die noch beim Talentecamp ausgewählt wurden in der U19 spielen werden, bekam Antoine direkt einen Vertrag für das erste Team, er dürfte also in der dritten Liga mit dem Profis trainieren. 'Du bist technisch sehr stark und könntest locker in der Ligue 1 bestehen!' sagte ihm der Coach große Dinge voraus, 'aber bleib auf dem Boden und mache Schritt um Schritt!' Antoine war noch nie einer gewesen, der leicht abhebt, sondern immer sehr bodenständig ist..... 'Antoine, wenn wir die Bahn verpassen, weißt du, was dann ist?' fauchte Jacques. 'Ist ja gut, gehen wir!' antwortete ihm Antoine und die beiden machten sich auf zum Bahnhof. Würden sie den Zug verpassen, hätten sie 2 Stunden warten müssen, oder die rund 12 Kilometer nach Hause gehen müssen.
Jacques war einer der Talente, die ebenfalls genommen wurden, sein großer Bruder, mit dem Jacques zusammen am Stadtrand wohnt, spielt beim Stadtrivalen, dem großen FC Le Mans. Antoine hatte Glück und fand auf der Suche nach einer Unterkunft in Jacques einen Freund, mit dem er sich auf Anhieb verstand.

Die nächsten Wochen würden sehr intensiv werden, geistig und körperlich. Antoine war nicht der stärkste und müsse definitiv noch zulegen um im Profifußball mithalten zu können und andererseits würde sich sein Leben von Grund auf verändern, er hatte sich seinen großen Traum erfüllt. In knapp 5 Wochen würde die Saison starten, darauf fokussierte sich Antoine, als er sein Trikot mit der Nummer 67 bestaunte. Täglich sah sich Antoine Videos seines Vereins auf Youtube an, studierte auf Transfermarkt seine künftigen Mitspieler und Trainer. Doch noch war alles recht vage, denn nach dem Aufstieg müsse sich Bollée deutlich verstärken, um nicht sofort wieder abzusteigen. Eine Mission, die mangels großer Geldmittel keine einfache war. Großteils würde man wohl auch mit Leihspielern agieren müssen, denn von den großen Teams gab es immer einen großen Pool an Spielern, die viel Talent und Willensgeist hatten, sich in den unteren Ligen zu zeigen und für ihren Stammverein zu empfehlen. Eine klassische Win-Win-Situation. Antoine durfte auch schon den Kapitän des Teams kennen lernen, den er schon länger bewunderte.
Ebenso stellte sich die Frage, ob Bollée in der riesigen MM Arena spielen würde, wo auch Le Mans FC seine Spiele austrägt, oder ob man das alte Stade Léon Bollée wieder zum Leben erwecken würde. Fragen über Fragen, die Antoine ganz genau mit verfolgte, um sich ein möglichst gutes Bild zu machen. Ungewiss war bei Bollée allerdings nur, ob man bis dahin eine schlagkräftige Truppe zusammen bekommt. Denn eines will Antoine in seiner ersten Saison ganz bestimmt nicht...........absteigen!



Quellen: Stade Léon Bollée