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Fazit:
Mich hat weder Merkel noch Schulz überzeugt. Müsste ich mich jetzt natürlich zwischen den beiden entscheiden, würde mein Wahl wohl auch auf Merkel fallen - Schulz mit wenig Angriffslust, einer nicht erkennbaren Struktur und teilweise wirren Argumenten. Merkel war nicht klar stärker, hatte auch offensichtliche Schwächen, die man aber hätte ausnutzen müssen. Ein wirkliches Duell war es allerdings nicht, dazu waren da zu viele Gemeinsamkeiten, zu viele Streitigkeiten um Details, zu wenig Unterschiede.
Mein größtes Problem aus ganz persönlicher Sicht: All die Themen, die für mich wirklich wichtig sind, kamen nicht dran. Kein Wort zu sozialer Gerechtigkeit, zu Bildung, zur Förderung der digitalen Zukunft, Klimaschutz, allgemein Visionen für eine Zukunft, die weiter entfernt liegt als nur die nächste Wahl 2021. Weder Merkel noch Schulz haben eine Vision davon, wie dieses Land in 20-30 Jahren (sollten sie dann überhaupt noch leben) aussehen soll. Da gibt es unglaublich quälende Fragen, gerade in Hinsicht auf das Klima, auf die Entwicklung von Infrastruktur, von Gesellschaften, die überhaupt nicht beantwortet werden. Aktuell habe ich da die Wahl zwischen einem "Weiter so" (CDU) und einem "Weiter so, aber ein bisschen anders" (SPD), obwohl da in meinen Augen wesentliche Themenkomplexe degradiert werden und nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Jeder junge Mensch weiß, dass in absehbarer Zeit z.B. das Öl alle ist und eine Zukunft mit kraftstoffbetriebenen Autos praktisch nicht realisierbar ist. Jeder junge Mensch weiß, dass sich das Klima wandelt und es massive Änderungen geben muss, damit es nicht in meiner Lebenszeit zu einer Katastrophe kommt. Jeder junge Mensch weiß, was das Internet alles leisten kann, aber genauso muss es da auch Regelungen und Ideen geben, wie man das "Beste" aus diesen digitalen Möglichkeiten holt. Jeder junge Mensch weiß, dass Arbeitsplätze in Zukunft unsicherer als früher sind, weil z.B. Roboter viele Aufgaben übernehmen können und auch hier müsste man sich Gedanken um eine Arbeitswelt der Zukunft machen. Klar, sind das keine Themen, die in der nächsten Legislaturperiode akut und dringend werden, aber man könnte in der nächsten Legislaturperiode die Weichen dazu stellen.
Dazu gab es in diesem Duell absolut nichts. Aber gut, auch kaum von irgendwelchen anderen Parteien.
Habe mich eigentlich immer auf meine erste Wahl gefreut, war auch lange sehr davon überzeugt, wen ich wähle. Mittlerweile bin ich nur noch frustriert - das Duell hat dazu nur noch umso mehr beigetragen.
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