Die Relegation. - Sachsen steht Kopf.

Quelle: ballsicher.com
Vorschau
Es sollten zwei spezielle Tage werden an dem die beiden Ostvereine ihre Relegationsspiele gegeneinander bestreiten sollten. Beide Mannschaften standen hiermit vor den wichtigsten Spielen Ihrer jungen Aufsteigersaisons. RB Leipzig, denen man den Klassenerhalt zugetraut hätte, sah sich nach 34 Spieltagen auf dem 16 Platz liegen und musste nun um den Platz in Liga 1 bangen. Die SG Dynamo Dresden, welche als stärkster 3. Ligameister aller Zeiten in die 2 Bundesliga aufgestiegen waren, könnten hingegen den Weg einschlagen, den zwei Spielzeiten zuvor bereits Darmstadt wählte, und damit Historisches erreichen. Dresden spielte die erfolgreichste 2. Ligasaison ihrer Vereinsgeschichte und steht nun kurz vor dem Wiederaufstieg in die erste Bundesliga. Wohlbemerkt nach nun mehr als 22 Jahren. Das an diesem Abend ausgerechnet der als "Plastikclub" bezeichnete Aufsteiger gegen den "Skandalverein" aus Dresden antreten musste, hätte selbst ein Hollywoodautor nicht besser schreiben können. Bereits nach einer Stunde waren die Tickets für die beiden Relegationsspiele ausverkauft, und man durfte volle Häuser zu beiden Spielen erwarten.
Blickt man nun 8 Jahre zurück, hätte es sogar passieren können, dass die Paarung heute nicht RB Leipzig gegen SG Dynamo Dresden lautet, sondern eventuell Red Bull München, Red Bull Düsseldorf oder Red Bull Pauli gegen Dresden. Jene Vereine weigerten sich aber damals auf die Forderungen der Red Bull-Führungsetage einzugehen, und sorgten so dafür, dass Red Bull in Leipzig Fuß fasste. Dort bekamen Sie ihre Wünsche erfüllt. 50+1 Mehrheit, Umbenennung des Namens sowie Anpassung des Wappens und der Vereinsfarben. Man erlangte damals das Startrecht in der fünften Liga vom damals noch bestehendem Verein SSV Markranstädt. Dort übernahm man die erste Männermannschaft und jeweils die ersten Männermannschaften der Jugendabteilungen. Danach nahm das Projekt "Leipzig" seinen Gang, und führte 8 Jahre später zur Teilnahme in der Bundesliga, ein Erfolg der wahrscheinlich noch in Jahren umstritten sein wird. An diesem Abend trifft nun also, so wird es oft bejodelt, "Tradition auf Plastik & Kommerz". Gut 50 Jahre Unterschied weisen beide Vereine in ihrem Dasein auf.
Die Paarung Dresden - Leipzig gab es an diesen Abenden aber nicht zum ersten Mal. Vor 6 Jahren, als Dresden klassenmäßig über Leipzig kickte, traf man im Halbfinale des Sachsenpokales aufeinander. Dresden, welche als Favoriten ins Spiel gingen, unterlagen damals kläglich. Bereits zur Halbzeit führte Leipzig mit 2:0. In Halbzeit 2 konnte Dresden zwar anschließen, die Niederlage wurde aber nicht abgewendet. Danach gewann Leipzig im Finale gegen den 1. FC Chemnitz den Sachsenpokal.
Aussagen & die Stimmung im Vorfeld
Noch kurz bevor das Spiel angepfiffen werden sollten, waren es auf der PK beide Trainer, die Ihre letzten Worte zum Spiel verloren.
"Ohne Zweifel ist dies das wichtigste Spiel, welches wir nach unserem Aufstieg angehen müssen, und zu gleich ist es eine riesige Belastungsprobe unserer jungen Truppe. Wir sind uns aber sicher, dieses Spiel gewinnen zu können, denn wir sind topmotiviert", so Hasenhüttl im Vorfeld des Spiels.
Zerche entgegnete dem Ganzen mit einem, "Warum sollten wir uns davon unter Druck setzen lassen?! Ich sehe dafür keinen Grund. Wir haben uns heute wie auf jedes andere Spiel ganz normal vorbereitet. Am Ende des Tages ist das hier ein normales Spiel gewesen, mit der Möglichkeit für Erfolg riesig belohnt und für Misserfolg riesig bestraft zu werden.
Von Expertenseite her war klar, dass dieses Spiel ein sehr Intersssantes sein wird. Viele Experten warnten RB Leipzig vor dem stark aufspielendem Roman Buess, der momentan nach Belieben trifft. Dresden riet man zu sicherem Spiel, und defensiv sicher zu stehen, sonst könnten die schnellen Stürmer Werner und Poulsen für starke Probleme Sorgen.
Auch die Fans vertraten im Vorfeld des Spiels ihre ganz eigenen Meinungen.
"RB Leipzig ? - Nun zeigt Ihnen endlich mal einer was es heißt ein Ostverein zu sein. Dieses Produkt hat in der ersten Liga Nichts verloren!"
Ein andere entgegnete, dass "an diesem Abend das bessere Team gewinnen möge. Als Sachse fände ich beide Szenarien gut. Leipzig bietet eine grundsolide Spielanlage mit viel Fokus auf die Zukunft und Dresden ist einfach Kult. Ich kenne keinen Verein mit besseren Fans, und einem gleichzeitig so kritischem Ansehen. Ein so traditionsreicher Verein wäre natürlich eine Bereicherung!"
An diesem Abend gab es Jene die ein für Dresden waren, jene, die RB hassten, und jene, die sich ein schönes Spiel wünschten, da Sie die Sache neutral sehen würden. Im Stadion kam aber schon früh das Gefühl auf, dass Leipzig mehr als nicht erwünscht sei. Besonders die Banner und Schriftzüge aus dem K-Block sorgten für Aufregung.

Ein Auszug der Schriftzüge aus dem K-Block in Dresden, Rückspiel
Die Relegationsspiele
Nun ging es also zur Sache. Die Stimmung angeheizt, die beiden Teams bereit, und die Fans schon früh am Singen. Es sollten zwei Spiele werden, die spannender nicht sein konnten.
Spiel 1

(26') D. Demme
(85') N. Keita
Der Anpfiff ertönte und Dresden durfte anstoßen. Dresden legte auch direkt vor, denn bereits nach 5 Minuten musste Coltorti das erste Mal eingreifen und einen Schuss von Roman Buess parieren. Leipzig war beeindruckt und ließ sich von der schlechten Form der letzten Spiele die Konzentration rauben. So hatte Dresden zunächst die Möglichkeit, dass Spiel zu bestimmen und bot gerade in Halbzeit 1 einige Möglichkeiten eventuell ein Tor zu schießen, doch verfehlten einige Schüsse ihr Ziel, und andere, wie der Schuss in Minute 36 wurden glänzend pariert. Lediglich pünktlich zur Pause war Dresden dann noch einmal brandgefährlich, als Dresden in Form von Niklas Hauptmann frei vorm Tor steht, das Ding aber an den Pfosten semmelt.

Hauptmann vergibt die beste Chance der Dresdner
Halbzeit 2 gehörte dann den Leipzigern. Die ersten 20 Minuten waren diese zwar damit beschäftigt ihr Spiel so zu ordnen wie der Trainer das in der Pause wohl möglich vorgab, fand dann aber mit baldigen Abschlüssen besser und besser ins Spiel. In Minute 65 und 67 bot sich eine Doppelchance auf die Schubert im Dresdner Tor mit Hilfe von Modica gerade noch einmal klären konnte. In Minute 73 ist es erneut Schubert, der einen Schuss von Werner meisterlich pariert. In Minute 82 und 90 vergibt Leipzig dann noch einmal die Möglichkeit zu Führung, und damit dem Sieg im Hinspiel, welches man in Leipzig spielte. Fazit des ersten Spieles konnte sein, dass beide Mannschaften gleichauf spielten, Leipzig aber ein geringes Chancenplus von 12 zu 7 Schüssen aufweisen konnte.

Spiel 2
Nachdem im Hinspiel Alles danach aussah, als wäre das Spiel beider Mannschaften grundsätzlich ausgeglichen, belehrte uns die SGD im Rückspiel eines Besseren. Vor heimischem Publikum und durch Fangesänge gestärkt, spielten die Dresdner scheinbar das Spiel Ihres Lebens. Dresden spielte dominant, dynamisch und unberechenbar und erkämpfte sich viele Chancen über beide Halbzeiten hinweg, und wo vorher noch 51 % Ballbesitz auf dem Papier standen, prägten nun satte 61 % das Spiel.
Doch bevor Dresden zu Chancen kam, waren es die Leipziger die in Minute 4 beinahe in Führung gegangen wären. Werner, mit seiner unglaublichen Geschwindigkeit, lief von der Mittellinie an geradewegs, unbedrängt auf das Dresdner Tor zu, und fand in Schubert glücklicher Weise seinen Meister. Danach ließ sich aber nahezu jeder Ansatz einer Chance bei den Leipzigern vermissen. Dem Abstieg nahe, spielte man verängstig und überließ Dresden das Spiel. 45 Minuten lang passierte aber nicht viel. Leipzig mit der Riesenchance in Minute 4 und Dresden mit der ersten Offensivaktion in Minute 37. Nach dem Seitenwechsel waren es wieder die Leipziger die vorlegten. Diesmal Selke, der frei vor Schubert köpfte, aber an diesen nicht vorbeikam. Weiterhin 0:0.
Dresden scheiterte 20 Minuten später an Coltorti. In Minute 80 scheiterte dann Testroet ebenfalls an Coltorti, und nur knapp 10 Minuten später, scheiterte Stefaniak gleich doppelt beim Versuch einzunetzen.
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Stefaniak verletzte sich bei dem Versuch das Tor zu erzielen. Am Ende hieß die Diagnose "Muskelfaserriss". Erneut wird der Starspieler 3 Monate fehlen, und verbringt seit dem Beginn der Saison nun insgesamt 6 Monate verletzt auf der Tribüne. Bitter!
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Danach ging es in die Verlängerung und wieder war es Leipzig die besser in den Seitenwechsel starteten. 4 Minuten nach Wiederanpfiff war es der eingewechselte Poulsen der frei vorm Tor stehen vergab, und für einen Abstoß sorgte. Danach passierte in Dresden Unglaubliches. Stefaniak von Links auf Aosman in der Mitte, der steckt durch auf Testroet, der hämmert drauf, UND - DRIN DAS DING. Minute 101 und Dresden führte plötzlich mit 1:0. Nur 4 Minuten später hätte man dann beinahe noch auf 2:0 erhöht, schoss aber nicht genau genug auf's gegnerische Tor. Leipzig war am Boden zerstört und konnte außer einem Fernschuss in Minute 111 nicht mehr viel entgegnen. Dort, wo man zunächst an das Elfmeterschießen glaubte, sah man nun eine Dresdner Mannschaft das Spiel gewinnen, und damit in die erste Liga durchmaschieren.
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