0

Tops |
Erhalten: 22 Vergeben: 1 |
Gegen den FC Fulham stand für die Tigers das erste von drei schwierigen Auswärtsspielen an. Die Cottagers durften sich nach wie vor berechtigte Hoffnungen auf einen Playoffplatz machen und so erwartete man einen harten Fight. Die Gastgeber legten auch gleich los wie die Feuerwehr und kamen nach nur drei Minuten zu ihrer ersten Großchance, die Libor Kozak jedoch leichtfertig vergab. Sein Kopfball aus gut fünf Metern flog knapp über das Tor von Tomas Vaclik. Auch die Tigers konnten sich in der Anfangsphase gute Gelegenheiten erspielen, allerdings rettete Alex McCarthy erst glänzend gegen Sone Aluko, ehe Alex Pritchard einen Hammer aus der Distanz Zentimeter neben den Pfosten setzte. In der 26. Minute war es dann endlich soweit: nach einem perfekten Pass von Mohamed Diame war Aluko plötzlich frei durch und der Nigerianer versenkte die Kugel unhaltbar zum 1:0 in die lange Ecke. Stark! Bis zur Pause plätscherte die Partie dann vor sich hin, kein Team konnte sich nennenswerte Möglichkeiten erspielen. Nach dem Seitenwechsel änderte sich daran zunächst nichts, bis Fulham gezwungenermaßen einen Gang höher schalten musste. Durch Adam Taggart und Tom Cairney kamen die Cottagers zu guten Chancen, doch entweder konnte Vaclik parieren oder es fehlte die letzte Präzision. Zehn Minuten vor dem Ende versuchte es Kozak mit einem Schuss aus spitzem Winkel - Außenpfosten! Glück für die Tigers! In der Nachspielzeit hätte Diomande dann per Konter alles klar machen müssen, doch er setzte die Kugel am leeren Tor vorbei. McCarthy war bei einer Ecke mit nach vorne gegangen. Eine Aktion bezeichnend für die ziemlich enttäuschende Rückrunde des Norweger. Allerdings hatte dies keine weiteren Folgen, denn kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab und Hull konnte sich endlich mal wieder über drei Zähler in der Fremde freuen.
Anschließend kam es wohl zur emotionalsten Begegnung der gesamten Rückrunde - zumindest für Ian Holloway. Der Coach der Tigers kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück: die Bloomfield Road in Blackpool. Zweieinhalb Jahre hatte er dort die Seasiders trainiert, ehe er im Winter nach Hull wechselte. Es musste ein sehr komisches Gefühl für ihn sein, gegen eine Mannschaft antreten zu müssen, die er selbst zusammengestellt und trainiert hatte. Doch für Sentimentalitäten war kein Zeit, Holloway hatte einzig und allein ein Ziel: weitere drei Punkte auf dem Weg zum Aufstieg zu sammeln. Dies konnte man seiner Mannschaft auch gleich von Beginn an ansehen: bereits in der 6. Minute konnten die Tigers in Führung gehen! Alex Pritchard zirkelte einen Freistoß aus gut 20 Metern perfekt in die kurze Ecke. Nichts zu halten für Ryan Adams im Tor der Seasiders! In der Folge setzten die Gastgeber allerdings zum Gegenschlag an: Jake Jervis, Jay Spearing und Junior Stanislas zwangen Vaclik allesamt zu starken Paraden. In der 28. Minute passierte es dann jedoch: David Amoo wurde von Neal Eardley perfekt freigespielt und schloss trocken zum verdienten 1:1-Ausgleich ab. Die Partie schien sich zu beruhigen, doch kurz vor der Pause konnten die Gäste tatsächlich wieder in Führung gehen: nach einem fantastischen Solo hatte Aluko aus kurzer Distanz keine Probleme den Ball im Tor unterzubringen. Ein bockstarker Treffer! In der zweiten Hälfte übernahmen dann wieder die Gastgeber die Kontrolle, allerdings ohne sich echte Torchancen herauszuspielen. Nach gut einer Stunde versuchte Stanislas einen Distanzschuss, der den Kasten von Vaclik jedoch knapp verfehlte. Zehn Minuten später durfte Brad Potts relativ unbedrängt vom Strafraumrand abziehen - und der Mittelfeldspieler hämmerte den Ball tatsächlich perfekt in die lange Ecke. Der erneute Ausgleich! Kurz vor dem Ende hatte Eardley dann sogar den Sieg auf dem Fuß, jedoch flog sein Schuss Zentimeter über die Latte hinweg. So blieb es am Ende beim 2:2-Unentschieden - ein absolut gerechtes und versöhnliches Ergebnis, mit dem beide Teams durchaus leben können. Und auch Ian Holloway wird zufrieden mit seiner Rückkehr an die Westküste gewesen sein.
Zu Gast in Wales trafen Hull City eine Woche später auf Cardiff City, die im grauen Mittelfeld der Tabelle feststeckten und mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun hatten. Dennoch erwarte Holloway eine schwere Aufgabe - und er sollte Recht behalten: die Bluebirds standen defensiv äußerst kompakt und ließen nahezu nichts zu. Nach vorne ging im ersten Durchgang allerdings für beide Teams nicht viel. Einzig Andrew Pilkington prüfte Vaclik mit einem Distanzschuss, den der Tscheche jedoch souverän halten konnte. Folgerichtig ging es mit einem 0:0 in die Kabinen. Der zweite Durchgang war dafür dann deutlich ereignisreicher: zunächst vergab Alan Kardec eine gute Möglichkeit, kurz darauf parierte David Marshall auf der Gegenseite stark gegen Sam Clucas. Beide Teams versuchten nun irgendwie in Führung zu gehen und die Partie doch noch zu gewinnen. Echte Chancen gab es allerdings erst wieder in der Schlussphase: Pritchard scheiterte fünf Minuten vor dem Ende aus guter Position am Pfosten, in der Nachspielzeit rettete Marshall mit einer starken Parade gegen Robert Snodgrass zur Ecke. Diese kam getreten von Jake Livermore hoch hinein und landete im Getümmel. Von da sprang der Ball irgendwie zum eingewechselten Tom Huddlestone, der ihn über den herausstürzenden Marshall zum 1:0 ins Netz bugsieren konnte. Unglaublich! Grenzenloser Jubel bei den mitgereisten Fans! Die Tigers hatten also tatsächlich noch den Lucky Punch geschafft. Solche Spiele gewinnt nur ein Aufsteiger! Sieben Punkte aus drei schwierigen Auswärtsspielen geholt - eine wahrlich starke Ausbeute! Der Aufstieg scheint fünf Spieltage vor Saisonende zum Greifen nahe. Doch noch sind 450 Minuten zu spielen, eine halbe Ewigkeit. Da kann noch viel passieren.
Endlich wieder zurück im heimischen KC Stadium bekamen es die Tigers mit dem FC Reading zu tun. Ein echtes Topspiel! Die Royals hatten in den letzten Spielen einen tollen Lauf hingelegt und wollten ihre starke Form nun in Hull bestätigen. Die Tigers waren also gewarnt und hoch fokussiert - dachte man zumindest. Nach fünf Minuten hätte Diame sein Team gleich in Führung bringen müssen, doch aus kürzester Distanz brachte der Senegalese die Kugel nicht im Tor unter - knapp links vorbei! In der Folge übernahmen dann aber die Gäste aus Reading das Kommando und erspielten sich gute Möglichkeiten. Oliver Norwood setze einen Distanzschuss zunächst knapp zu hoch an, doch Jordan Obita machte es kurze Zeit später besser: vom Strafraumrand zog der Linksverteidiger - an dem ja auch Hull in der Winterpause interessiert war - trocken ab und beförderte den Ball über Vaclik hinweg in den Winkel. Was ein Tor! Die Tigers hatten nicht viel entgegenzusetzen, zu tief saß der Schock über den Gegentreffer. Mit 0:1 ging es dann auch in die Pause. Nach dem Seitenwechsel machten die Gäste da weiter, wo sie aufgehört hatten und konnten nach gut einer Stunde sogar auf 2:0 erhöhen: nach einer Ecke stand der Ex-Tiger Paul McShane am langen Pfosten völlig frei und hatte keinerlei Mühe den Ball mit dem Kopf über die Linie zu drücken. Die Vorentscheidung! Hull wirkte nun endgültig geschlagen. Und es sollte sogar noch schlimmer kommen: zehn Minuten vor dem Ende gelang Oliver Norwood eine echte Granate aus gut 25 Metern, die unhaltbar im Netz einschlug. 3:0 für die Royals! Das war dann auch der Endstand in einer sehr einseitigen Partie. Ein wahrlich gebrauchter Abend für Ian Holloway und sein Team. Dennoch muss der Blick nun auf die nächsten Partien gerichtet werden, zu lange darf man sich mit einem schlechten Spiel nicht aufhalten. Sowas passiert nun mal ab und zu - selbst den besten Teams.
Vier Spieltage vor Ende der Saison hat Hull City die Queens Park Rangers endlich überholt und mit 78 Punkten die Tabellenführung der Championship übernommen. QPR liegt mit 76 Punkten zwei Punkte dahinter auf Rang zwei. Es folgen Middlesbrough mit 73, Derby County mit 71 und Reading mit 70 Zählern auf den Plätzen drei bis fünf. Als nächstes steht jedoch der große Showdown an: in Hull treffen die Tigers auf QPR! Der Gewinner könnte einen riesigen Schritt in Richtung Premier League machen! Anschließend geht es für das Team von Ian Holloway noch gegen Ipswich Town, Bournemouth und zum Abschluss zuhause gegen Birmingham. Spätestens dann werden wir wissen, ob es für Hull City zum direkten Aufstieg reichen wird - oder ob doch noch der ungeliebte Umweg über die Playoffs genommen werden muss. Stay tuned!
Black_Tiger (16.09.2016)
Lesezeichen