DHB-Team verliert in Hannover 20:22
Ägypter revanchieren sich

Mit schweren Beinen unterlag die deutsche Handball-Nationalmannschaft am Sonntag im zweiten Vergleich dem Afrikameister Ägypten in Hannover mit 20:22 (9:14).
Viele Fehler und Unkonzentriertheiten: Heiner Brand konnte nicht zufrieden sein.
© imago

Einen Tag nach dem glücklichen 26:25 (13:14) in Hamm war der amtierende Weltmeister meilenweit von seiner Bestform entfernt. Knapp fünf Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking kein Problem für Bundestrainer Heiner Brand: "Die Spiele haben trotzdem ihren Sinn erfüllt, ohne sie überzubewerten. Wir haben in den vergangenen Wochen hart gearbeitet, das merkte man den Spielern in einigen Phasen an", sagte der Weltmeister-Coach.
Für den deutschen Handball war es im 28. Länderspiel die siebte Niederlage (ein Unentschieden) gegen den WM-17. Ägypten.
Trainingsprogramme in Köln und Kaiserau sorgten für fehlende Frische auf dem Hannoverschen Hallenboden. Der Rückraum der Pharaonensöhne kam immmer wieder durch und entblößte wie schon am Samstag in Hamm deutlich sichtbare Schwächen. Am Sonntag wiederholte auch der Angriff die unkonzentrierte Vorstellung des ersten Spiels.
"Für den jetzigen Stand der Vorbereitung habe ich aber auch einige gute Dinge gesehen", meinte Brand, der einige Stammkräfte schonte.
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5600 Besucher sahen mit Torsten Jansen und Michael Kraus (je drei) die besten deutschen Schützen. Kraus stand nach dem Rücktritt von Kapitän Markus Baur (Trainer in Lemgo) im Blickpunkt, bei ihm wechselte ebenso Licht und Schatten wie bei den Konkurrenten Köhrmann und Strobel. "Natürlich wäre ich gerne die Nummer eins, aber das ist nicht meine Entscheidung", hielt sich Weltmeister Kraus zurück.
Christophersen fährt nicht mit nach Peking

Als erster Spieler wurde nach dem Test in Hannover Sven-Sören Christophersen von Brand aus dem 23-köpfigen Aufgebot gestrichen. "Über weitere Streichungen muss ich erst eine Nacht schlafen. Über einige Positionen muss ich mir Gedanken machen", sagte der Bundestrainer.
Bis 15. Juli muss sich Brand für seinen 14er-Kader für die Sommerspiele entscheiden, dann ist Meldeschluss beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). 14 Akteure plus ein Ersatzmann, das sorgt bei Brand für Unmut. "Bei diesem System haben einige Leute aber nicht an die Mannschaftssportarten gedacht. Wenn ich einen Torhüter als Ersatz nominiere und sich ein Linksaußen verletzt, dann habe ich davon nichts."
"Viele Verbände haben protestiert. Ich hoffe auf eine schnelle Klärung", so Brand weiter. Für ihn und seine Schützlinge geht es nun mit dem nächsten Trainingslager in Meran/Südtirol (ab 9. Juli) weiter, dann stößt auch Routinier Christian Schwarzer hinzu. Am 19. Juli kommt es zu Tests in Mannheim und tags darauf in Stuttgart gegen Schweden. Einem Kurz-Lehrgang in Halle/Westfalen folgt die Peking-Generalprobe gegen Rekord-Olympiasieger Russland in Köln (26. Juli) und Halle (27. Juli). Bei Olympia trifft die DHB-Auswahl in der Vorrunde auf Ägypten, Russland, Südkorea, Island und Europameister Dänemark.
Deutschland – Ägypten 20:22 (9:14)

Deutschland: Fritz (Rhein-Neckar Löwen), Bitter (Hamburg) – Jansen (3/1/Hamburg), Kraus (3/Lemgo), Klimovets (2/Löwen), Hens (2/Hamburg), Müller (2/Großwallstadt), Gensheimer (2/Löwen), Preiß (2/Lemgo), Kaufmann (2/Lemgo), Zeitz (1/Kiel), Sprenger (1/Magdeburg), Strobel (Balingen-Weilstetten), Köhrmann (Großwallstadt), Kehrmann (Lemgo), Roggisch (Löwen)
Bester Werfer für Ägypten: Zaky (5/3)
Zuschauer: 5600 in Hannover
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