Serdarusic sagt den Löwen ab

Paukenschlag in der Handball-Bundesliga! Noka Serdarusic wird doch nicht Trainer der Rhein-Neckar Löwen. Der 58-Jährige, der kürzlich am Knie operiert worden war, bat den Bundesligisten aus gesundheitlichen Gründen um die Auflösung seines Vertrags. Der Verein erfüllt den Wunsch. Dies gaben die Löwen am Mittwoch bekannt. Damit dürfte auch die Verpflichtung von Welthandballer Nikola Karabatic vom Tisch sein.
"Aus gesundheitlichen Gründen kann ich noch nicht auf die Trainerbank zurückkehren", wird Serdarusic auf der Internetseite der Mannheimer zitiert. Im Sommer war der 58-Jährige an der Bandscheibe operiert worden, vor einigen Wochen musste er sich dann eine Knieprothese einsetzen lassen. "Ich habe wieder große Schmerzen", sagte Serdarusic dem sid, "sowohl im Rücken als auch im Knie ist der Heilungsverlauf nicht optimal, es hat neue Komplikationen gegeben." Nicht nur körperlich hinterlassen seine gesundheitlichen Probleme Spuren: "Zugegeben, auch seelisch bin ich angeschlagen, das greift alles ineinander. Mir geht es zur Stunde so dreckig, dass ich nicht weiß, ob ich überhaupt noch mal als Trainer arbeite."
Für die ambitionierten Rhein-Neckar Löwen ist die überraschende Absage von Serdarusic natürlich ein Schock: "Das haben wir uns anders vorgestellt. Das ist ein herber Rückschlag für unsere sportlichen Planungen", erklärte Manager Thorsten Storm: "Das ist höhere Gewalt, das muss man akzeptieren. Das Risiko mit seiner Gesundheit war uns bewusst. Wir wünschen ihm gute Besserung."


Serdarusic, der mit dem THW Kiel in 15 Jahren 25 Titel sammelte, hatte im Dezember 2009 einen Dreijahresvertrag bei den Rhein-Neckar Löwen unterschrieben. Mit dem Erfolgscoach auf der Trainerbank wollten die Löwen zum Großangriff auf den THW Kiel ausholen und auch in Europa in die Spitze vorstoßen. Dafür hatten sich die Mannheimer intensiv um die Verpflichtung von Kiels Welthandballer Nikola Karabatic bemüht, der zu Serdarusic ein enges persönliches Verhältnis pflegt. Dieses Thema dürfte sich nach der überraschenden Entwicklung erledigt haben. Storm sagte gegenüber NDR Info, dass aus seiner Sicht wenig Hoffnung bleibe, weil "der Hauptgrund für Karabatic, zu den Löwen zu kommen, sicher Noka Serdarusic war". Auf seiner Internetseite hat sich der Franzose erstmals zu Wort gemeldet.
Olsson und Lindgren als Kandidaten

Als Kandidaten auf den Trainerposten werden der ehemalige schwedische Superstar Staffan Olsson, der unter Serdarusic jahrelang in Kiel spielte und derzeit Hammarby IF trainiert sowie Ola Lindgren von der von Insolvenz bedrohten HSG Nordhorn gehandelt. Gemeinsam betreuen beide momentan die schwedische Nationalmannschaft. Storm: "Wir wollten einen international erfahrenen Top-Trainer haben. Das gilt auch weiterhin." Der derzeitige Coach Wolfgang Schwenke scheidet im Sommer aus.
Q:dpa