Versteht er es wohl nicht
@Dzehn: immer doch ;)
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Sigurður! :ireful: Wenn mans schon mit den isländischen Buchstaben nicht hat, dann wenigstens Sigurthur, aber nicht Sigurdur :ireful::sarcastic:
Das Lob nehme ich dann einfach Mal gerne zur Kentniss ;)
Und auch wenn mir solche fb-Bettelei gegen den Strich geht, hab ich mal bei dir was dagelassen ;):P
Och, das Chaos kommt schon noch :P
Danke für dein Lob ;):yes:
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Danke für dein FB, Spacko :sarcastic:
Und das geht an euch beide: https://humansareweird.files.wordpre...kidding-me.jpg
Konstanz ist der Schlüssel zum Erfolg, auf jeden Fall. Aber bei Vorgabe Nichtabstieg bin ich auch zufrieden, wenn es am Ende nicht ganz für den Aufstieg reicht :P
Ähm... Dafuq did i just read? :bad::sarcastic::sarcastic::sarcastic:
Ich kann es nicht glauben, dass ich hier der einzige erwachsene zu sein scheine :sarcastic:
Und wenn man flucht, dann rutscht einem halt schonmal was in der Muttersprache raus. Hoffe, irgendwer nimmt sich wenigstens die Mühe, das zu übersetzen :P
Sigurður ist King :cool:
Zur neuen Saison sage ich nix :pardon:
Aber danke für dein FB :yes:
@ALL: Neues Kapitel coming :cool:
Nach zuletzt drei Heimspielen in Serie stand am 29. Spieltag wieder ein Auswärtsspiel für uns an: Auf der Alm ging es gegen die Bielefelder Arminia. Doch nachdem wir in die letzten Spiele immer gut gestartet waren und meist noch innerhalb der ersten zehn Minuten in Führung gingen, gingen wir dieses Mal nach allen Regeln der Kunst baden. Christoph Hemlein bekam den Ball von Mittelstürmer Fabian Klos in den Lauf gespielt, ließ Maximilian Wittek aussteigen und legte den Ball in die Mitte zurück. Dort kam der Franzose David Ulm an den Ball, stoppte ihn einmal kurz – wozu er aus mir unerfindlichen Gründen auf Höhe unseres Strafraums Zeit, Platz und Geduld hatte – und jagte ihn dann unhaltbar für Stefan Ortega unter die Latte. „So ein Dreck!“ schrie ich und schlug wütend mit meinem Gehstock gegen die Bank. „Christopher an die Bank?“ fragte Niels und stand auf. Ich nickte nur und wartete darauf, mich mit dem Innenverteidiger und Abwehrchef kurz abzusprechen. Das schien einerseits Wirkung zu zeigen, andererseits aber tierisch nach hinten loszugehen: Einen Angriff später spitzelte Dennis Mast den Ball vom linken Flügel nach innen in Richtung Fabian Klos. Christopher Schindler, der diesmal besser antizipierte, ging dazwischen und grätschte den Ball aus der Gefahrenzone. Unglücklicherweise landete der Ball genau auf dem Fuß von David Ulm, der den Ball diesmal direkt nahm und unhaltbar für Ortega ins Kreuzeck schweißte – 0:2 und das nach noch nicht einmal zehn Minuten. Wieder konnte ich mir einen Fluch nicht verkneifen und wieder musste Niels mir ein paar Gesprächspartner an die Bank holen – diesmal jedoch mit Daniel Adlung, Dominik Stahl und Andreas Pereira das Dreiermittelfeld und nicht, um sie einen Kopf kürzer zu machen, sondern, um taktisch neu zu justieren: Anstelle des 4-1-4-1-Systems, welches wir seit der Winterpause quasi ununterbrochen spielten, stellte ich um auf ein 4-2-3-1 und zog Daniel Adlung auf die Sechs zurück. Teils der Systemumstellung, teils aber sicherlich auch der Zufriedenheit der Gastgeber geschuldet beruhigte sich das Spiel in der Folge, Bielefeld kam nicht mehr wirklich zum Zug und kurz vor der Pause hatten wir dann sogar die erste wirklich große Ausgleichschance: Daniel Adlung spielte aus der Tiefe einen Ball in den rechten Halbraum, Krisztian Simon erlief das Leder, umspielte Sebastian Schuppan und zog ab – scheiterte aber am glänzend parierenden Wolfgang Hesl. Doch nach dem Seitenwechsel und der Einwechslung von Romuald Lacazette als echtem Sechser neben Dominik Stahl wurden wir endgültig zur besseren Mannschaft. Erst konnte sich Hesl gegen Marius Wolf abermals auszeichnen, doch nach knapp einer Stunde gelang uns der Anschlusstreffer: Wolf bediente Wittek im linken Rückraum, der Juniorennationalspieler flankte den Ball gefährlich in die Mitte und genau im richtigen Moment stieg Rubin Okotie hoch, setzte sich gegen den bis dato souveränen Julian Börner durch und traf per Kopf zum 1:2. Danach schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis wir den Ausgleich erzielten – doch Wolfgang Hesl schien unüberwindlich und nachdem der erfahrene Keeper gegen Lacazette (65'), Andreas Pereira (67'), Rubin Okotie (70' und 77') und Maximilian Wittek (74') einige schier unmenschliche Paraden auspackte, schwand bei uns ein wenig die Zuversicht und es machte sich die Frage breit, ob die Zeit noch reichen würde. Doch letztlich sollte die Einzelaktion eines Spielers, der in der zweiten Liga eigentlich nichts mehr verloren hatte, uns den Punkt sichern: Andreas Pereira holte sich von Daniel Brinkmann den Ball, setzte sich mit einem kurzen Antritt von diesem ab und zeigte eines seiner Kabinettstückchen: Aus einer eigentlich ungewinnbaren 1-gegen-3-Situation gegen Peer Kluge, Julian Börner und Stephan Salger ging er als Sieger hervor und behielt auch gegenüber Wolfgang Hesl die Nerven und überwand den Schlussmann der Arminen mit einem überlegten Schlenzer. Zwar wäre nach so einer Schlussphase eigentlich auch ein Sieg verdient gewesen, doch dazu reichte die Zeit leider nicht mehr und so mussten wir uns damit abfinden, gegen den Vorletzten der Tabelle nur einen Punkt geholt zu haben – und das ausgerechnet vor dem Duell mit dem seit der Winterpause ungeschlagenen 1. FC Kaiserslautern.
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Doppeltorschütze David Ulm war heute einer der entscheidenden Faktoren
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Auf dem Betzenberg stellte ich personell nur einmal um: Daniel Adlung musste wie so oft für Michael Liendl rotieren – es blieb also beim 4-1-4-1 und ich behielt mir vor, das 4-2-3-1 abermals nur als Notoption zu nutzen. Zwar war es eigentlich mein Lieblingssystem und in Hobro war ich damit erfolgreich gewesen, aber in einem Verein, in dem man einen Kai Bülow oder Romuald Lacazette dafür in die Startelf beordern musste, war das keine naheliegende Option. Für den Sommer hatte ich mir jedoch fest vorgenommen, Daniel Adlung zum Sechser umzuschulen, aber für den Moment musste das 4-1-4-1 zum Klassenerhalt reichen. Kaiserslautern hatte andere Zielvorstellungen: Nachdem man zur Winterpause auch noch akut in Abstiegsgefahr war, hatte man sich im Winter für insgesamt 4.000.000€ verstärkt, seitdem eine beeindruckende Serie hingelegt, war bis auf Rang 5 vorgestoßen und liebäugelte nun mit den Aufstiegsplätzen. Entsprechend selbstbewusst traten die Pfälzer auf, hatten mehr Ballbesitz und bald auch die erste Chance: Ruben Yttegård Jenssen bediente Kacper Przybyłko, der ehemalige polnische Juniorennationalspieler ließ Rodnei aussteigen und zog von der Strafraumkante ab – doch Michael Ortega hatte aufgepasst und konnte den Schuss des Sturmtanks parieren. Einen Angriff später war aber auch er machtlos: Mateusz Klich behauptete den Ball im Mittelfeld gegen zwei Gegenspieler und bediente abermals Ruben Yttegård Jenssen auf dem linken Flügel. Der Norweger spielte Gary Kagelmacher aus und zog nach innen, nahm aus 25 Metern Maß und schlenzte den Ball perfekt in die lange Ecke – es war die mehr als verdiente Führung zu diesem Zeitpunkt, und leider änderte ich auch nach dem Gegentreffer nichts am Spielverlauf. Angriffswelle für Angriffswelle kamen die Pfälzer auf unser Tor zu und einzig Ortega im Kasten und dem in Zweikämpfen absolut unnachgiebigen Abwehrchef Christopher Schindler war es zu verdanken, dass wir kurz vor dem Seitenwechsel noch überhaupt im Spiel waren – und dann kam unsere Chance auf den Lucky Punch. Klich suchte mit einem Steilpass Marcel Gaus auf dem rechten Flügel. Wittek ging dazwischen, bediente Rubin Okotie am Mittelkreis und der leitete den Ball direkt weiter in den Lauf von Michael Liendl. Der Österreicher zog zwei Gegenspieler auf sich und legte den Ball genau im richtigen Moment weiter in den Lauf von Andreas Pereira, der damit frei durch war und alleine auf das Tor von Marius Müller zulief. Kurz vor dem Strafraum nahm der Brasilianer mit belgischen Wurzeln etwas Tempo aus seinen Bewegungen, ließ Müller ihm entgegenkommen und schob den Ball schließlich mit Übersicht nach links, wo Marius Wolf zur Stelle war und aus kurzer Distanz ins leere Tor einschießen konnte. In der Kabine war daher die Marschroute klar: Weiter dagegenhalten, weiter die Offensive suchen und durch mehr Spielanteile die Chancen zum Führungstreffer erarbeiten und natürlich nutzen – allein, es half nichts. Kaiserslautern hatte das Zepter weiter in der Hand, gerade die millionenschweren Neuzugänge Kachunga und Vrancic, der für Klich in die Partie gekommen war, lieferten uns einige Probleme. Immer wieder schafften es die Gastgeber, Kachunga mit Steilpässen in Laufduelle gegen unsere beileibe nicht besonders schnellen Innenverteidiger zu bringen und immer wieder hatte der Deutsch-Kongolese gute Gelegenheiten, scheiterte aber an Michael Ortega. Knapp eine Viertelstunde vor dem Ende war dieser aber abermals überwunden: Vrancic bediente den in die Mitte gestarteten Marcel Gaus, der schüttelte Gary Kagelmacher ab und setzte den Ball aus spitzem Winkel schließlich unhaltbar unter die Latte. Wir warfen zwar in der Schlussphase nochmal alles nach vorne und agierten sogar in einem 4-4-2 mit Mugosa als zweitem Stürmer neben Rubin Okotie, doch es half nichts und am Ende war die Niederlage verdient und besiegelt.
Als nächster Gegner stand wieder ein Verein mit personell stärkerem Kader auf der Matte: Der Absteiger aus Freiburg gastierte in der Allianz Arena, und auch wenn der Sportclub mit hohen Ambitionen gestartet war, so hieß die bittere Realität im Breisgau 'Abstiegskampf'. Doch der SC gab sich kämpferisch und begann mit viel Offensive, hatte nach wenigen Minuten die erste Chance: Vincenzo Grifo setzte sich halblinks ab und bediente Mittelstürmer Nils Petersen, der sich gegen Rodnei durchsetze und abzog, jedoch zu hoch zielte. Danach hatten wir zwei gefährliche Angriffe, abgeschlossen von Daniel Adlung und Marius Wolf. Doch danach entwickelte sich die Partie zu einem klassischen Schlauchboot-auf-Riff-Spiel: Die Luft war schnell raus. Und am Rand stand ich als hilfloser Isländer mit einem Paddel in der Hand. Und durfte dann noch mit ansehen, wie der für den schwachen Kagelmacher startende Vladimir Kovac das Boot endgültig zum kentern brachte: Mats Møller Dæhli überspurtete den Slowaken und der hielt diesen mit dem Arm an der Hüfte fest – rote Karte und Elfmeter waren die logische Konsequenz. „Vladimir! Was sollte das!“ schrie ich über den halben Platz, doch der vom Platz gestellte beachtete mich gar nicht und stampfte wütend an mir vorbei in den Spielertunnel. „Vladimir!“ schrie ich ihm noch hinterher – vergeblich, und mehr als ein halb geflüstertes, halb geschrienes „Tak kurva špina!“ konnte ich aus seiner Richtung nicht ausmachen. „Niels, hol mir Kai an die Bank.“ instruierte ich meinen Co-Trainer – doch ehe Kai Bülow, seines Zeichens gelernter Innenverteidiger, sich als neuer Rechtsverteidiger anstelle von Daniel Adlung auf den Platz machte, war der Elfmeter fällig: Nils Petersen trat an, schickte Mchael Ortega in die rechte Ecke und setzte den Ball flach in die Tormitte. Ich fluchte, wusste aber, dass wir auch in Unterzahl weiter nach vorne würden spielen müssen – was uns aber bis zur Pause nicht gelang. Erst hatte der Deutschitaliener Vincenzo Grifo per Distanzschuss die Gelegenheit, zielte jedoch knapp am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf kam der zweite Stürmer Maximilian Philipp nach einem Konterversuch zum Abschluss, doch Ortega konnte den zentralen Schuss relativ mühelos parieren. Erst nach dem Seitenwechsel änderten sich die Verhältnisse dann etwas: Erst köpfte Rubin Okotie eine Hereingabe von Andreas Pereira vom Rechten Fünfmetereck über die Latte, kurz danach kam Marius Wolf nach Steilpass des Brasilianers aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, scheiterte aber an Alexander Schwolow. Die Partie spitzte sich immer mehr zu und auch wenn der Unparteiische Tobias Welz sich mühte, das Spiel im Rahmen der Fairness zu halten – es uferte aus. Binnen Minuten sahen mit Torrejón, Schuster, Okotie, Simon und Stahl fünf Spieler eine in jedem Fall gerechtfertigte Verwarnung – doch keiner der Spieler ließ sich in Gefahr einer Ampelkarte bringen. Dann aber kam mir ein Einfall und ich wies Niels an, mir Andreas Pereira an die Bank zu holen. Der wirkte zwar etwas überrascht, tat aber wie geheißen. „Also Andreas, hör zu. Ihr spielt das gut, ohne Frage. Aber in Unterzahl knacken wir die nicht. Geh mehr über links, geh in Dribblings mit Møller Dæhli – und tu, was nötig ist.“ sagte ich und sah im eindringlich in die Augen. Andreas schien zu verstehen, denn nach kurzem Zögern nickte er schließlich und machte sich wieder auf auf den Platz. Und tatsächlich, keine drei Minuten später war es so weit: Andreas Pereira spielte einen Doppelpass mit dem eingewechselten Jannik Bandowski, tunnelte Mats Møller Dæhli und als dieser im Umdrehen die Hand an Pereiras Arm legte, nahm die Schwerkraft überhand. Kein böses Foul mit Sicherheit, aber nach den DFB-Regularien eine klare gelbe Karte. Dies schien auch der Norweger, der bereits im ersten Durchgang verwarnt wurde, zu wissen, und machte sich schnellstmöglich aus dem Staub – doch vergeblich, der Referee bedachte ihn korrekterweise mit einer Ampelkarte. Freiburg konnte nicht mehr wechseln und so durfte nach dem ausgewechselten Lukas Kübler und dem behelfsmäßig eingesprungenen Mats Møller Dæhli nun für die letzten zehn Minuten mit Nicolas Höfler der dritte Rechtsverteidiger in diesem Spiel ran. Das brachte Unsicherheit in die Abwehr der Gäste und so kamen wir dann doch noch zum Ausgleich: Pereira bediente Jannik Bandowski, der von Höfler sträflich allein gelassen wurde. Die Leihgabe aus Dortmund zog ab und zwang Schwolow zu einer Fußabwehr, der Ball trudelte jedoch genau in die Füße von Rubin Okotie und ehe Torrejón oder Kempf eingreifen konnten, hielt dieser den Fuß in den Ball und schob ihn zum verdienten Ausgleich über die Linie.
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Alexander Schwolow sah beim Gegentreffer eher suboptimal aus
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Quellen: Ulm, Schwolow
Tak kurva, špina! Spinnt er? Wer denn, Sigurður, Niels, oder der Schiri?
Sehr geil geschrieben, ergebnismäßig nimmst du dir damit die letzte theoretische Chance, vielleicht noch das Playoff zu erreichen. Noch eine Saison zweite Liga scheint 1860 aber eh nicht schlecht zu bekommen, ich meine 2;2 gegen Bielefeld, verständlich, dass du deinen Frust an Darmstadt auslässt, aber lass Zlatko da gefälligst raus! :keule: Btw, ich versteh die Widmung nicht. :)
Durch den Abschlussgruß gibt es heute kein Feedback.
@Richard: Das stimmt so nicht. Da steht "Hier steht nichts drinnen" drin. Also ist die Aussage, dass da nichts drin steht eigentlich falsch. #kaboom
Kein Sieg aus drei Spielen - wird schon realistischer. :P
Text muss ich nachher in Ruhe durchlesen, grad keine Zeit...
Diese Spoiler geraten außer Kontrolle :ireful::sarcastic:
Er hat es übersetzt :yahoo:
Widmung is nich so wichtig :D Nur haben mich halt diese absichtlich Provozierten Karten auf den Gedankengang gebracht, das so zu inszenieren gegen Freiburg. Nehme mal an, dass mich das auch n paar FB gekostet hat diesmal - seis drum :pardon:
Ähm... Danke? :sarcastic:
Joa, alles gewinnen wär ja lame :P
@ALL: Neuer Teil kommt bald :cool:
Es war ein schöner Mittwochnachmittag in München, die Sonne schien durch das Bürofenster und erfüllte weite Teile des Raums mit Licht. Ich saß da, hinter dem kleinen Schreibtisch, und wartete darauf, dass Niels das Büro betrat. Knapp eine halbe Stunde zu spät war er dran – normalerweise machte er Mittagspause bis 13:00, mittlerweile zeigte die Uhr über der Tür 13:26. Doch dann – endlich – öffnete sich die Tür.
„Hi.“ sagte ich freundlich und hob die Hand zum Gruß.
Niels sah mich nur verwirrt an und lieb in der Tür stehen. Er drehte sich langsam zur Tür um, dann wieder zu mir. „Komisch...“ sagte er schließlich. „Jemand muss die Tür ausgetauscht haben, da steht eindeutig 'Niels Madsen' dran und nicht 'Sigurður Mikaelsson', wie kann das sein?“ fragte er mich und sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Kein Irrtum. Ich fand es hier nur gerade sehr schön.“ sagte ich.
„Na gut. Wenn ich dich frage, was du in meinem Büro tust – ist dann eine vernünftige Antwort zu erwarten?“ fragte er.
„Versuchs doch!“ patzte ich ihm entgegen und stand auf, um ihm seinen Stuhl anzubieten.
„Ich denke nicht.“ erwiderte Niels. „Und wenn ich dich frage, was du mit Andreas letztes Spiel abgesprochen hast, habe ich dann Chancen auf eine Antwort?“ fügte er an und sah mich mit prüfendem Blick an.
„Ich könnte es dir sagen.“ sagte ich und legte eine bedeutungsvolle Pause ein. „Aber dann müsstest du mich beim DFB melden. Und du würdest bei der Sitzung vor dem Disziplinarausschuss neben uns sitzen.“ ergänzte ich.
Niels schwieg und schien zu überlegen. „Nun, ich schätze, dann lasse ich hier einfach mal die Unschuldsvermutung gelten. Aber trotzdem – gute Arbeit, aber lass da lieber kein Muster erkennen.“ gab er zu bedenken.
Ich nickte nur schweigend und stieß den Schreibtischstuhl an, so dass er in Richtung von Niels rollte. Der sah mich nur fragend an und ich bedeutete ihm gestenreich, sich zu setzen. Der tat wie geheißen und sah mich erwartungsvoll an.
„Also?“ fragte er schließlich.
„Was denn?“ gab ich mit Unschuldsmine zurück.
„Du weißt, was.“ gab Niels angenervt zurück. „Was willst du?“
„Ach ja, natürlich doch.“ lenkte ich ein und spielte den Eindruck, als hätte ich es vergessen gehabt. „Ich hab da 'n Video für dich.“ sagte ich und griff in die Innentasche meines Anzugs.
„Wenn das wieder von dir und Amanda ist, dann –“
„Ist es nicht.“ beschwichtigte ich Niels, der schon halb wieder aufgestanden war. „Und das würde ich nie als DVD brennen. Das war ein Mail-Anhang und es war ein Versehen.“
„Natürlich, ein Versehen.“ erwiderte Niels genervt. „Solche Mails verschickt man an niemanden!“ fügte er hinzu. Ich zuckte nur beiläufig mit den Schultern und legte die DVD in den PC ein.
„Mir ist schon mal peinlicheres passiert. Ich hab' mal ein Bild von meinem Gemächt an mein ganzes Adressbuch geschickt.“ sagte ich.
„Ok, das ist peinlich.“ stimmte Niels zu.
„Das ist nicht nur peinlich gewesen, das hat mich auch ein Vermögen an Briefmarken gekostet.“ korrigierte ich ihn und konnte nicht umhin, den verstörten Ausdruck in Niels' Gesicht zu genießen.
Der ging nicht weiter darauf ein, denn eine andere Frage schien ihm auf der Zunge zu liegen. „Was in Gottes Namen hattet ihr eigentlich mit der Schlagsahne vor?!“ fragte Niels verwirrt und ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
„Du hättest weiter gucken sollen.“ antwortete ich nur und sah ihn vielsagend an. „Hättest noch was lernen können.“
„Ich will gar nicht –“
„Klappe.“ fuhr ich dazwischen und deutete auf den Monitor. „Sieh es dir an und sag mir, was du siehst.“ sagte ich und drückte auf 'Play'.
Niels folgte meinem Blick und nahm das Videomaterial unter die Lupe. „Was schaue ich mir da an?“ fragte er unsicher. „U23?“ ergänzte er unsicher.
„U19.“ antwortete ich. „A-Junioren Bundesliga, Staffel Süd/Südwest.“
„Gegen Freiburg, wie es scheint.“ ergänzte Niels und verfolgte mit zusammengekniffenen Augen das Geschehen im Zusammenschnitt.
„Merk' dir die Rückennummern. Ich hab die Szenen zusammenschneiden lassen, nach spätestens der fünften Szene will ich wissen, wen ich meine.“ sagte ich und versuchte zu erahnen, ob Niels den richtigen Akteur ins Auge gefasst hatte, während ich ihm eine nach Nummern sortierte Spielerliste vorlegte. Der schien das nicht zu bemerken und verfolgte weiter aufmerksam das Spiel: Erste Szene war ein schöner Distanzschuss von Moritz Heinrich nach Doppelpass mit Alexander Avdijaj, zweite Szene das 1:0 durch Christoph Daferner. Gerade als die dritte Szene anlief, in der Luca Plattenhardt aus bester Position das 2:0 vergeben würde, rief Niels dazwischen.
„Stopp!“ sagte er und überflog die Liste. „Nummer 5... Alexander Avdijaj.“ sagte er und zeigte mit dem Finger auf betreffenden Akteur. Ich lächelte zufrieden und ließ die Szene weiterlaufen. Moritz Heinrich legte den Ball nach innen, wo Avdijaj ihn gegen zwei Mann abschirmte und dann zur Seite auf Plattenhardt ablegte. Der nahm den Ball mit, zog mit einem Haken nach außen und schoss aus kürzester Distanz an den Außenpfosten.
„Er hat die erste Szene vorbereitet. Den Raum mit seinem Stellungsspiel geöffnet, genau im richtigen Moment das Anspiel gesucht und den Ball gut weitergeleitet. Und beim 1:0 hat er den entscheidenden Schnittstellenpass vor der Flanke gespielt.“ erklärte er seine Wahl und ich nickte.
„Du solltest ihn live sehen. Der Junge ist grandios.“ pflichtete ich ihm bei.
„Und warum gucken wir uns das an?“ fragte Niels nach.
„Er ist grandios!“ wiederholte ich mich. „Und das sehe nicht nur ich so.“ fügte ich grummelnd hinzu.
„Wer noch?“ fragte Niels und blätterte in seinen Unterlagen.
„Die Frage sollte lauten – wer nicht?“ gab ich verärgert zu.
„Sigurður.“
„Der VfB Stuttgart und Bayern München, das hat uns der Spielerberater heute gesagt. Angeblich auch Borussia Dortmund und Werder Bremen.“ sagte ich mürrisch.
„Alles Erstligisten...“ murmelte Niels.
„Ach Tatsache? Ich wusste doch da gab es eine Gemeinsamkeit – wie lange hältst du das schon geheim?!“ fragte ich gereizt, doch Niels schien mir gar nicht zuzuhören.
„...und Stuttgart, Dortmund und Bremen spielen mit der U23 in der dritten Liga und nicht bloß Regionalliga. Bayern nächste Saison auch, wenn sie jetzt nicht komplett einbrechen und die Play-Offs nicht verlieren.“
„Ich weiß!“ sagte ich verärgert. „Das macht es nicht gerade besser, von möglichen Interessenten aus dem Ausland ganz zu schweigen.“
„Nun, gegen das Ausland können wir nichts tun, aber im Inland ist das ein Vorteil.“ sagte Niels und erntete einen verwirrten Blick. „Na gut, es ist ein Nachteil, aber den können wir zu einem Vorteil machen.“ korrigierte er sich und ich nickte.
„Geringeres Liganiveau heißt größere Chance auf Einsätze.“ führte ich seinen Gedanken aus.
„Die Beispiele sind da, gerade in jüngster Vergangenheit.“ pflichtete Niels mir bei. „Ott, Neudecker, Taffertshofer, Weigl –“
„– Wittek, Wolf, Wood, Maier, Vollmann, Wannenwetsch.“ führte ich die Liste fort. „Und wenn man etwas weiter zurückblickt Volland, Leitner, Mlapa, Strobl, Schindler, Gebhart, Jungwirth, Baumgartlinger und was-weiß-ich-wer noch.“
Niels nickte zustimmend.
„Und wenn ihn das nicht überzeugt, kommen wir ihm mit den Gegenbeispielen. Walther, Strohmaier, Burger. Spielen alle noch immer nur Regionalliga und nicht besonders viel. Einzig Pledl hat es halbwegs geschafft.“ ergänzte ich.
„Sehr gut.“ stimmte Niels zu.
„Gut, dann mach dir 'n Gesprächskonzept.“
„Bitte was?“
„Um 14:30 ist der Spieler mit seinem Berater in Konferenzraum C.“
„Es gibt keinen Konferenzraum C.“
„Nicht? Steht aber in der E-Mail.“
„Welche E-Mail?“
„Die, in der ich den Spielerberater um den Termin gebeten habe.“
„Warte, du hast um den Termin gebeten?!“ fragte Niels und wurde lauter. „Wann wolltest du mir das sagen?!“
„Hab ich doch gerade gemacht.“ gab ich beiläufig zurück. „Und ich musste um den Termin bitten, um ihm zu zeigen, dass es uns ernst ist. Wir sitzen nun einmal am kürzeren Hebel und je eher die wissen, dass wir das auch wissen, desto besser.“
„Ernsthaft? Das ist dein Plan? Kein waghalsiger Bluff?“ fragte Niels und zog eine Augenbraue hoch. „Die Liebe macht dich weich.“ sagte er und konnte sich ein Kichern nicht verkneifen.
„Kommen wir mal zurück zu den wichtigen Themen? Du sagtest, es gibt keinen Konferenzraum C!“ rief ich und blätterte hektisch durch den Gebäudeplan.
„Oh, die finden schon was. Dein schmelzendes Herz hat Priorität.“ antwortete Niels.
„Das ist zu offensichtlich, hier kann man nicht bluffen. Und was das andere angeht –“ ich hob beiläufig den Stock mit der linken Hand, während ich mit der rechten immer noch den Plan durchforstete und schlug ihm mit voller Wucht gegen den Oberschenkel „– bin ich dir immer noch zu weich?“ fragte ich nebenbei.
Niels sah mich mit offenem Mund an und schien nicht ganz zu wissen, wie er reagieren sollte.
„Also gut, es gibt einen Konferenzraum C. Drüben im linken Flügel, den Flur runter und dann rechts. Wir treffen uns um 14:15 da.“ sagte ich und machte mich auf den Weg zur Tür. „Nächste Woche ist Länderspielpause, dann ist er wieder mit der U19 unterwegs. Die spielen gegen Mazedonien und Polen, da kann er mit etwas Glück richtig was zeigen. Und jedes internationale Spiel, in dem er Scorerpunkte sammelt, schwächt unsere Ausgangslage.“ sagte ich noch im gehen und sah Niels langsam nicken.
Keine Dreiviertelstunde später trafen wir beide uns vor dem entsprechenden Konferenzraum wieder – der Spieler und Spielerberater waren noch nicht da, so dass uns noch kurz die Möglichkeit blieb, unsere Strategie ein letztes Mal durchzusprechen. Doch die Verhandlungen liefen dann gänzlich anders als erwartet: Der Spielerberater – ein Angestellter der Firma SportsTotal, die neben einigen vielversprechenden Talenten wie Arianit Ferati, Jonas Meffert, Luca Waldschmidt oder Nicolai Rapp auch Weltklasseakteure wie Marco Reus, Toni Kroos und Mario Götze vertrat – hatte uns direkt zu verstehen gegeben, dass sein Klient sich mit einem Wechsel in die erste Liga zu diesem Zeitpunkt der Karriere nicht ernsthaft beschäftigte und so war die Sache nach kurzen Verhandlungen vom Tisch: Avdijaj unterzeichnete einen ab der kommenden Saison geltenden Dreijahresvertrag, der ihm zunächst 25.000€ Jährlich bescherte – zudem würde er bereits in dieser Saison vereinzelt an Trainingseinheiten mit der ersten Mannschaft teilnehmen.
Quellen: Avdijaj 1860, Avdijaj DFB
Sehr cool geschrieben. Bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob das dein eigener Jugendspieler ist, oder du ihn von einem anderen Verein abgeworben hast, klingt aber interessant. Jaja, die Schlagsahne, er guckt also nicht nur bei Charly sondern auch bei Allan ab.
Mensch da hast du ja einen richtig bodenständigen Jungen unter Vertrag genommen. Heutzutage wollen die doch alle immer direkt zur WM und die CL gewinnen. Ging am Ende ja sehr einfach. Da hätte es vielleicht ein wenig kniffliger werden können. Aber gut. Die Dialoge waren auf jeden Fall wieder super.
Sehr schöner persönlicher Part, immer wieder nett zu lesen wie die beiden Trainer sich gegenseitig ärgern..:D ich bin gespannt wie dein neues Talent einschlägt :good:laut den Trainern scheint das ja ein Großer zu werden, freue mich auf mehr :)
Guter Part wieder und die On-Off-Beziehung der beiden geht in die nächste Runde. Amanda wird bestimmt bald eifersüchtig.
Avdijaj gibt es in eght ja schonmal nicht, also ist er einer aus der Jugendabteilung. Klar bisschen was reinbringen damit der nicht aus der Jugend kommt, aber ging mir alles zu glatt. Zumal du selber sagtest, dass er teilweise hätte dritte Liga spielen können und alle Spieler die du aufgezählt hast bei SportsTotal sind ja auch gleich erste Liga bzw deren zweiten Mannschaft gewesen.
Du legst hier echt los als wärst du nie weg gewesen! Neben dem positiven sportlichen Aspekten (schaut man sich die Sechziger die letzten Jahre in Real Life an...) glänzt du weiterhin mit deinen Texten, geil dass es hier jetzt weitergeht und das auch in dieser Intensität.
Avdijaj ist aber ein generierter Spieler von Fifa oder? Die Real Life bilder haben mich etwas irritiert, aber ist wohl ein anderer :sarcastic:
Aiaiai, der ist einer aber angepisst von den Gelb-Abholern :D Aber das wäre ich als 96er auch denke ich. Die Aktion mit Pereira war natürlich sehr nice inszeniert, hat mir gefallen. Noch mehr überzeugt hat mich aber das Gespräch über Alex Avdijaj. Einfach grandios inszeniert das Ganze mit dem Video, dem Raten lassen und und und. Wirklich aller erste Klasse hier :good:
zum sportlichen: geile aktion mit der provozierten gelben...dies ist sicher keine Seltenheit im profigeschäft würde ich sagen....Rubin okotie scheint bei dir gut zu funktionieren...
zum Dialog: das du gut schreibst ist kein Geheimnis...großes Kompliment...die geschichte mit dem jugendspieler finde ich sehr gut...ist dies vielleicht ein bruder von donis avdijaj (schalke 04 - ausgeliehen an sturm Graz)?
Ja, ist ein eigener Jugendspieler. Also in Fifa, kein echter :D Dachte das wäre klar geworden u.a. durch das erste Bild, aber nach nochmaligem rüberlesen fällt mir auf, dass ich es durchaus nirgendwo geschrieben habe :sarcastic:
Tjaaa... Er is eben ein Feinschmecker ;)
CL gewinnen kriegt der auch mit 1860 noch hin :P
Naja, Semi-Persönlich-Sportlich :pardon: Der übernächste Teil wird wieder persönlich :yes:
Naja, an der Bürde der vielversprechenden Zukunft sind schon einige gescheitert... Wir werden sehen ;)
Ähm what :sarcastic:
Ja, Avdijaj ist wie gesagt ein Fifa-generierter Spieler ;)
Joa, ich wollte es nicht zu ewig breittreten :pardon: und SportsTotal hat auch einige Spieler aus der Zweiten Liga unter Vertrag... Bader, Hofmann, Stenzel, Gyamerah, Strauß, Quaschner, Meffert, Sallahi, Kempf... :P
Danke für das FB ;)
Der Spieler auf den Bildern ist Julian Justvan :P Wie uns auch ein Klick auf die Quellen verraten hätte :P:P:P
Och, das hat mit 96 nix zu tun :sarcastic: Mich regt das einfach auf... Gegen Bayern die besten Spieler schonen und die andere Hälfte der Startelf Gelbsperren absitzen lassen, und sich dann über die Dominanz der Bayern aufregen... :bad:
Danke für das überschwängliche Lob :)
Okotie bin ich eigentlich nich wirklich mit zufrieden :sarcastic: Aber im Vergleich zu Mugosa das kleinere Übel :sarcastic:
Möglich wär es :P Aber doch sehr unwahrscheinlich, immerhin sind die beiden Avdijaj-Brüder in Osnabrück geboren und was sollte man dann in München spielen :D
@ALL: Neues Kapitel kommt wiedermal direkt nach :cool:
Unter der Woche hatte Juniorennationalspieler Alexander Avdijaj tatsächlich bereits einmal mit der Mannschaft trainiert, doch für den Kader der ersten Mannschaft würde es diese Saison nicht mehr reichen. Zwar war der Abstieg mittlerweile rechnerisch nicht mehr möglich, doch ich wollte den Jungen nicht verheizen und erst einmal eine vollständige Vorbereitung mit der Mannschaft trainieren lassen, ehe ich ihn ins kalte Wasser warf. Dafür kehrte Gary Kagelmacher zum 32. Spieltag gegen den MSV Duisburg in den Kader zurück – der Uruguayer hatte zwar nicht gerade überzeugt, doch Vladimir Kovac war gesperrt und ansonsten müsste ich einen Mittelfeldspieler oder Innenverteidiger umfunktionieren – was mir auch keine Lösung zu sein schien. Gegen den MSV ging es für uns um nicht mehr viel, für die Zebras ebenso wenig – rechnerisch waren sie zwar noch nicht durch, doch faktisch konnte nur noch ein Wunder die Duisburger den Klassenerhalt kosten. Der neue, alte Rechtsverteidiger Kagelmacher hatte zunächst wenig zu tun, stattdessen setzten wir Ausrufezeichen: Daniel Adlung wurde von Dominik Stahl bedient und zog aus Strafraumnähe ab, doch Michael Ratajzack im Kasten der Duisburger hielt sein Tor sauber. Wir dagegen begingen im quasi direkten Gegenzug einen Anfängerfehler bei der Abseitsfalle: Rodnei rückte Bruchteile einer Sekunde zu spät vor und so war Zlatko Janjic frei durch. Der Bosnier nahm Tempo auf und auch wenn Christopher Schindler und Maximilian Wittek hinterherheizten, hatte der offensive Mittelfeldspieler doch alle Zeit der Welt, legte den Ball frei vor Ortega nochmal quer und dort hatte Victor Obinna keine Mühe, den Ball ins Tor zu schieben. Ich fluchte und bedeutete Niels, mir den Brasilianer an die Seitenlinie zu holen, doch es half nichts: Einen Angriff später war Victor Obinna halbrechts im Strafraum frei durch und wurde von Gary Kagelmacher abgeräumt – diesmal gab es zwar nur eine Gelbe Karte, aber dennoch einen Elfmeter. Zlatko Janjic trat an und auch wenn Ortega mit dem Hechtsprung nach links die Ecke ahnte, kam er an das Geschoss des Mittelfeldmotors nicht mehr heran. Frustriert vergrub ich das Gesicht in den Händen und sah aus dem Augenwinkel, wie Niels es mir gleichtat – doch es half ja nichts. Ich stellte das Mittelfeld etwas um, ließ Daniel Adlung wieder auf die Sechs zurückbeordern und tatsächlich brachte uns das ein wenig Stabilität und kurz vor der Pause kamen wir dann auch zu gefährlichen Aktionen: Erst zog Andreas Pereira aus der zweiten Reihe ab und zielte etwas zu hoch, dann wurde ein Schlenzer von Dominik Stahl aus ähnlicher Position zur Ecke abgeblockt. So gingen wir mit einem bitteren zwei-Tore-Rückstand in die Kabine und kamen mit der klaren Marschroute „Alles auf Sieg“ wieder heraus – und das klappte zunächst gut. Marius Wolf legte den Ball vom linken Flügel nach innen, Andreas Pereira ließ ihn sich durch die Beine laufen und so kam Dominik Stahl an den Ball und setzte diesen unhaltbar unter die Latte. Doch es war nicht das Ende der Fahnenstange, denn Duisburg war dadurch wieder wach geworden und drängte auf die Vorentscheidung: Erst köpfte Obinna nach Flanke von Janjic Ortega an, dann säbelte der Nigerianer einen Volleyschuss nach einer weiten Hereingabe von Kevin Wolze an den Außenpfosten. Wir hatten unsererseits durch Marius Wolf eine weitere Chance, doch der Kopfball des Linksaußens nach Hereingabe von Wittek landete am Außennetz und so brach uns ein erneuter Konter das Genick: Wolze trieb den Ball über die linke Seite und bekam von Gary Kagelmacher zu viel Platz zum Flanken. Die Hereingabe senkte sich perfekt auf den Kopf von Zlatko Janjic, der Michael Ortega per Kopf keine Chance ließ. Zwar erzielte der eingewechselte Liendl kurz vor dem Ende per Abstauber noch den Anschlusstreffer zum 2:3, doch es half uns nichts mehr und so ging die vierte Sieglose Partie in Serie zu Ende.
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Mit drei Scorerpunkten Mann des Spiels: Der Duisburger Zlatko Janjic
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Eine Woche später stand der nächste Verein aus dem Tabellenkeller bei uns auf der Matte: Der FC St. Pauli, der mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang noch bessere Chancen hatte als Bielefeld (für die es noch immer vier Punkte neben der schlechteren Tordifferenz waren). Doch es war am Millerntor auch das Duell zwischen den Paulianern als schlechtestem Heim- und uns als schlechtestem Auswärtsteam.
„Das hat was von einem schlechten Verschnitt von 'Natural Born Killers', wenn du mich fragst.“ meinte Niels zu mir.
„'Natural Born Loosers'?“ fragte ich zurück. „Meinetwegen, aber nur wenn ich Mickey bin und du Mallory.“
„Juliette Lewis war scharf.“
„Woody Harrelson war definitiv der bessere Schauspieler.“
„Mag sein. Und Ewald Lienen ist Scagnietti?“ fragte Niels amüsiert nach.
„Er hat vielleicht nicht Tom Sizemores Körper, aber definitiv seine Augen. Und Andreas Pereira ist Wayne Gale.“
Niels sah mich nur ungläubig an.
„Was denn? Downey hat vielleicht den besseren Körper, aber Andreas sicherlich die besseren Beine. Und ich bin mir sicher, dass er noch nie wegen Drogen im Knast war.“
„Das meinte ich nicht.“
„Sondern? Wayne Gale war der heimliche Star des Films, ohne ihn hätten Mickey und Mallory es nie aus dem Knast geschafft.“
„Trotzdem haben sie ihn im Wald umgelegt.“
„Welch eine Ironie.“ sagte ich und richtete meinen Blick wieder auf das Spielfeld – die Mannschaften waren auf ihren Plätzen und der Anstoß stand bevor. Auch Niels richtete seine Konzentration wieder auf das Spiel, in dem mit Romuald Lacazette diesmal tatsächlich ein Mittelfeldspieler zum Außenverteidiger umfunktioniert worden war. Kagelmacher war nach dem zweiten Totalausfall in Serie nicht mehr zu vertreten und auch den von seiner Rotsperre zurückgekehrten Vladimir Kovac konnte und wollte ich nicht in die Startelf bringen. Doch Lacazette machte seine Sache in der Anfangsphase ordentlich, hielt seine Seite dicht und wir erarbeiteten uns erste Chancen. Vor allen Dingen Andreas Pereira war ein Aktivposten, der Brasilianer harmonierte wie üblich perfekt mit Rubin Okotie und nach einer knappen Viertelstunde feuerte er nach Ablage des Österreichers den Ersten Torschuss ab, doch der Pfosten verhinderte den Einschlag. Kurze Zeit später war es Maximilian Wittek, der Pereira in Szene setzte, doch diesmal hielt Robin Himmelmann den Fuß dazwischen und sicherte das 0:0. So ging es in einer Tour fort bis in die Halbzeitpause: Wir hatten mehr Ballbesitz und die besseren Chancen, spielten das erste Mal seit Wochen wieder guten Fußball – und nutzten unsere Chancen nicht. Pauli dagegen kam nur einmal wirklich ernsthaft vor unser Tor, Lennart Thys Abschluss nach dem Hamburger Konter war aber nicht der Rede wert. So kam es nach der Pause dann Knüppeldick: Lennart Thy schickte Marc Rzatkowsi, der sich gegen Schindler durchsetze und dann frei vor Michael Ortega die Nerven behielt – und wie. Mit einem frechen Heber überwand er unseren Schlussmann, der es selbst nicht so wirklich glauben konnte. Doch wir ließen uns nicht beirren und spielten weiter nach vorne, doch belohnten uns viel zu spät: Der eingewechselte Stefan Mugosa, der persönlich bereits einmal am Pfosten scheiterte, bediente Marius Wolf im linken Rückraum. Dort fasste sich der Juniorennationalspieler ein Herz und zog ab, Himmelmann streckte sich diesmal vergeblich und konnte den Einschlag nicht mehr verhindern. Bei diesem Remis blieb es dann auch, so dass sich für uns am letzten Spieltag immerhin die Chance bot, mit einem Heimsieg in die obere Tabellenhälfte vorzudringen – und für den Abstiegskampf hieß es, dass Bielefeld durch die Pleite gegen Fürth nun abgestiegen war, zwischen St. Pauli und Heidenheim würde es am letzten Spieltag im Fernduell um das Ticket zur Relegation gehen.
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Robin Himmelmann hielt den FC St. Pauli im Rennen um den Klassenerhalt
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Quellen: Janjic, Himmelmann
Ja die lieben Löwen, was kostet die mir schon in Echt viel Nerven. Aber du machst hier einfach weiter :good: Packende Niederlage gegen die Zebras, das solltest du eindeutig nochmal in der Nahrungskette nachschauen. Eigentlich ist das anders rum :ireful: Gegen Abstiegs bedrohten Pauli hohlst höchstens Punkt, die Geschichte mit Film war sehr nett, Jetzt wird es aber mal wieder Zeit das Sieg einfährst, sonnst wird die elendige Münchner Presse irgendwann ungemütlich
Wieder ein toller Teil. Man merkt das dir Pereira sehr gut gefällt. Viele Angriffe gehen über ihn. Finde ich gut. Bin gespannt wie du nächste Saison angreifen kannst und ob du bei den Löwen bleibst.
Also die Aufmachung der Story ist nach wie vor absolut grandios. Ich muss zugeben, das ich zur Mitte der Story etwas abgewichen bin
und daher nicht alles komplett nachvollziehen kann, bin nach den letzt vier, fünf Berichten aber wieder richtig drin. Ich habe absolute
Hochachtung vor der textlichen Kreativität und der Richtung der Geschichte. Du hast wahnsinnig gute Charaktäre mit Ecken und Kanten
und selbst wenn man mal einen Bericht nicht mitbekommt, ist man wahnsinnig schnell wieder auf dem Stand der Dinge - was ich sehr
gut finde. Nun wollen wir mal schauen, was der letzte Spieltag und die Zukunft unseres Hauptprotagonisten bringt!
Schon eine Schweinerei, dass Du St. Pauli nicht gewinnen lässt :ireful: Sportlich geht es für 1860 nicht mehr um sonderlich viel. Man merkt aber sehr, dass Sigur(wie macht man das d?)ur die Transferphase herbeisehnt. Mit vielen Spielern ist er nicht zufrieden und ich denke, dass dort einiges passieren wird. Bin schon gespannt auf die heiße Phase, denn neben Spielerwechseln könnte der Trainer auch vor einem Wechsel stehen, wer weiß :D
So eine Dramatik im Spiel gegen die Duisburger, einen Punkt hätte ich dir gerne gegönnt, aber es sollte nicht sein. Schade, dass du dann auch nur einen Punkt gegen Pauli holst, wobei ich es den Paulianern mehr gegönnt hätte :D dennoch hast du eine sichere Saison gespielt, unten geht es aber trotzdem richtig spannend zu, ich bin gespannt wer wo landet. Weiter so, sprachlich erneut ein grandioser Bericht :shok:
Textlich wurde schon so viel zu deinen Berichten gesagt ... ist einfach auf einem sehr hohen Niveau :good: Die Ergebnisse zuletzt waren nicht optimal, aber sowas gehört im Fußball dazu, kann ja nicht immer alles glatt laufen.
I think that thing was a poor performance, oder um es auf isländisch zu sagen: I ðink ðis ðing was a poor performance! :D
Kein Sieg gegen Graupen wie Duisburg und Pauli, die da unten rumgurken, das wird noch ein Zeit dauern, bis du die Nummer 1 in München bist. Vielleicht sollte sich Sigur(Alt+208!)ur mal bei den Typen, die das Schaf geklont haben, erkundigen, ob sie auch Pereira's anbieten! Oder du schickst deinen Keeper mal ein Monat zu McDonalds, dann solltest du auch weniger Gegentreffer bekommen.
Geiler Dialog mit Niels, würde nur Pereira nicht im Wald erschießen, sonst steigst du noch ab....
Ich habe die letzten 4 Tage damit verbracht die komplette Story nachzulesen. Und ich muss sagen: GENIAL! Ich glaube mehr fällt mir dazu im Moment nicht ein. Muss das erstmal alles verarbeiten. Ich hoffe du schaffst auf lange Sicht den Aufstieg mit 1860 München
such dir dein Feedback aus den zwei Optionen aus
Sehr geil geschrieben. Es wirkt echt so, als ob du nie weg warst, man ist sofort wieder in der Story drinnen, obwohl ich die Teile vor der Pause nicht nochmals gelesen habe, ist mit den letzten Teilen wieder alles zurückgekommen und man ist direkt wieder drinnen. Sportlich ist der Klassenerhalt geschafft, danach wirken deine Löwen eher wie zahme Kätzchen und können keinen Gegner mehr schlagen. Ich hoffe, nächste Saison kann man den nächsten Schritt tun und mal oben mitspielen.
Tja, im Real Life haben sie keinen so fähigen Trainer :P
Solche Filmverweise werde ich in Zukunft sicher öfter mal bringen :D
Pereira is simply da boss :cool:
Da lass dich mal überraschen, ich hab' da auf jeden Fall was vorbereitet :cool:
Gandalf :yahoo:
Danke erstmal für dein Lob :yes: Charaktertiefe ist mir auch sehr wichtig, da lege ich schon wert drauf. Aber wenn euch die Story eins gelehrt hat: Gewöhnt euch nicht an die Figuren. Die sind ebenso schnell weg, wie sie gekommen sind :P
Ja, der Saisonübergang wird auf jeden Fall kein langweiliger ;)
Btw: Ich fände es echt geil, wenn du dich auch an ne Spieler- oder Trainerstory wagen würdest ;)
Weiß nicht, was da in mich gefahren ist, einfach zu punkten :ireful:
Alt+208 auf dem Nummernpad, wie Richard sagte :P
Ja, falls Sigurður bleibt, wird ausgemistet werden :P Und falls nicht wohl auch :sarcastic:
Duisburg ist ne richtige Dreckstruppe als Gegner. Egal mit welchem Verein :ireful:
Danke für das Lob :yes:
Danke :yes:
Ach der Richard... Er hat das mit dem ð = th mitbekommen :yahoo:
Ortega ist leider gar nicht mal das Problem... Das Problem sind Kagelmacher, Kovac und vor allem die Innenverteidigung :ireful: Schindler haut vieles raus, aber Rodnei kann man eigentlich auch nur spielen lassen, weil Bülow und Vallori noch behinderter sind :ireful:
Also so 'n geklonter Pereira hätte schon was.... Vier Stück könnte ich da locker aufstellen :sarcastic:
Solche Filmverweise werden wie gesagt öfter mal auftauchen ab jetzt, hab da schon n paar Ideen :sarcastic:
Wow :shok: Danke :good:
Was soll man dazu noch sagen :sarcastic:
Danke auch an dich :yes:
Nächste Saison soll es auf jeden Fall um die erste Liga gehen, mindestens - ob bei 1860, wird sich zeigen http://fifaplanet.de/smilies2/big_standart/wink.gif
@ALL: Erstmal wahnsinn, so viel Feedback :shok: Danke :good:
Zweitens kommt gleich der neue Teil on :cool:
Und drittens: Ich bin ab morgen Nachmittag im Urlaub, komme erst am 1.4. wieder. Vorgeschrieben habe ich zwar genügend, aber ich weiß nicht, wie es dort mit dem Wlan aussieht. Daher kommt der übernächste Teil also eventuell tatsächlich erst im April, nur dass ihr es wisst ;)
Ich saß im Wohnzimmer und sah die Nachrichten, während mir langsam der Geruch von geschnittenen Zwiebeln in die Nase stieg. Genau genommen sah ich nicht mehr die Nachrichten, sondern bereits den Wetterbericht für den morgigen Tag – den die Wetterfee mit „...heiter bis wolkig, gebietsweise Regen.“ beschloss. Ich mochte deutschen Wetterbericht. Ich verstand ihn nicht immer, aber ich mochte ihn. Manchmal lag er zwar falsch, klar, aber in den meisten Momenten war es einfach eine höfliche Umschreibung für 'keine Ahnung, merkste schon selber'. Ich drehte mich um und sah in die Küche – Amanda stand in Küchenschürze da und schnitt irgendein aus der Ferne nicht zu definierendes Gemüse klein, was mich schon irgendwie verwirrte. Amanda war zwar ein großer Fan vom Essen, aber Kochen lag auf ihrer Interessenliste eigentlich eher weiter unten.
„Was kochst du?“ fragte ich interessiert.
„Eine Brokkoli-Wirsing-Artischocken-Pfanne. Na ja, mit Zwiebeln und Paprika.“ sagte sie und lächelte.
„Wie bitte?“ hakte ich nach.
„Was denn?“ fragte sie und machte eine Unschuldsmine.
„Brokkoli schmeckt nur gut, wenn er kurz vor dem Servieren durch 'ne Bratwurst ersetzt wird. Und Wirsing wird irgendwann an der Spitze der Nahrungskette stehen, weil er keine natürlichen Fressfeinde mehr hat. Also – was kochst du?“
„Eine Brokkoli-Wirsing-Artischocken-Pfanne mit Zwiebeln und Paprika.“ wiederholte Amanda langsam und sah mich an, als würde ich auf Chinesisch mit ihr reden.
„Na schön. Niels, was bestellen wir uns zu Essen?“ rief ich laut in Richtung seines Zimmers – eine Antwort bekam ich nicht, dafür ein Kichern von Amanda. Ich sah sie etwas verwundert an und wartete eine Erklärung ab.
„Niels ist nicht da.“
„Ist er nicht? Ich hab' doch eben noch mit ihm geredet.“
„Er ist vor knapp zwanzig Minuten gegangen.“
„Ärgerlich. Alleine erreiche ich den Mindestbestellwert nicht, es sei denn, ich hol' mir ne Maxi-Pizza.“ sagte ich und griff nach dem Telefon und setzte Amanda damit unter Zugzwang.
„Ist ja gut, du Nervensäge.“
Endlich knickte sie ein, dachte ich mir – mimte aber weiter den Unschuldigen. „Was denn?“
„Es gibt ganz klassisch Kotelett, dazu gemischten Salat und Kartoffeln.“ sagte sie und ich nickte bestätigend.
Das Essen war ausgesprochen gut und auch wenn Amanda während des Essens ein wenig Konversation betrieb, wurde ich das Gefühl nicht los, das irgendetwas nicht stimmte und auch als wir uns nach dem Essen ins Schlafzimmer bewegten, änderte sich das nicht.
„Ich bin gleich da, muss mir nur noch kurz die Hände waschen.“ rief Amanda und trippelte ins Bad.
„Ist doch eigentlich Blödsinn. Nicht du wäschst deine Hände – deine Hände waschen sich gegenseitig und du schaust ihnen dabei zu, wie so 'ne kranke Stalkerin.“ erwiderte ich und erntete einen belustigten Blick aus dem Badezimmerspiegel.
Amanda kam aus dem Bad und flüsterte mir im Vorbeigehen etwas ins Ohr, was eindeutig das Wort 'feucht' beinhaltete.
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Keine schlechten Aussichten für den Abend
„Feucht?“ fragte ich und zog eine Augenbraue hoch.
„Jaa...“ sagte Amanda und zwinkerte mir zu.
„Hättest dir ein Handtuch mitnehmen sollen.“ gab ich zu bedenken.
„Ich will ein bisschen mehr als ein Handtuch.“ sagte sie und kam langsam wieder auf mich zu.
„Einen Bademantel?“
„Sigurður!“
„Was denn?“
„Na gut, dann eben so... Ich war ein sehr, sehr böses Mädchen.“ schloss sie verführerisch an und zog sich langsam das Top aus.
„Wie schade. Meine Mutter sagte immer, nur gute Mädchen kommen in den Himmel.“
„Ein Heiligenschein entsteht auch nur, wenn sich schmutzige Gedanken schnell im Kreis drehen.“ konterte Amanda und machte mit der nächsten Lage Kleidung weiter.
„In den Himmel bringt dich das nicht.“
„Gute Mädchen kommen in den Himmel, aber böse Mädchen kommen, wohin auch immer sie wollen.“ antwortete sie und machte sich am obersten Knopf meines Hemdes zu schaffen.
„Gut möglich –“ antwortete ich und drehte mich weg „– das ist besonders beim Putzen hilfreich.“
„Sigurður, was ist los?“ fauchte Amanda mich an.
„Das gleiche könnte ich dich fragen.“ gab ich trocken zurück.
„Wie bitte?“ fragte Amanda verwirrt nach
„Du weißt genau, was ich meine.“
„Weiß ich nicht!“
„Du kochst.“ stellte ich fest.
„Welch ein Verbrechen.“ schnaubte Amanda.
„Du kochst sonst nie.“ bohrte ich nach.
„Und das ist relevant, weil?“ fragte Amanda unsicher nach.
Ich atmete einmal tief durch und schloss die Augen. „Hör' zu, hab ruhig deine Geheimnisse, aber verkauf mich gefälligst nicht für dumm und wage es nicht, mich anzulügen!“ hob ich die Stimme und kam ihr bedrohlich nahe.
Amanda wich instinktiv zurück und verschlug die Arme vor dem Körper. „Sigurður, ich weiß nicht –“
„Du weißt es ganz genau!“ fiel ich ihr ins Wort, langsam wurde ich wütend.
„Nein, ich –“
„Ach ja?! Soll ich vielleicht das Fremdwörterbuch in deiner Handtasche fragen, was es so dazu sagt?“ funkelte ich zurück – und ich hatte sie.
„Woher weißt du von –“
„Wusste ich nicht. Bis jetzt.“ unterbrach ich sie und zog die Tasche mit dem Stock zu mir hin und sah hinein. Den Titel des dicken Buches konnte ich nicht lesen, sah aber deutlich die Rot-Gelb-Rote Flagge Spaniens im oberen Drittel des Covers pranken.
„Spanisch.“ stellte ich fest.
„Sigurður, es ist nicht, was du denkst. Ich –“
„Ist es nicht? Nun, ich denke, du hast ein höherrangiges Angebot und das liegt in einer eurer Spanischen Zweigstellen. Vermutlich Madrid oder Sevilla, möglicherweise Barcelona.“ antwortete ich und stieß die Tasche ein Stück weiter auf.
„Gut, dann ist es das, was du denkst.“ antwortete Amanda und sank zurück. „Sevilla.“ fügte sie leise an. Eisiges Schweigen hüllte den Moment ein, ehe ich weitersprach.
„Raus hier.“ antwortete ich kalt und ohne sie anzusehen.
„Wie bitte?!“ empörte sich Amanda.
„Raus hier!“ wiederholte ich lauter.
„Ach ja?! Und wieso bitte?“
„Weil du dich für einen Job beworben hast, der dich in ein Land führt, dass tausende Kilometer weg ist von hier, den Job scheinbar bekommen hast und es nicht für nötig gehalten hast, mir ein Wort zu sagen!“ redete ich mich in Rage.
„Und wenn du einen Job in Spanien oder Frankreich oder Italien bekommen hättest, wäre das etwas anderes?! Natürlich, weil für dich immer nur du zählst! Klar, mit dir als treibende Kraft wäre ein gemeinsamer Umzug oder eine Fernbeziehung kein Problem, aber wenn es von mir kommt –“
„Das reicht!“ fuhr ich dazwischen. „Auch mit dir als treibender Kraft wäre es kein Problem gewesen, wenn du die Sache von Beginn an mit mir besprochen und mich nicht vor vollendete Tatsachen gestellt hättest! Aber das konntest du nicht, weil du ein arrogantes, selbstverliebtes Miststück bist, das sich einen Dreck um andere schert und das nicht damit klarkommt, ihren Mitmenschen ab einem gewissen Punkt auf Augenhöhe begegnen zu müssen! Und dann kommst du auch noch an, stellst dich als moralisch überlegen hin und gibst mir einen Anlass einen Streit anzufangen, weil du selber nicht den Mumm hast, eine Konfrontation zu suchen – egal wie unvermeidlich sie ist! Wer weiß, vielleicht liegt es daran, dass dein Vater abgehauen ist als du noch klein warst oder daran, dass dein erster Freund dich mit seiner Ex betrogen hat, als du auf dem College warst, aber irgendetwas in dir scheint ein massives Problem damit zu haben, Konflikte zu lösen! Du bist eine illoyale Verräterin und du wirst niemals mehr sein!“
Ich atmete durch und sah hoch. Amanda saß auf dem Bett und sah mich an und ich wusste, was der Ausdruck in ihren Augen bedeutete. Eine tiefe, unendliche Trauer lag in ihrem Blick und sie begann fast zu zittern, während stumme Tränen über ihre Wangen liefen und langsam auf das Bett tropften.
„Sigurður, ich –“
„Weißt du was? Du hast mich in Hobro belogen, und hier hin München hattest du deine zweite Chance. Eine dritte bekommst du von mir nicht. Pack' deine Sachen und dann verschwinde. Wir beide – wir sind fertig.“ sagte ich ruhig.
„Sigurður, bitte –“
„Du hörst mir nicht zu. Ich sagte: Wir beide sind fertig.“ und betonte die letzten Worte nochmal.
Amanda wandte sich unter Tränen ab und griff nach ihrer Jacke – dass sie nichts darunter trug, schien sie nicht einmal mehr zu merken. Knapp eine Minute verstrich, während sie sich hastig anzog und schluchzend und zitternd ein paar Sachen in ihre Tasche stopfte.
„Gut. Und jetzt raus hier.“ sagte ich kalt und marschierte zur Tür, die ich ihr öffnete. Sie trat hindurch und drehte sich um – ich wandte mich ab und schob die Tür zu, doch Amanda hielt die Hand gegen die Tür und zwang mich, mich erneut zu ihr umzudrehen.
„Sigurður – Ich liebe dich.“ sagte sie und sah mir hilfesuchend in die Augen, wohl wissend, dass es das erste Mal war, dass einer von uns diese Worte aussprach.
„Raus hier.“ antwortete ich energisch und schob die Tür kraftvoll zu.
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Sevilla, Schönheit Iberiens - bald um eine Schönheit reicher
Ich hörte einen dumpfen Aufschlag und Amandas Schluchzen und war mir ziemlich sicher, dass sie im Türrahmen zusammengesackt war – doch mir war das herzlich egal. Ich drehte mich auf dem Absatz um und humpelte wieder in mein Zimmer, nicht ohne vor dem Schlafengehen noch eine Oxycodon einzuwerfen. Der Abend war zwar ganz und gar nicht so gelaufen wie geplant, aber immerhin hatte ich Klarheit, und das war ja auch etwas wert.
Quellen: Amanda, Sevilla
Uuuuuh, Sevilla, das wäre mal ein geiler Tapetenwechsel, würde Pereira sicherlich auch besser gefallen, als noch ein Jahr zweite Liga. Und es wäre Spanien. :yes::yahoo:
Privat hätte Sigurthur (verdammt, auf dem Handy hab ich so ein blödes isländisches Ding nicht) nach dem Spruch wohl bei jeder Frau ausgeschissen, denke aber nicht bei Amanda. Bin gespannt, was da noch kommt.
Oha! Sevilla wäre ja was, mMn käme es aber ziemlich früh. Sehr schön auf jeden Fall wieder geschrieben, und Sigurður bleibt sich wie immer treu... ;)
Erstmal deinen Fetisch ausgelebt und Wetterbericht geschaut du Hengst
Den Spruch mit dem Brokkoli kannte ich und das mit dem Händewaschen kam irgendwie so rüber als hättest du unbedingt was witziges schreiben müssen
Amanda ist doch voll der doofe Pussy ehh voll nicht Realität und so
Sollte Abgang machen und den dude verlassen
Fand ich einen komischen Teil ehrlich gesagt
Wow, was für en Bericht wiedermal, Amanda packt also Ihre Sachen, ich hoffe Sigurdur kommt noch zur Vernunft, Sie liebt Ihn wirklich. Bin gespannt auf den nächsten Teil, weiter so, als wenn du nie weg gewesen wärest.:good::good:
Was für eine Szene. Dann halt weg mit der ....
Hat mir wieder sehr gut gefallen.
Man ist Amanda blöd, unglaublich. Find ich gut, wie eiskalt der mürrische Isländer mal wieder ist, auch wenn es szenenweise doch sehr krass ist - aber so ist er :D Mal sehen, inwiefern das weitergeht und was das Stichwort Sevilla überhaupt zu bedeuten hat :D
Sportlich: ein Unentschieden und eine Niederlage...da gings schon besser...kagelmacher dürfte unten durch sein bei dir....
zum privaten: alter wie kaltherzig ist dieser Isländer den überhaupt...seinen kleinen Monolog konnte er nur deswegen so gut halten, da er sich sehr gut in Amanda hinein versetzen kann...ist er doch selbst ein psychisches wrack der Sonderklasse, welches er doch übertriebenes Arschlochgehabe überdecken will....Amanda hatte nur angst und wollte den richtigen Zeitpunkt abwarten (völlig verständlich nach den Vorkommnissen in hobro) aber MR. Superashole wirft das in sich zerissene Mädchen gleich raus...nicht einmal ein "Ich liebe dich" lässt das Herz des kühlen Isländers schmelzen...diese Geschichte ist noch nicht beendet und Klarheit hat er mit Sicherheit noch nicht!!!!
Haha sehr geil, wird die Alte direkt vor die Tür gesetzt :sarcastic::sarcastic::sarcastic:
Also schon übertrieben, aber so ist er halt der knurrige Isländer, hat perfekt gepasst. Hoffe dass er noch ein Jahr in München bleibt und dann den Aufstieg klarmacht :D
Dann will ich mich wie versprochen auch mal wieder melden. ;)
Zum sportlichen: juckt keine Sau. Sechzig ist und bleibt ein Drecksverein, wenn auch der beste in München. :sarcastic:
Zu Amanda: Alter, wie unrealistisch. Als ob Sigurdur sie einfach unvollendeter Dinge vor die Tür setzen würde. Is' klar. Mach dir nur selbst was vor. :D
Auf jeden Fall schön, dass du wieder da bist! :)
Sevilla ist natürlich hübsche Stadt, obwohl München natürlich nicht zu vernachlässigen. :P
Und zu Amanda auch andere Mütter haben schöne Tochter, bin gespannt was hier am Ende der Saison passiert
Feucht?
Igitt, also ich würde ein Steak medium und nicht durchgeweicht essen, dazu stellt sich mir die Frage, was du mit dem Brokkoli-Wirsing-Dings am Ende gemacht hast, hätte sich angeboten, Amanda damit strafzufüttern, nachdem sie ohne Sigurður nach Sevilla abhauen will. Die Reaktion ist zum Teil dann Trotz, Verletzlichkeit und isländische Kälte, krasse Reaktion. Vielleicht sollte er mal einen Sprung nach Dortmund wagen, dort gibts derzeit eine gewisse Schla.Dame, die zu Sigurður ganz gut passen würde.