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Misterwhite84

"Crystal Palace - Glad all over"

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Das etwas andere London

Ein geschichtlicher und soziologischer Blick auf das East End und die Gegend südlich der Themse


Unzählige Kulturen, Ethnien und Nationalitäten tummeln sich in einer der größten Städte der Welt. Von einem Sushi Laden hinaus und gegenüber in den nächsten Mexikaner rein. So abwechslungsreich wie die kulinarischen Angebote, sind auch die verschiedenen Stadtteile. Der Buckingham Palace, der Big Ben oder Madame Tussauds sind Pflichtstationen für jeden Touristen. Möchte der werte Leser hier aber etwas über das noble London erfahren, kann er jetzt schon aufhören seine Zeit zu investieren. Hier werden in den nächsten Absätzen eher Fragen beantwortet wie zum Beispiel das heutige East End und der Süden Londons zu Stiefkindern der Weltstadt wurden oder warum in diesen Gegenden die Wiege des Weltkommunismus liegt. Auch einen kurzen Fußball relevanten Exkurs kann man erwarten. Lesen Sie immer noch? Schön, dann viel Spaß in den nächsten Minuten.



The East End

Besonders der Osten Londons war weltweit lange Zeit Synonym für bittere Armut und Gewalt. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde er als "Schlund" oder als "Unterwelt" bezeichnet. In diesem Sinne war das East End eine Bedrohung und ein Mysterium schlechthin. Ein Grund dafür mag damals einfach die nicht einladenden Atmosphäre in diesem Stadtteil gewesen sein. Die vielen Industriegebäude mit allen Fabriken, nebelten und hüllten die Gegend in einen Gestank ein, welcher für "Nichteinheimische" eine Tortur darstellte. Der Osten Londons verdreckte sich selbst, da kann man auch den anderen Dreck des restlichen Londons hin abschieben, dürften sich die Regierenden gedacht haben. Alle Abflüsse und das gesamte Kanalisationsnetz mündeten im Schlund von London. Die Fussballvereine West Ham United und der FC Millwall haben ihren Ursprung im East End. Zur Gründungszeit beider Vereine, waren die Spieler und Fans Arbeiter zweier konkurrierender Fabriken am Hafen. Das harte Leben damals im East End, hat die Rivalität beider Teams bis heute begleitet und bei Derbys dieser Teams fühlt man sich immer noch in diese unwirtliche Vergangenheit zurückversetzt, in welcher Gewalt, Hass und Totschlag an der Tagesordnung standen.
Auch der berühmte Begriff des "Cockney" (Londoners) wird mit dem East End assoziiert. Sehr interessant ist aber, dass Leute wie Stalin, Lenin, Trotzki und Letwinov oftmals Gäste im damaligen Anarchistenclub waren und das East End oftmals besuchten. Daher kann dieser "stinkende Haufen" im Osten von London, wie er oftmals zu damaliger Zeit genannt wurde, durchaus auch zur Wiege des Weltkommunismus gezählt werden. Auch im 2. Weltkrieg traf es den Osten am ärgsten, da seine Fabriken gute Zielobjekte für die deutschen Bomber abgaben. Der Osten Londons hat sich heute natürlich beruhigt. Das Leben hat sich von den Straßen nach innen verlegt. Büros, Neubauwohnungen und Einkaufszentren dominieren den Stadtteil. Die damaligen Slums vermittelten zwar einen unglaubliches Gemeinschaftsgeist, zurückhaben will man diese Zeit aber dennoch nicht.



Alt trifft Neu


"Streetart" ist allgegenwärtig im Osten Londons


Südlich der Themse

Keinen viel besseren Ruf hat der Süden der Millionenmetropole. Waren es im Osten die Fabriken mit deren Gestank, so sind es im Süden die Gefängnisse mit den vielen Kriminellen und die Prostitution, welche südlich der Themse Hochkonjunktur hatte. Unruhen und Krawalle, sowie die vielen Amüsierbetriebe prägten das Erscheinungsbild des "unbekannten" Südens. Es war neben dem Osten die Quelle des Unbehagens und der Beunruhigung für die noblen Londoner Einwohner. London schob seine Problembürger in den Süden der Stadt ab- deshalb gab und gibt es dort immer noch viele Gefängnisse. Die Gegend machte sich auch mit dubiosen Kneipen und zweifelhaften Vergnügnungsgärten einen Namen. In den 1830er Jahren wurde das gesamte Gebiet des heutigen Londoner Südens mit Straßen und Häusern überzogen. Reisende, die ihre Eindrücke notierten, wenn sie sich London mit der Bahn von Süden näherten, erwähnten das scheinbar endlose Panorama vorbeihuschender roter und brauner Dächer, toter Mauern und kleiner Straßen. Der Anblick wurde mit dem des Meeres oder der Wüste verglichen, was das Bild einer unbarmherzigen, unwiderstehlichen Gewalt beschwor. In mitten dieser Gewalt entstand Ende des 19 Jahrhunderts bzw. Anfang des 20 Jahrhunderts ein Fussballverein, der derzeit mit einer unglaublichen Siegesserie die Premier League überrascht. Es handelt sich um den
Crystal Palace FC, welcher seinen Namen vom riesigen Kristallpalast hat, der anlässlich der Weltaustellung 1851 in London gebaut wurde. Ein Kristallpalast in Mitten von Armut, Prostitution und Verbrechen. Die Fans der "Eagles" (das Tier auf dem Vereinswappen ist ein Adler") mussten im Laufe der Jahre, wie der gesamte südliche Stadtteil, durch viele tiefe Täler gehen. Aber rechtzeitig zum Aufschwung des Südens, erreichen die Leistungen der Fussballer des Crystal Palace FC ungeahnte Höhen. Kommende Saison könnte sogar eine Europacupteilnahme winken. Die alte Gastfreundschaft und Freiheit des Südens breitet sich immer wieder mehr aus. Im 21. Jahrhundert wird es wohl eines der lebendigsten und abwechslungsreichsten, um nicht zu sagen populärsten Zentren Londoner Lebens werden.



Die Zukunft des Südens in London



coming soon: Spielberichte

Quellen Bilder:
http://www.travelontoast.de/2014/10/east-end-london/
http://croydonpropertynews.co.uk/ind...o-walkthrough/

Quelle Text:
Peter Ackroyd: London- Die Biographie

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